Show-and-Tellerrock, Teil II: Bundvorbereitung, Nahtreißverschluss und Nahttasche

Montag, 28. Juli 2014

In diesem Teil werde ich zeigen, wie ich den Bund zum Annähen (das aber erst später kommt) vorbereitet habe, meine Art mit Nahtreißverschlüssen umzugehen und wie ich Nahttaschen einnähe.

Zuerst mal kurz zum Schnitt für die Nahttasche: wenn ihr schon einen aus einem anderen Schnitt habt, könnt ihr natürlich den nehmen. Ich habe mir irgendwann mal einen selbst gezeichnet, auf den ich immer zurück komme. Die Form sollte etwa so aussehen:


Der dunkelgrüne Umriss zeigt eine Nahttasche, wie ich sie z.B. in Kleider einnähe, die keine Taillennaht haben. Ist eine Taillennaht bzw. Querteilungsnah vorhanden, schneide ich die Nahttasche mit dem hellgrünen Zusatz zu. Ich kann dann die obere Kante der Nahttasche in der Teilungsnaht mitnähen und erhalte somit mehr Stabilität, da der Zug der (gefüllten) Nahttasche nicht mehr nur auf den zwei Punkten liegt, an denen sie sonst angenäht wäre.
Wichtig finde ich persönlich auch, dass der Taschenbeutel schön tief ist. Klar, übertreiben braucht man es hier auch nicht, aber bedenkt, dass je flacher der Beutel ist, desto eher werden Sachen aus der Tasche rausfallen.
Für den Eingriff nehme ich meistens um die 15cm. Um eure gewünschte Größe zu ermitteln könnt ihr eure Hand auf den Schnitt legen, so wie ihr in die Tasche greifen würdet, und markieren, wie groß der Eingriff sein sollte, damit ihr bequem rein greifen könnt.

Überlegt euch auch, welchen Abstand der Anfang der Tasche zum Bund haben soll, dementsprechend müsst ihr den Einsatzpunkt (der graue Querstrich) nach unten verschieben und gegebenenfalls die Tasche nach unten länger zeichnen. Die Tasche der Zeichnung hätte einen Abstand von einem Zentimeter zum Bund. Ich nehme meistens etwas mehr, so um die drei Zentimeter.
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Fragenrunde | Liebster-Award

Samstag, 26. Juli 2014

Frau Knupfel hat mich für den Liebster-Award nominiert. Vielen Dank! Die Fragen beantworte ich gerne, Nominierungen lasse ich weg – dieses Kettenbrief-System fand ich schon zu Community-Zeiten nervig. Leite die Mail an fünf Leute weiter. Nope. Als Wiedergutmachung empfehle ich am Ende des Posts fünf Blogs, damit der Sinn des Awards (Vernetzung und Kennenlernen der Leute hinter den Blogs) wieder etwas hergestellt wird.

Von was habe ich euch mit meiner Nominierung weggeholt? Ihr habt doch bestimmt eigentlich gerade was anderes gemacht.
Die Mail traf ein, als ich gerade den Abend bei einer Folge meiner Lieblingsserie ausklingen lassen wollte.

Wie seid ihr darauf gekommen zu bloggen?
Ich blogge seit circa zehn Jahren. Angefangen hat das Ganze bei einem kostenlosen Anbieter mit der Idee, meine Grafiken, die ich hobbymäßig bearbeitet habe, zur Schau zu stellen. Das Entwerfen von Layouts und die Code-Arbeit dahinter hat mich fasziniert. Das Coden war mitunter der Hauptgrund, warum ich überhaupt weiter gebloggt habe.
Mittlerweile haben aber andere Sachen Priorität und ich bin leider so ziemlich raus aus PHP, HTML und Co. Und so groß war die Leidenschaft auch nicht, dass ich dieses Hobby zum Beruf hätte machen wollen.

Was tust Du wenn Du nicht bloggst, nähst und bastelst? Gibt es noch ein anderes Leben, von dem wir nichts wissen?!
Es gibt vieles, von dem ihr nichts wisst. Ich blogge hier – mit manchen Ausnahmen – relativ oberflächlich und das wird auch so bleiben. Über Berufliches berichte ich hier aus Prinzip nicht und private Dinge behalte ich auch lieber für mich.
Etwas, das mich sehr beschäftigt und über das ich im Leben jenseits des Blogs ständig rede ist Feminismus. Ich habe hier schon ab und an verwandte Themen zur Sprache gebracht, aber so viel wie im realen Leben werde ich mich niemals hier auf dem Blog damit auseinander setzen.
Mein Lieblingsthema ist die Repräsentation von allen Menschen, die nicht weiß, männlich, hetereo, westlich-geprägt und körperlich oder geistig nicht eingeschränkt sind in den Medien, insbesondere in Film und Fernsehen. Ich bin ein Serienliebhaber, auch wenn ich hier kaum darüber berichte, und analysiere alles, was ich angucke, weshalb Filme schauen mit mir ziemlich anstrengend sein kann, für mich selbst eingeschlossen.
Das Genre ist mir ziemlich egal, solange es nicht zu spannend oder brutal ist, was manchmal schon “freigegeben ab 16″ bedeutet. Parks and Recreation und Orphan Black (was die Spannungsgrenze schon überschreitet, aber die Charaktere sind so gut!) sind zur Zeit meine liebsten Serien. I love me some interesting female characters. Außerdem mag ich Veronica Mars, Brooklyn Nine Nine, Doctor Who, The X-Files und die ganz alten Star Trek-Folgen.
Außerdem schaue ich amerikanische und britische Sendungen und Filme nur im Originalton. Ich kann deutsche Synchronisationen nicht ausstehen.

Welches ist dein Lieblingsgetränk?
Mineralwasser. Plain and simple.

Wo verbringst Du deinen Sommer in diesem Jahr?
In Deutschland, einmal im Norden und einmal im Süden.

Welche sind deine Top drei Lieblingsbücher?
Mein absolutes Lieblingsbuch, das ich dreimal hintereinander gelesen habe, ist “Das ganz und gar unbedeutende Leben der Charity Tiddler” von Marie-Aude Murail. Schon seit einer Ewigkeit wollte ich dazu einen Blogeintrag schreiben, vielleicht klappt es ja diesen Herbst.
Die zweite und dritte Wahl sind nicht so einfach. “Doktor Faustus” von Kai Meyer ist auch so ein Buch, das ich immer wieder durchgelesen habe, ebenso “The Thirteenth Tale” von Diane Setterfield.

Was sind deine persönlichen Lieblingsteile in diesem Sommer?
Mein English Roses-Kleid und mein Strohhut mit blauem Band.

Wo hast Du das WM-Finale 2014 gesehen, oder gehörst Du zu dem Typ Fußball-Nein-Danke?
Ich hätte wahrscheinlich erst drei Tage später erfahren, dass Deutschland gewonnen hat. Couldn’t care less.

Wenn dich deine beste Freundin mit drei Wörtern beschreiben sollte, was würde sie sagen?
Ovaries before brovaries?

Was hast Du heute noch vor?
Meinen Koffer für das verlängerte Wochenende in Berlin packen, alles noch dreimal durchgehen, ob ich tatsächlich nichts vergessen habe, zum Sport fahren, ins Bett fallen. (Dieser Post ist am Donnerstag entstanden – wenn ihr das lest, bin ich schon in Berlin! Schönes Wochenende euch!)

Zum krönenden Abschluss noch meine Blog-Tipps:
Frau Gold mag ich sehr, weil sie eine ganz andere Blickweise aufs und Herangehensweise ans Selbermachen hat wie die meisten Menschen, die ich kenne,
DreiPunkteWerk macht ganz wunderbare Taschen – eine Arbeit, für die ich meistens so gar keine Geduld habe,
Mamamachtsachen veranstaltet großartige Nähaktionen,
oonaballoona näht wunderbar ausgefallene Kleidung mit genau dem richtigen Maß an Exzentrik,
Kopfstücke ist das Label von der netten Ani, die ich persönlich kenne, und die ich um ihre Modistinnen-Ausbildung beneide.

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Kategorie: soundso
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Show-and-Tellerrock, Teil I: Schnitterstellung und Zuschnitt

Donnerstag, 24. Juli 2014

Los geht es mit dem betreuten Nähen! Are you excited? Because I sure am! Ihr braucht:


- Oberstoff (am besten nicht zu flattrig und durchscheinend! Hier funktionieren dichtere Stoffe am besten)
- Futterstoff
- einen Nahtreißverschluss, ca. 20cm lang (besser länger)
- wenn ihr Nahttaschen machen möchtet: die könnt ihr z.B. aus dem Futter zuschneiden. Ich mag es etwas strapazierfähiger und verwende meistens ganz gewöhnliche Uni-Baumwolle
- wenn ihr Aufhänger einnähen möchtet: ich verwende sehr gerne das handelsübliche Satinband dafür. Ihr könnt natürlich auch Lederbändchen oder sonstwas nehmen. Wie ihr mögt!
- (Bund-)einlage
- Versteifungsband (auch Crinoline oder horsehair braid), erhältlich z.B. auf Ebay

Noch eins vorneweg: Übers Wochenende bin ich in Berlin und werde vielleicht ein, zweimal hier reinschauen, aber euren Kommentaren und Fragen werde ich mich dann am Montag widmen!

Die Anleitungen werden sehr bildlastig ausfallen, daher werde ich sie mit Cuts versehen. Ready?
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