Samstag
08. Oktober
2011

A city wall & a trampoline

Ich weiß gar nicht, wie lange ich schon an diesem Projekt arbeite. Ich schiebe gar nicht gerne Sachen vor mir her, aber bei Nähprojekten muss ich manchmal einfach leider sehr kleine Schritte machen, selbst bei unkomplizierten. Aber mehr zu den versteckten Tücken später, jetzt soll es erst mal um die Burda easy fashion Herbst/Winter 2011 gehen.

Schon die Vorschau hat mich eher ernüchtert und das Heft an sich hat mich dann fast schon enttäuscht. (Das Stirnband aus Strick mit der XXL-Schleife – urgs.) Ich weiß gar nicht mehr, warum ich das Heft gekauft habe, wahrscheinlich wegen der Inspiration und den Tipps und Tricks. (Ist wie mit den Mickey Mouse-Comics, nech.)
Die Vorschau kann man auch online finden, allerdings nur zeitlich bedingt. Wer weiß in wie vielen Wochen oder Monaten dieser Link nur noch auf die Burda-Hauptseite führen wird.

Dafür, dass ich die H/W-Ausgabe so unterdurchschnittlich fand was Originalität und ja, fast schon Lieblosigkeit was teilweise die Produktion der Fotoshoots angeht, ist es umso erstaunlicher, dass ich gleich zwei Sachen aus genau dieser von mir ungeliebten Ausgabe nachgenäht habe, und das auch noch so zügig.

Da wäre zum einen der Obi-Gürtel aus der “Come as your are”-Fotostrecke, der mich zum Nachnähen angestiftet hat:


Dem Model steht er natürlich und passt zum Kleid, aber ich wollte keinen so breiten Gürtel, was bei mir sicher auch nicht vorteilhaft ausgesehen hätte und mir an mir auch nicht gefällt. Den Burda-Schnitt habe ich also guten Gewissens gar nicht beachtet, mir die Anleitung durchgelesen und einen Obi-Gürtel nach eigenem Ermessen gemacht:

Auch ein super Projekt für die Resteverwertung. Gut, Volumenvlies hatte ich auch nur zufälligerweise zur Hand, ansonsten hätte ich ein oder zwei Lagen Fleece-Rest genommen, sowas geht denke ich auch gut, wenn man die Lagen vor dem Nähen zusammenheftet.
Mit dem Obi-Gürtel war ich auch im Nu fertig und habe mich dem zweiten Projekt gewidmet, das ich eigentlich vor dem Gürtel angefangen hatte; der ist nämlich aus den Resten des Rockes entstanden:


Ich steht zur Zeit sehr auf Röcke, die Temperatur der letzten Wochen war auch super für Leggins und Strumpfhosen (die man, wenn es mittags über wieder sommerliche fünfundzwanzig Grad gibt, glücklicherweise auch einfach ausziehen kann :D ), die können bei mir ruhig bunt und auffällig sein.
Die Burda-Version des Rocks ist im ersten Bild des Beitrags zu sehen; im letzten Beitrag war das Bild auch in meiner To-Do-Stoffliste. Und wie im Original hat auch meine Version ein verborgenes Detail:

Der Satin-Rock hat einen dreilagigen Unterrock aus champagnerfarbenem Voile, was – meine ich – eher für Vorhänge und so weiter verwendet wird, aber ich bin total zufrieden mit meiner Wahl bis jetzt. Fühlt sich gut an und kratzt kein bisschen auf der Haut, rutscht nicht großartig herum, fällt traumhaft und war vor allem auch was für meinen doch eher schmalen Geldbeutel. Bloß sollte man sich mit dem Versäubern und dem Saum nähen nicht wie ich ewig Zeit lassen, das Zeit franst sehr aus, was die Verarbeitung ja auch wieder schwerer macht… Letzten Endes hat es ja aber super geklappt.
Rock und Unterrock sind separat, so dass ich Rock wie auch Unterrock einzeln anziehen kann (der Unterrock ist nämlich nahezu blickdickt). Mit Gummischlaufen und kleinen Knöpfen können sie aber verbunden werden, was aber eher einen Beruhigungsfaktor für mich hat, weil die zwei Röcke an sich gut sitzen und nicht groß verrutschen. Man kann sie auch leicht versetzt tragen, so dass der Unterrock nicht nur beim Umherwirbeln heraus guckt, wie auf dem letzten Bild angedeutet.
Burda hat den Rock als Näheinsteiger-Projekt gekennzeichnet, was an sich ja auch okay ist für einen Tellerrock, bloß wäre ich als Näheinsteiger wahrscheinlich am Saum verzweifelt. Ich habe einen Einrollier-Fuß für die Nähmaschine verwendet, der mir den Saum automatisch “einrollt” und näht und das so dünn, wie ich es von Hand nicht hinbekommen hätte. Hat beim Voile exzellent geklappt, beim Satin weniger, aber immerhin besser als es ohne geklappt hätte.
Einen Einrollier-Fuß würde ich aber nicht als Standardrepertoire bezeichnen und die von Burda empfohlenen Stoffarten sind auch nicht gerade das, was ich einem Näheinsteiger hinlegen würde. Den Bund aus Ripsband fand ich auch nicht so sinnvoll – sieht vielleicht edler aus, aber als Anfänger mit einer Burda-Anleitung einen nahtverdeckten Reißverschluss nähen ist schon heavy und große Verwirrung vorprorgrammiert. Ich habe zum guten alten elastischen Bund gegriffen, der wächst wenigstens mit seinen Aufgaben. :tongue:
Aber okay, es müssen sich ja nicht alle Näheinsteiger so ungeschickt anstellen wie ich damals.

Ich habe erst auf den Bildern gesehen, dass ich den Rock nochmal hätte bügeln sollen, oh well. Fällt im getragenen Zustand und in Bewegung aber schätzungsweise gar nicht so auf.
Ich finde wunderbar, dass der Rock so wandelbar ist, zumindest für meinen Geschmack. :D Passt sowohl zur Theaterpremiere als auch für den Alltag. Ich bin auch zufrieden mit meiner Wahl auf den champagnerfarbenen Unterrock, der Kontrast gefällt mir super – schwarzen Voile gab es nicht, die andere Alternative wäre grau gewesen. Aber ich finde es ganz witzig, wenn der helle Unterrock beim laufen und Rock schwingen hervor blitzt. :)

…Und noch eine Sache: Ich wurde schon öfter nach meinen Fotohintergründen gefragt. Ganz einfach: buntes Packpapier, das ich vor meinen Schrank hänge. Ich habe die Länge bis zum Boden ausgemessen (na gut, geschätzt) und von der Rolle zweimal diese Länge abgeschnitten. Da die Rollen nicht so breit sind wie ich den Hintergrund gerne hätte, habe ich einfach diese zwei Streifen auf der Rückseite mit Klebeband aneinander geklebt.
Gerade gibt es hier im Süden farbiges Packpapier bei Aldi, das in lila sehr ihr auf den Bildern. Reflektiert auch nicht, wie ich das schon mal bei blauem Einschlagpapier hatte. Nur so als kleiner DIY-Tipp.

Donnerstag
10. März
2011

Holy bobbin, Batman!

Ich bin mir nicht sicher, was die korrekte Bezeichnung des im Folgenden vorgestellten Kleidungsstücks betrifft. Ein Cape ist es wohl nicht, auch wenn der Begriff mir gefällt. Wahrscheinlich trifft es Bolero eher, oder einfach zu kurzer Pullover. Der Einfachheit halber lege ich mich für diesen Beitrag auf “Cape” fest, passt schließlich auch besser zum Thema Batman.

Ich habe das Teil schon vor einer ganzen Weile (vor Jahren? Ich weiß sicher, dass ich das Cape in der Oberstufe getragen habe) fertig gestellt, aber war dann im Dilemma gefangen, dass meine Kamera mich mit ihren schlechten Bildern in den Wahnsinn getrieben hat und ich nach jedem Versuch so frustriert war, dass ich keine Lust mehr hatte, das Cape zu präsentieren. Für Selbstaufnahmen ist meine kleine Digicam einfach nicht zu gebrauchen und hat zumindest in diesem Punkt ausgedient.

Vorhang auf! (und ein kleiner DIY-Tip) »

Samstag
31. Juli
2010

Upcycling: Plastiktüten

Ich bin jemand, der gerne schöne Sachen aufhebt. Dass ich trotzdem nicht viel Kruscht rumstehen habe liegt wohl daran, dass ich unterscheide zwischen “Dinge, die sich upcyclen lassen” und “Sachen, die ich wahrscheinlich nie wieder anrühre und total vergesse dass ich sie jemals besessen habe”. Letztere werden nicht aufgehoben.
Erstere hingegen sind toll. Zum Beispiel die Plastiktüten vom Comicshop. Normalerweise verzichte ich auf Plastiktüten weil ich sowieso eine Umhängetasche dabei habe, in die in der Regel alles reinpasst; oft habe ich auch eine Stofftüte mit die ärzte-ä drauf dabei, wenn ich weiß, dass ich einen größeren Einkauf tätigen muss. Aber zu Batman-, Peanuts- und anderen bunten Motiv-Tüten sag ich nicht nein.

Vielleicht fragt ihr euch jetzt was man bitte mit Plastiktüten machen kann ohne sie als, nunja, Tüten zu benutzen. Meine Antwort: viel!


 

 

Plastiktüten kann man nämlich ganz einfach verschmelzen und alle möglichen Sachen draus nähen, kleben, ich kann mir auch vorstellen dass sie sich gut für ein Buchcover oder eine Karte verwenden lassen.
Den Reißverschluss für mein neues Mäppchen habe ich aus einer alten Tasche, die ich danach weggeschmissen habe, ausgeschnitten. Der Futterstoff war ein Reststück aus meiner Stoffkiste.
Das Gute ist, dass das Plastik wasserabweisend ist, ein neuer Kulturbeutel ist auch schon in Planung, das Material ist dafür ja perfekt.
Alles was ihr braucht sind Backpapier, Plastiktüten und ein Bügeleisen. »

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