Bad Romance
Wie versprochen zeige ich jetzt, was aus den Resten des Romantikstoffes entstanden ist. Einer der Gründe, warum ich überhaupt los bin, um Stoff zu kaufen, war eine Bluse aus der Burda Style 6/11. Auf dem Bild ist sie links abgebildet und wirkt recht unspektakulär, auf den Fotos aber hat sie mir total gefallen. Die Idee mit der fortlaufenden Knopfleiste ist simpel, aber fällt genau in das “Ist das ein Nähfehler oder soll das so?”-Schema, das mir so zusagt. Die Schulterpartie finde ich auch ziemlich süß, durch die Raffung wirkt die Bluse nicht so steif und formal. Und Überlänge ist bei mir ja meistens ein Plus.

Bilder via BurdaStyle.de
Nachdem ich das Sommerkleid genäht hatte, war aber nicht mehr genug Stoff übrig. Da ich mir das Blumenmuster aber so gut für diese Bluse vorstellen konnte – schönen einfarbigen Stoff, der nicht halb durchsichtig war, habe ich leider nicht gefunden – habe ich meine Hefte nach etwas durchforstet, was vielleicht weniger Stoff benötigt, sich aber gut abändern lässt. Hängen geblieben bin ich dann bei Modell 106, ein einfacher Shirtschnitt mit kurzen Ärmelchen, die kein extra Schnittteil brauchen. Sehr praktisch, da Ärmel oft mehr Stoff als gedacht einnehmen können.
Also flugs das Teil genäht mit der einzigen Änderung, dass ich das Rückenteil verlängert habe und statt einem geraden einen abgerundeten Saum eingezeichnet habe:

Der Schnitt gefällt mir auch so schon sehr gut! Ein sehr schnelles Projekt, das wenig Stoff in Anspruch nimmt und doch wirklich was her machen kann. Wie ihr sehen könnt, ist das Teil auf den Bildern noch nicht versäumt und versäubert. Ich trage übrigens meine selbstegenähte Jeansshorts, die aber schon wieder auf meinem To Do-Stapel liegt. Wie die meisten meiner kurzen Hosen ist sie mir mittlerweile viel zu weit.
Der letzte Schritt war dann nicht mehr so aufwendig: in der Mitte auseinander schneiden, Blenden nähen, Knöpfe aussuchen (da habe ich wider Erwarten sogar bei Karstadt welche gefunden, die mir gefallen haben), Knopflöcher nähen.
Das Wetter war heute sehr düster, daher die trüben Bilder. Wenigstens ist hier die Farbe des Stoffs recht akkurat getroffen.
Auf dem ersten Bild sieht es für mich aus, als hätte ich eine schwarze Hose mit tiefem Schritt an und verdammt, das würde wirklich zusammen passen. Finde ich, mit meiner Nähfehler/Absicht-Look-Vorliebe. Da manifestiert sich eine neue Projektidee und ich weiß auch schon genau, welches Schnittmuster ich verwenden werde!
Die Bluse ist immer noch recht weit, ich überlege mir, hinten noch Abnäher anzubringen, aber ich mag diesen Schlabberlook ja ganz gerne und auch dass die Bluse irgendwie noch nach T-Shirt aussieht finde ich mal was Anderes.
Nachdem ich die Ärmel fertig hatte wurde ich spontan an ein Modell aus dem gleichen Burdaheft erinnert:

Bilder via BurdaStyle.de
Kimonobluse wird es im Heft genannt, beim ersten Blick auf die Fotostrecke dachte ich, dass das Teil für einen Bademantel aber etwas kurz ist.
Die Knöpfe haben einen Perlmuttschimmer, was man finde ich ganz gut erkennen kann, und einen Stich ins Rosafarbene, was man eher weniger gut erkennen kann.

Erstaunlicherweise gab es beim Knopflochnähen keine Katastrophe. Und dafür, dass ich sehr viel improvisiert habe, gefällt mir die Bluse außerordentlich.
Außerdem weiß ich gar nicht, warum ich früher so einen Hass gegen Knöpfe annähen hatte, das geht wirklich ratzfatz.


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