Betreutes Nähen: Show-and-Tellerrock (Wie, wo, was?)

Letzte Woche war der letzte MeMadeMittwoch vor der Sommerpause, den ich aber (bewusst) habe ausfallen lassen.
Man könnte meinen, dass ich wieder anfange, das Nähen schleifen zu lassen, aber das Gegenteil ist der Fall: vor lauter gezwungenermaßen-und-für-andere-Nähen komme ich gar nicht dazu ein neues Projekt anzufangen oder habe schlichtweg abends keine Lust mehr dazu, für mich selbst zu nähen.
Was für ein Glück, dass der Show-and-Tellerrock (get it?) längst fertig und bildlich dokumentiert ist. Phew! Ich war zum Glück so klug, die Motivation auszunutzen, solange sie da war.

Aber von vorne: nachdem ich so viele nette Kommentare und einige Fragen zu meinem Toile de Jouy-Tellerrock erhalten habe, habe ich mich entschlossen, eine Art Sew Along zu veranstalten. Wie der aussehen sollte war mir noch nicht ganz klar, da ich selbst zwar Sew Alongs als super Idee erachte, aber noch nie bei einem mitgemacht habe, weil mich einfach der Termindruck mehr hemmt als motiviert.
Es wird daher eher ein betreutes Nähen werden, wie eine meiner liebsten Kommentatorinnen es genannt hat. Ich schreibe eine Reihe von Anleitungen, von der Schnitterstellung bis zum letzten Stich, und wer möchte, ist natürlich sehr herzlich dazu eingeladen, mit zu machen. Über Rückmeldungen, Blogeinträge und Bilder von den fertigen Röcken würde ich mich natürlich unendlich freuen!

Mitnähen kann jede_r, mit oder ohne Blog, der Einstieg ist natürlich jederzeit möglich und für Fragen gibt es die Kommentarfunktion oder – zur Not – Email. Ersten Fragen habe ich mich auch schon in einem Blogpost gewidmet.
Los geht es nächste Woche. Den Zeitplan habe ich mir wie folgt überlegt:

Donnerstag, 24. Juli – Schnitterstellung und Zuschnitt
Montag, 28. Juli – das „Grundgerüst“ nähen, Nahtreißverschluss und Nahttasche einnähen
Donnerstag, 31. Juli – Saumverarbeitung und den Nahtreißverschluss einfüttern
Montag, 4. August – Bundverarbeitung, Finish

Zuerst wollte ich die Anleitungen im Wochenrhythmus veröffentlichen, aber sollte jemand mitnähen wollen, fände ich es fairer, die Person(en) nicht immer eine Woche warten zu lassen – ich selbst mag es auch nicht, wenn Projekte ruhen. Und, wie gesagt, jede_r kann in dem Tempo nähen, das angenehm ist.

Jetzt ist es Zeit für die Vorstellung meines Rockes, den ich meiner Freundin Laura genäht und geschenkt habe:




Ich hatte ja sowieso schon die Idee im Hinterkopf, noch einen Rock für eine Anleitung zu nähen, und als ich den Stoff gesehen habe, musste ich sofort an Laura denken – sie steht total auf Schäfchen und die Farbe konnte ich mir auch gut an ihr vorstellen.
Der Oberstoff ist aus fester Baumwolle, das Futter ist cremeweißes Venezia-Futter (mein Lieblingsfutter!).
Für so einen Tellerrock würde ich generell eher Stoffe mit etwas Stand empfehlen, also keinen feinen Seidensatin, Batist oder ähnliches. Aber andererseits bin ich auch der Meinung, dass Ausprobieren und den eigenen Kopf durchsetzen oft besser ist als manch guter Rat.

Stoffverbrauch und Zutaten

Der Stoffverbrauch ist abhängig von der Länge eures Rocks. Generell braucht ihr für den Oberstoff zweimal die Länge plus gegebenenfalls ein bisschen was zum Verschieben der Schnittteile, wenn ihr ein Muster an den Nähten abstimmen wollt.
Achtet aber darauf, wie breit der Stoff liegt! Liegt der Stoff nicht so breit, wie euer Rock lang sein soll, müsst ihr mehr Stoff einplanen, denn der Rock wird dann im rechten Winkel zum Fadenlauf zugeschnitten. (Darauf werde ich aber noch im ersten Post eingehen.) Da der Verschnitt leider recht groß ist, sollte der Bund daraus zugeschnitten werden können. Wenn ihr sicher gehen wollt, rechnet noch etwas mehr Stoff für den Bund ein.
Für das Futter gilt das gleiche wie den Oberstoff, allerdings braucht ihr kein Futter für den Bund (auch wahrscheinlich auch keine Zugabe fürs Muster).
Außerdem verwende ich ein Versteifungsband im Saum – je breiter, desto schönere „Wellen“ macht der Rock – ich habe ein 3,5cm breites verwendet. Erhältlich ist es auch unter dem Namen Crinoline oder horsehair braid. Im Stoffladen habe ich es noch nie gesehen, ich habe meins über Ebay bezogen.
Nahtreißverschluss, Haken und Öse (ich nehme gerne flache Bundhaken, die fast so breit sind wie der Bund), Taschenfutter (oder ein Rest vom Futter oder von einem anderen Stoff, wie ihr mögt) für die Nahttaschen, Satinband für die Aufhänger und Bundeinlage (ich habe diese vorgestanzte genommen) in der gewünschten Breite eures Bundes sind die restlichen Zutaten. Die können natürlich nach euren eigenen Vorlieben abgeändert werden, meine Vorlage dient ja nur der Orientierung.

Wer meinen Show-and-telll verlinken möchte, ist natürlich herzlich dazu eingeladen, ich hab da mal was vorbereitet:


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Wie sehen uns nächste Woche!

13 Kommentare zu “Betreutes Nähen: Show-and-Tellerrock (Wie, wo, was?)

  1. Oh, klasse! Ich möchte auch endlich einen richtigen tellerrock nähen – der einzige den ich habe hat keinen richtigen Bund sondern einen jerseybund, das find ich nicht so toll aber ich wusste es damals nicht besser.
    Also ich werd dabei sein (:
    Liebste Grüsse

  2. Liebe Jenny,
    ich freue mich wahnsinnig! Ich bin schon ganz aufgeregt, endlich werde ich einen TellerRock a la exclamation point nähen!!! Mein erster Gedanke: Er wird bis zu unserem Urlaub fertig sein! Vielleicht nähe ich eine alpenländische Variante und führe ihn jeden Tag in den Bergen aus? Meine Synapsen arbeiten schon…
    Der obige Rock ist wunderwunderschön, der schönste Anblick ist unter den Rock – mit Futter!
    Ich freue mich sehrsehrsehr und danke dir für das betreute Nähen :-)))
    Liebe Grüße,
    Kathrin
    PS: Gleich nach dem Spocht werde ich mal sehen, wen ich noch mitreißen kann.

  3. @DreiPunkteWerk: Danke danke danke! :) Ich habe auch einen Rock nach dem Schema genäht, der eher trachtig ist: aus dunkelblauem, warmen Wollstoff mit dünnem, großflächigen dunkelgrünen und dunkelroten Karo. Ich freu mich schon total, den im Winter auszuführen!

  4. mal sehen. ob ich es hinbekomme. ich glaube ich schaue schon mal nach etwas herbstlichem. freue mich jedenfalls auf deine anleitung!! liebe grüße ottilie

  5. Ich bin interessiert und froh, dass kein fester Terminplan existiert, denn ich weiß noch nicht, wie oft ich in den Sommerferien zum Nähen komme. Allerdings weiß ich nicht ob ich einen ganzen Teller nähen möchte, bei dickeren Stoffen wäre für mich ein Dreiviertel Teller wohl besser.
    Ich bin gespannt! Vielen Dank schon mal für deine Mühe!
    LG, Luise

  6. Nach einer sanften Erinnerung:
    Ich bin sehr verführt mitzumachen, dass war ich schon vorher. Aber ein Tellerrock an einer älteren Frau mit einer großen Taillenweite??????????? Ein halber Teller, dass könnte gehen. Ich werde noch eine Weile überlegen.
    Die Initiativer finde ich wunderbar und die Vorstellung diese Anleitung dauerhaft im Netz zu finden ist klasse. Es gibt sicher später einleutenderen Bedarf: Enkeltöchter, Schwiegertochter, Töchter, Schwägerinnen, Freundinnen………………
    Danke Mema

  7. Hallo Jenny,
    Ich möchte auch gerne mitmachen.Was hat es denn mit halbem oder ganzen Teller auf sich?Grüsse Petra

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