Channel This #2 – Teddy Girls

Freitag, 27. Februar 2015

Hach, das zweite Thema von mamamachtsachens “Channel This”-Reihe ist ganz nach meinem Geschmack. So sehr, dass ich mich nur schwer für ein Outfit entscheiden konnte.
“Teddy Girls” kannte ich vorher nicht, aber ich konnte feststellen, dass es zu meinem persönlichen (Wunsch-)Stil viele Überschneidungen gibt. Da es bei Channel This vor allem um das Neu-Entdecken des eigenen Kleiderschranks geht, habe ich Kleidungsstücke zusammen gestellt, die ich bisher noch nicht in Kombination getragen habe.



Teddy Girls haben viel Second Hand-Mode, vor allem von wohlhabenderen Leuten, in ihren Stil integriert. Auch ich habe versucht, diesen Aspekt umzusetzen: der Blazer ist von Stella McCartney, Second Hand für 30€ erstanden. Zwei Wochen habe ich den gleichen Blazer in einer anderen Second Hand-Boutique gesehen, nur 100€ teurer.
Die Schiebermütze ist von Burberry und hat ebenfalls 30€ gekostet.


Channel This: Teddy Girls
Blazer: Second Hand / Stella McCartney
Pullunder: Second Hand / noname
Bluse & Hose: Land’s End
Schuhe: Esprit
Socken: H&M
Mütze: Second Hand / Burberry
Uhr: Second Hand / Fossil

Female Dr Who im Weihnachtskleid 2014 [MeMadeMittwoch #29]

Mittwoch, 25. Februar 2015

Bei den Temperaturen in den letzten Wochen fand ich es sehr angebracht mein Winter-/Weihnachtskleid anzuziehen. Brr, so kalt war es den ganzen Dezember nicht!



Vielleicht erinnert ihr euch: bei meinem Shooting im Dezember zum Weihnachtskleid-Finale – über das viele wohl noch immer nicht hinweg sind – war ich ohne Jacke unterwegs. Momentan undenkbar.
Unter dem Kleid trage ich ein Jeanshemd und darüber eine warme Blazerjacke, die ich im Second Hand-Laden für 2,50€ mitgenommen habe. Sie ist eins dieser Stücke, zu denen ich gerne “Kategorie “Made in West Germany”” sage: nicht wirklich Vintage, aber definitiv noch vor den Neunzigern modern gewesen. In vielen solchen Stücken habe ich das Label “Made in West Germany” gefunden.

Die Farben und der leicht olle Schnitt haben mir gleich gefallen. Das Etikett verriet, dass es sich bei dem Stoff sogar um 100% Schurwolle und “avantgardistische Mode” handelt. Nun denn. Das Futter ist aus Viskose, was mich überrascht hat, denn da habe ich mit Polyester gerechnet, was bei mir gar nicht geht. Ich mag das Gefühl von den meisten Polyester-Futter auf der Haut überhaupt nicht.

Details für den MeMadeMittwoch:
Kleid: Weihnachts-/Winterkleid 2014 nach Simplicity 1800
Jeanshemd: Jacqueline de Yong
Kette: selbstgemacht – Nix für Lemminge-Persephone
Jacke: Second Hand
Schuhe: Kauf dich glücklich


Today’s Mood: Female Dr Who

Besprechung: La Maison Victor # 2 (Januar/Februar 2015)

Freitag, 20. Februar 2015

In meinem MMM-Post habe ich euch eine Heft-Besprechung der aktuellen La Maison Victor versprochen. Es handelt sich um die zweite Ausgabe auf dem deutschen Markt, Januar/Februar 2015.

Über die erste Ausgabe habe ich schon viel Positives gelesen, so dass ich neugierig wurde und mir das Heft auch holen musste. Besonders das Trench-Kleid, von dem es auf der Homepage leider kein Vorschaubild gibt, hat es wohl vielen angetan. Ein sehr schönes Design!
Das Heft hat Lust auf mehr gemacht und so durfte auch die zweite Ausgabe ohne viel Überlegen Einzug in meinem Schnittmuster-Schuber halten.

Das Cover, in schönem Olivgrün gehalten, fand ich gleich ansprechend: da sieht man gleich, was einen unter anderem erwartet.
Ich komme leider nicht umhin, Vergleiche zur Burda Style zu ziehen. Der Stil der LMV-Hefte gefällt mit persönlich besser – aber ich mag auch dieses “Fashion-Magazin”-Sein-Wollen der Burda Style nicht. Mehr Modelle auf dem Cover machen mich neugieriger als eines mit fünf reißerischen Überschriften, was einen im Heft erwartet.
Das Inhaltsverzeichnis ist puristischer gehalten, hier gibt es einfach eine Aufzählung der Projekte, nach Kategorie (Garderobe, DIY, Inspiration etc.) geordnet. Ein paar begleitende Bilder fände ich hier nicht schlecht, aber der Schwierigkeitsgrad wird gleich im Verzeichnis angegeben, das gefällt mir.

Das erste Modell ist das Kleid “Jessy” – ein ärmelloses Kleid mit Gummizug in der Taille und, was ich eine schöne Abwandlung dieses eigentlich schon oft gesehenen Designs finde – abgesteppten Falten an der linken Seite. Kann ich mir sehr elegant vorstellen, ich würde die Falten wahrscheinlich weglassen, weil es nicht ganz mein Stil ist, die Umsetzung finde ich aber schön.
Ganze zehn Seiten werden dem Kleid gewidmet: Fotos am Model, Nahaufnahmen von Details, Materialangaben, Anleitung. Das Modell wird aus verschiedenen Perspektiven gezeigt, auch von hinten, und davon könnte sich die Konkurrenz eine Scheibe abschneiden.



Auch die Röcke “Betty” und “Sidney” sind deutlich fotografiert worden. Da verzeihe ich es auch gerne, wenn der Pulli mal den Bund verdeckt. Überhaupt finde ich die Idee, die beiden Röcke gemeinsam zu präsentieren, eine tolle Idee. Warum denn nicht? Von Betty werden sogar zwei Varianten gezeigt, einmal aus beschichtetem bordeauxroten Stoff und einmal aus Wildlederimitat.
Die Tipps zur Stoffauswahl finde ich auch schön. Ein_e Anfänger_in wird vielleicht dennoch Probleme haben, sich für den richtigen Stoff zu entscheiden, aber mit den Tipps kann man, denke ich, mehr anfangen als mit “Kleiderstoffe mit etwas Stand”, bei dem die Erfahreneren zwar Bescheid wissen, aber man als Anfänger erst mal rätselt.

Die Styling-Tipps, einer der Hauptgründe, warum ich keine Lust mehr auf Burda Style habe, gibt es auch in anderer Form bei der LMV. Allerdings finde ich diese unaufdringlicher, da sie wenn dann nur eine Seite einnehmen und als Flatlay mit den Klamotten, die für das Shooting zu den einzelnen Teilen kombiniert wurden, angelegt sind (siehe oben, linke Seite).

Die LMV bietet auch einige Kinder-Schnitte – diese sind, gebe ich zu, für mich von keiner Relevanz und daher kann ich mich auch nicht wirklich dazu äußern. Der Rock “Isa” mit Tunnelzug und Bindeband im Bund scheint mir ein schnelles, dankbares Nähprojekt, bei dem es auch nicht so schade ist, wenn das Kind schnell rauswächst.
Die Kapuzenjacke “Bob” sieht etwas anspruchsvoller aus, ist aber an sich recht schlicht gehalten, so dass sie dank Anleitung auch von weniger erfahrenen Personen genäht werden kann.
Obwohl mich die Kinderschnitte nicht wirklich interessieren mag ich die Präsentation zusammen mit einem “erwachsenen” Modell: Jacke “Bob” und Kleid “Rianne” werden wie die beiden Röcke zusammen fotografiert gezeigt.

“Rianne” ist ein Pullikleid, hier im Sweat-Stil gezeigt. Auch mit diesem Schnitt wird das Rad nicht neu erfunden, aber da sehe ich auch hier gerne drüber hinweg, da die Anleitung und die Bilder sehr detailreich sind und der Schnitt nicht nur aus Rechtecken besteht.
Die Idee, die versäuberten Kanten für den Tunnelzug außen sichtbar zu lassen, finde ich sehr passend zu der sportlichen Umsetzung. Passt aber bestimmt nicht immer.


Auch Jacke “Mona” für die Großen und Jacke “Jacqueline” für die Kleinen werden zusammen gezeigt. Mir gefällt es, dass die Kinderschnitte nicht in eine Sonderecke verbannt werden, sondern ganz selbstverständlich dazu gehören, auch wenn man wie ich nur die Bilder anguckt.

Von “Mona” kann man auf den Modelbildern tatsächlich nicht so viel erkennen, aber es gibt – oh Wunder! Der Traum aller Nähzeitschriftleser_innen! – Detailbilder, die den Nahtverlauf zeigen.
Die Jacke ist im Design ganz klassisch mit rundem Ausschnitt und Wiener Nähten. Daraus lässt sich bestimmt gut etwas im Dior-Stil nähen, aber auch einen sportlichen Charakter traue ich der Jacke zu.


Die Modelauswahl bei LMV gefällt mir auch sehr gut – später dazu mehr -, das Top “Harley” wird von einem relativ jungen Model präsentiert.
mit überschnittenen Schultern und Bündchen an Saum ist Harley auch eher ein Basic-Teil, aber ich für meinen Teil bin vollkommen einverstanden damit. Durch die Stoffauswahl wird gezeigt, dass daraus ein super modisches Top entstehen kann, das auch gar nicht versucht, mehr zu sein, als es ist.


Der letzte Schnitt des Heftes ist die Kimono-Jacke “Jazmin”. Auch sie wird in zwei Varianten gezeigt, eine mit Muster und eine ohne. Beide finde ich sehr elegant und das Model ganz bezaubernd. (Ohne die Anleitung und Tipps zum Zuschneiden gelesen zu haben fällt mir auf dem Legeplan auf, dass das Ärmelschnittteil keine ausgestellte Nahtzugabe hat. Das könnte zum Problem werden beim Ein- und Umschlagen, da der Ärmel schmaler zuläuft…)




Es gibt noch verschiedene Strick-, Häkel- und DIY-Projekte, die ich aber grob überflogen habe.
Ein besonders schönes Feature finde ich, dass man die Stoffe bzw. die Wolle, die für die Projekte verwendet wurden, direkt bei LMV in der benötigten Menge bestellen kann. Die Preise finde ich günstig-normal, im Gegensatz zu manchem, was bei Burda verwendet wird…

…wo ich auch bei meinem Schlussfazit wäre: bei LMV habe ich das Gefühl, dass mir da was Echtes gezeigt wird. Klar, die Models sind Models, aber hier werden mir Leute in einem Setting gezeigt, in das ich selbst reinstolpern könnte: im Café, auf der Straße, in der Buchhandlung. Die Posen sind nicht unnatürlich, die Umgebung ist alltäglich, die Models verschiedene Typen. Das ganze löst in mir das Gefühl aus, dass das Leute sein könnten, die das Kleidungsstück auch selbst genäht haben könnten.
Die Stoffe sind – auch preislich – so gewählt, dass der/die Durchschnittsnäher_in sie auch kaufen könnte. 60€/m dagegen sind eine Menge.
Die Schnitte sind alle recht schlicht und nichts Bahnbrechendes. Dennoch finde ich, dass hier auf Klasse statt Masse gesetzt wird. Das Heft hat in mir große Nählust geweckt, gerade wegen der Schlichtheit und damit Wandelbarkeit der Modelle.
Vielleicht ist LMV bei mir auf besonders fruchtbaren Boden gestoßen, weil die Burda Style mich nervt. Immer die blonden Models, die irgendwann alle gleich aussehen, unbrauchbare Fotos in Wüsten/Bergen/whatever, Design, das sich für meinen Geschmack zu oft hart an der Grenze zu over the top bewegt…
Statt zehn Schnittmustern für Abendmode, für die ich keine Verwendung habe, nehme ich lieber weniger Schnittmuster, die aber liebevoll gestaltet, beschrieben und fotografiert sind. Selbst wenn ich die Schnittmuster für Kinder, Strick- und DIY-Projekte weglasse ist immer noch mehr für mich dabei als bei den meisten Burda-Heften.

La Maison Victor, ich mag dich und deine bodenständige Art.

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