Das höchst ungewöhnliche Kleid, das eher konservativ daherkommt [MeMadeMittwoch #15]

Mittwoch, 17. September 2014

Happy MeMadeMittwoch! Endlich geht es wieder los. Mein heutiges Outfit würde ich mit “für mich höchst ungewöhnlich Librarian-back-to-school mit einer winzigen Prise Vierziger/Fünfziger Siebziger” beschreiben.


Warum höchst ungewöhnlich? Zum einen ist es ein Burda-Schnitt. Ein aktueller Burda-Schnitt (zumindest war er noch aktuell, als ich fertig wurde) wohlgemerkt, das kam schon lange nicht mehr vor. Es handelt sich um den Schnitt von Modell 123 aus dem September-Heft (09/2014), den ich auch schon in meiner Ausgabenbesprechung gelobt hatte. Ungewöhnlicher Punkt eins.
Die Umsetzung fand ich sehr schön. Ich mag Karos, besaß bis vor Kurzem aber kein Kleindungsstück außer Pyjamashorts mit dem Muster. Die BurdaStyle-Variante hat mir so gut gefallen, dass ich mich entschlossen habe, das zu ändern und auch auf Karos zu setzen. Ungewöhnlicher Punkt zwei.

MeMadeMittwoch starts again! This is a rather unusual outfit for me. I used a pattern from the BurdaStyle issue 09/2014, even though I tend to shy away from Burda patterns now because they don’t fit me well. But I liked the execution of the checkered button down dress in the magazine and was inspired to use checks as well.


Ich weiß nicht, ob es an dem bedrückenden Wetter liegt, aber zur Zeit schwimme ich total auf einer Tweed-Flanell-Woll-Herbstfarben-Vintage inspired-Welle. Stylecode: wealthy mid-century spinster. “Wealthy Spinster” ist sowieso mein Lebensziel, aber so klassisch-zeitlos-elegante Klamotten waren für mich bisher Anlassmodelle. Ungewöhnlicher Punkt drei. Aber lasst euch nicht täuschen, ich stehe genauso auf Sneaker, praktische Rucksäcke und unkomplizierte Shirts. Nur zeige ich die hier nicht, weil nicht selbstgenäht oder -verschönert.

I’m really riding a “autumn colors tweed wool vintage inspired” wave right now, which is also rather unusual. Stylecode: wealthy mid-century spinster. But don’t be fooled, I also really like sneakers, T-Shirts and backpacks.


Fällt euch was auf? Das ist gar kein Kleid! Ich Schlingel hatte die Blitzidee, aus dem Kleid ein Deux-pièces zu machen und habe an den Rock noch einen breiten Bund angesetzt und das Oberteil einfach an der Unterkante mit dem Futter verstürzt. Die zwei Teile überlappen sich um genau die Bundbreite, wenn ich gerade stehe fällt nur von nah auf, dass es zwei separate Teile sind, zumal auch noch der Knopfabstand fortlaufend gleich ist.
Der Gedanke hinter der Idee war allerdings typisch für mich: ich arbeite sehr sehr gerne mit Wolle, finde sie aber eher unpraktisch was reinigen angeht. Für Winterjacken und -mäntel ein tolles Material, aber für alles andere mir zu warm. Mein Temperaturempfinden wurde von vielen Kolleginnen als “abartig” bezeichnet, da ich im T-Shirt und sie in Unterhemd-Longsleeve-Pulli-Halstuch dasaßen.
Mir ist dieser reduzierte Wollflanell in die Hände gefallen, der hat genau in mein wealthy mid-century spinster-Beuteschema gepasst. Bei Wolle ist mein erster Gedanke ja immer “oh je, das wird mir bestimmt zu warm”. Trotzdem habe ich das Kleid in dem Stoff machen wollen. Ungewöhnlicher Punkt vier.


Durch die Lösung mit den zwei Einzelteilen kann ich den Rock auch mit kurzärmeligen nicht-Woll-Sachen anziehen (durch die Weite ist er noch etwas luftiger und nicht gar so warm), das Oberteil geht super als Weste und falls der Winter dieses Jahr tatsächlich mit entsprechenden Temperaturen loslegt geht auch Rock + Longsleeve + Oberteil. (Wobei ich befürchte dass mir das zumindest drinnen zu warm wird. We’ll see.)

I used wool for the dress, which is usually too warm for my taste. But I found a solution for that and made the dress into a deux pièces, so I can wear the pieces separately. The skirt itself isn’t that warm, so it can easily be paired with a shirt and a cardigan. If it’s really really cold, I can wear the “waistcoat” over a longsleeve with the skirt or trousers.

Aber das Allerallerungewöhnlichste ist wohl, dass ich von Kopf bis Fuß in Braun gekleidet bin. Und dass es mir auch noch überaus gut gefällt! Höchstungewöhnlicher Punkt Nummer fünf.
Bisher hat Braun mich nie richtig interessiert, war allerhöchstens für Lederwaren wie Gürtel oder Winterstiefel passabel. Ich liebe es ja sowieso knallbunt und Braun hat mir da nie reingepasst. Schwarz und Weiß, das sind wenigstens klare Aussagen, aber Braun? Nicht meins.
Wahrscheinlich fing es mit meinen mit Teddyplüsch gefütterten Lederstiefeln an, dass ich Braun nicht mehr so partut abgelehnt habe. Dann kam ein Hut, dann eine Ledertasche in Schokobraun, eine neue Brille im Havanna-Stil und dann fand ich diesen Stoff. Er hat es mir leicht gemacht, da die wollweißen Karos das Braun ziemlich gut in Schach halten und die roten Karos darüber bringen doch noch etwas Farbe rein.
Beim Nähen habe ich etwas darüber sinniert und bin zu dem Schluss gekommen, dass ich Braun als Farbe doch schätzen gelernt habe. Wir werden keine besten Freunde und klar, Farbe geht vor, aber ich sehe doch den Vorteil darin, dass es klassisch wirken kann, ohne gleich so ein definitives Statement zu setzen wie Schwarz oder Weiß.

The most unusual thing, though, is that I’m dressed from head to toe in brown. I was never interested in the colour, not only because I prefer colourful clothing, but also because it’s not a definitive statement like white or black. During my sewing process I realised that this can acutally be an advantage if you want to dress modest or elegant without the statement of black or white.


Die Knopflöcher habe ich im Gegensatz zu Burda senkrecht gemacht. Die waagerechten Knopflöcher hätte ich am Oberteil vertreten können, aber am Rock kamen sie mir irgendwie verkehrt vor. Also durchgehend senkrecht. Schnell war mir auch klar, dass ich gerne Lederknöpfe benutzen möchte, um diese klassische Note zu unterstreichen.

I used leather buttons that add to the classical character. I sewed vertical buttonholes because I the horizontal ones Burda used looked somewhat weird and out of place on the skirt for my taste.

So, und was halte ich von dem Ganzen?
Den Rock finde ich super, ich werde ihn wohl öfter ohne das Oberteil tragen als mit. Nicht, dass mir das Gesamtpaket nicht gefällt. Aber erstens finde ich macht mich das Karo obenrum ganz schön breit. Gut, ich bin niemand, der sich von leicht unvorteilhaften Sachen schnell abhalten lässt, aber das hier sind noch die schmeichelhafteren Bilder. Und wenn ich eins nicht mag, dann dass meine Oberweite größer aussieht als sie ist. Deal with it.
Zweitens ist mir das Kleid für ein Lieblingsstück zu bieder. Ich finde es nicht schrecklich bieder, aber es ist doch biederer als ich bin und es bevorzuge. Klar werde ich das Kleid trotzdem tragen, denn das ist ja auch so eine Gefühls-und-Stimmungs-Sache: an manchen Tagen darf es zurückhaltender sein als an anderen.
Ich mag die Variante mit offener “Weste” sehr, das wirkt moderner und, im wahrsten Sinne, offener. (Außerdem: noch ein langer Schal dazu und ich könnte als eine neue, weibliche Inkarnation von Doctor Who durchgehen. Just sayin’.)


Der Rock ist ungefüttert. Für das Oberteil wollte ich etwas, das nicht noch zusätzlich wärmt, nicht aufträgt und angenehm auf der Haut ist. Ich habe Tula Cotton Soft von stoffe.de benutzt – der Baumwollstoff ist schön dünn und super weich! Den werde ich auf jeden Fall nochmal für ein Sommerkleid oder -oberteil bestellen.

Was den Schnitt angeht: Ich habe ja so ein bisschen die Vereinbarung mit mir, von Burda fern zu bleiben wenn möglich, da die Schnitte mir schlecht passen. Egal welche Größen ich nehme oder miteinander kombinieren, die Maßsätze sind einfach auf andere Körpertypen (oder Geschmäcker) ausgelegt, scheint mir. Bei Simplicity und New Look konnte ich mir bisher das ganze Theater um das Anpassen sparen.
In weiser Vorraussicht habe ich vom Oberteil ein Probeteil genäht. Zu meiner Standard-Anpassung, die ich bei jedem Schnitt machen muss – am Nacken gut 2,5cm doppelt wegnehmen – kamen noch die üblichen Burda-Verdächtigen: der Ausschnitt stand ab und musste pro Seite 2,5cm eingehalten werden, die Armausschnitte waren für meinen Geschmack viel zu tief, ab der Taille musste ich an den Nähten wieder rauslassen und den Rockaum um ca. 8cm kürzen (was ich aber niemandem vorwerfen will, da ich den Saum extra erst im Nachhinein anpassen wollte – ich war nicht sicher, wie kurz oder lang der sein sollte, damit es nicht zu bieder wirkt).

Somit werde ich auch weiterhin Simplicity Burda vorziehen, denn das sind Dinge, die mir schon in der Vergangenheit nicht gefallen haben. Die Schnitte sind angepasst und jetzt habe ich einen zweiten Westen-Schnitt, auch gut.

All in all: I really like the skirt and will wear it more often without the waistcoat than paired with it. I don’t the dress looks too bad, but the checks make my upper body look rather broad, which I don’t like that much. The pictures are the more flattering ones, so maybe you can’t tell. Also it looks too conservative and stuffy to become a favourite piece. I don’t think it looks too conservative, but more conservative than I am or like my clothes to be. But then again, it depends on the mood: on some days and moods call for something more modest.
I like the open waistcoat + skirt version and if you’d add a scarf to the outfit I would pass as a new, female incarnation of Doctor Who.

I’m glad I made a muslin because I had to alter the pattern, like I expected: the neckline was gaping and I took in 2,5cm on each side, the armholes were really too big for my taste, I had to let out a few centimeters under the waist and shorten the hem of the skirt about 8cm.
I still prefer Simplicity patterns, they fit me well and I barely have to change anything, from my experience, which is of course much more convenient.


Strumpfhose: C&A; Schuhe: Flip*Flop; senfgelbes Top: K&L; Hut: Second Hand; Tasche: Erbstück von Oma

tl;dr (too long didn’t read):
Schnitt: Burda Style 09/2014, Modell 123
Stoff und Zutaten: Karo-Wollflanell, dünne Baumwolle als Futter, Lederknöpfe
Änderungen: Ich habe das Kleid zu einem Deux pièces umfunktioniert, damit ich Rock und Oberteil separat tragen kann. Das Oberteil habe ich an der Unterkante mit dem Futter verstürzt, an den Rock habe ich einen breiten Bund angesetzt.
Änderungen am Schnitt: Ausschnitt und Armlöcher eingehalten, am Armloch ca. 2cm zugegeben, am Nacken ca. 2,5cm doppelt weggenommen, unterhalb der Taille rausgelassen, Saum um ca. 8cm gekürzt. Puh.
Nachnähfaktor? Gering. Der Oberteilschnitt eignet sich als Weste, der wird vielleicht noch zum Einsatz kommen. Ich mag die Dirndl-Variante des Kleides, aber da ich nicht auf den Wasen gehe und erst noch herausfinden muss, wie ich zum Thema Dirndl tragen stehe – Verkleidung oder Homage an die Tracht? – habe ich keine Pläne, das Schnittmuster nochmal zu benutzen.

Herbst-Quilt-Along { Teil 2 – Stoffe }

Sonntag, 14. September 2014

Wie bereits im ersten Teil der Herbstquilt-Serie erwähnt möchte ich einfach einen großen Quilt, bei dem die Farben und Muster für sich sprechen. Da ich vor allem Reste eigener Projekte verwenden wollte, fand ich die Quadrat-Lösung noch schöner: das ist wie eine Ausstellung, um mich an fertige Projekte zu erinnern. Ich kann auf die Quadrate zeigen und sagen: “Aus dem Stoff ist eine Hose geworden. Aus dem eine Bluse. Das war lange ein Unfertiges Objekt, das ich dann aufgegeben und auseinander genommen habe.”



Viele Stoffe sind also aus Reststücken von Projekten. Als ich aber langsam gemerkt habe, dass das Sammeln noch Jahre dauern kann – immerhin brauche ich 280 Quadrate – habe ich auch Stoffe dazugenommen, die nicht meine erste Wahl für den Quilt waren und mal für Geschenke für frischgebackene Eltern aus dem Bekanntenkreis oder Probestoffe zum Ausprobieren gekauft worden sind. Auch ein paar Uni-Stoffe habe ich notgedrungen dazu genommen.
Genau zum richtigen Zeitpunkt habe ich dann die preisreduzierten Quiltpakete von Rowan und FreeSpirit entdeckt, die schon als Quadrate geschnitten waren, zwar eine Winzigkeit zu groß, aber den Betrag habe ich abgeschnitten.


Also sind jetzt auch viele Stoffe dabei, die keinen persönlichen Hintergrund haben. So schlimm finde ich das gar nicht, immerhin steuern sie Farbe und geometrische und organische Muster bei und sind witzigerweise sehr gut von meinen Resten zu unterscheiden. Was also meinen Wunsch von einem kunterbunten Quilt mit kräftigen Farben angeht bin ich guten Mutes.
Nicht ganz so glücklich war ich mit den Uni-Stoffen. Als ich im letzten Post meine Patchwork-Tasche mit ihren unordentlichen Stickereien und Spitzenapplikationen verlinkt habe, fiel mir die Lösung ein: ich verziere einfach jedes Uni-Quadrat mit Spitze oder einer Stickerei. Das mit der Stickerei ist jetzt natürlich wenn man’s genau nimmt höchst suboptimal – wäre es anders gelaufen, hätte ich zuerst gestickt und dann zugeschnitten, aber das kann ich nicht mehr ändern und frankly my dear, I don’t give a damn.


Bei den Stickereien werden sich symmetrische Kreuzstichmuster mit Freihandstickereien von Zitaten abwechseln. Da der Quilt mir als eine sehr persönliche Sache erscheint passt das gut zu mir als Person: ich liebe Ordnung, das Durchdachte, Effiziente, bin aber auch tief drinnen eine Künstlerseele und Freigeist.
Jetzt wird der Quilt aber (noch) ein bisschen arbeitsaufwendiger als gedacht und ich kann das Projekt doch nicht so gelassen angehen wie vermutet, da ich ja schon Vorarbeit geleistet habe. Aber das ist okay, ich freue mich riesig auf den fertigen Quilt und bin gespannt, was die anderen beim Quilt Sew Along sich ausgesucht haben.

Nix für Lemminge #4 {Märchen} Technische Umsetzung

Samstag, 13. September 2014

Nix für Lemminge-Zeit! Ich gebe zu: ich war schon vor dem Entwurfspost längst fertig. Was einerseits bedeutet, dass ich bei der technischen Umsetzung schon Fotos vom fertigen Produkt zeigen kann (natürlich nur Details, ich will ja hier nicht den Spaß aufs Finale verderben). Leider hab ich meinen Schaffensprozess zwischendrin nicht bildlich festgehalten. Andererseits habe ich dafür auch viel zu viel Zeit zum nachdenken und würde am liebsten ein paar Sachen wieder über den Haufen schmeißen, aber ach, diesen Stress gebe ich mir nicht. Also los geht’s:

Meine Stoffe stammen zum Glück größtenteils aus meinem Fundus.
Da hätten wir einmal einen sandfarbenen Baumwollköper mit Stretchanteil, einen braunen-mit-Tendenz-zu-Ocker Baumwollbatist, das braungoldene Futter, das ich auch schon bei der Zirkusdirektorinnenjacke verwendet habe und einen meiner Lieblingsstoffe aus dem Fundus, ein weicher Baumwollstoff mit kleinem Fischgrätmuster in braunorange/schwarz, den ich mich für ein ganz besonderes Projekt aufhebe (was das sein wird? Puh…).
Den Baumwollköper hatte ich sowieso mit dem Vorsatz gekauft, diesen einzufärben. Der Stoff eignet sich wunderbar für Hosen, also zusammen mit dem Batist ab ins Färbebad.
Von dem Fischgrät habe ich nur ganz wenig abgezwackt: die Vorderteile der Weste. Noch genug Stoff für ein Kleidungsstück da. Die restlichen Teile habe ich aus dem Baumwollköper zugeschnitten, den ich auch für die Hose benutzt habe.

Für die Bluse habe ich Stoff bestellt: die hauseigene Bio-Baumwolle von stoffe.de in hartweiß.
Über die Bluse freue ich mich besonders. Sie ist nach meinem Grundschnitt entstanden, aber im Gegensatz zu der Probebluse, die mir nicht wirklich steht, ist sie nicht so locker. Ich habe zusätzlich zu den Brustabnähern noch Abnäher im Vorder- und Rückteil vorgesehen. Den Kragen, der am Probeteil für meinen Geschmack etwas zu groß war, habe ich zu einem New Kent-Kragen geändert.
Für den Ärmelschlitz habe ich einen Kapellenschlitz gewählt, den habe ich vorher erst einmal gemacht, hat aber gut geklappt. Als Manschetten wollte ich unbedingt Umschlagmanschetten, da ich mich an der Herrenmode orientiert habe und dieses Detail an einer Bluse etwas Besonderes ist, wie ich finde.
Ich habe meine fertige Manschettenbreite verdoppelt, so dass sie später umgeklappt werden kann.


Links ist die Manschette umgeschlagen, rechts offen. Stilgerecht wollte ich die Manschetten mit Manschettenknöpfen schließen. Sowas kann man doch sicher auch selber machen? Ich habe jeweils zwei Knöpfe mit einem Streichholz dazwischen aufeinander gelegt und mit Nadel und Faden verbunden. Die Flottungen zwischen den Knöpfen habe ich mit Knopflochstichen umschlungen. Das sollte funktionieren, ausprobiert habe ich es noch nicht, da ich noch keine Knopflöcher eingenäht habe. Das ist beim Öffnen und Schließen der Manschetten etwas fummelig, funktioniert sonst aber super und macht auch optisch echt was her, wie ich finde.
Die Knöpfe sind übrigens echte Perlmuttknöpfe aus meiner Flohmarktknopf-Kiste. Ich mag den Kontrast zwischen dem Hartweiß und den schillernden, cremeweiß bis beigefarbenen Knöpfen.



Um den edlen, eleganten Stil durchzuziehen habe ich alle Nähte als französische Nähte verarbeitet.

Weiter zur Weste. Vor langer, langer Zeit, als es auf burdastyle.com noch interessante Gratisschnitte gab, habe ich mir alle Gratisdownloads gesichert, darunter Franzi, deren Zeit jetzt gekommen war.
Ich habe schnell aus Nessel ein Probeteil gemacht, den Schnitt abgeändert und die Weste aus dem richtigen Stoff zugeschnitten. Das Nähen an sich barg keine Tücken, aber mit dem Rückteil hatte ich etwas Besonderes vor.





In den eingefärbten Batist habe ich das “scale”-Shadowfolds-Muster gearbeitet und den Stoff dann auf dem Rückteil von Hand angenäht. Dadurch dass der Stoff hauchzart ist ging das mit dem Muster super.

Was mein Outfit aber erst komplett macht ist der Schmuck. Ich trage eher Accessoires als Schmuck (vor allem Hüte), und wenn Schmuck, dann alte Omi-Broschen, Ketten mit großen Anhängern oder versteckten Botschaften.
Meine Persephone braucht natürlich auch eine Blumenkrone, aber eine düstere. So einen Kopfschmuck wollte ich schon lange haben und ist eigentlich unabhängig aber zeitgleich mit meinem Outfit entstanden und passt gut ins Konzept. Der Blumenkranz besteht aus vielen Drahtblumen, die mit Nagellack überzogen sind (Catrice “Iron Mermaiden” und “Captain Sparrow’s Boat”). Getragen habe ich sie schon zu anderen Outfits, was jedesmal ein tolles Gefühl war.



Die Halskette besteht aus vielen alten Broschen und Knöpfen, die ich mit Draht und Heißkleber verbunden habe. Letzteres ist nicht wirklich elegant, aber hey, ihr kennt mich: quick and dirty (im wahrsten Sinne *Heißklebefäden abknibbel*).



Bleibt nur noch die Hose. Das Modell ist aus der Burda easy F/S 2011 und wurde vor drei Jahren schon mal von mir genäht (don’t even get me started). Diesmal habe ich sie in der langen Variante genäht und auch den Verschluss viel besser gelöst. (Thanks for nothing, Burda-Anleitung!)

Alle Posts zu Nix für Lemminge 4 (Märchen):
Inspiration | Entwürfe | Technische Umsetzung | Finale

 1 2 3 4 5 6 ... 46 47 »