I will evoke the truth 'cause you're wasting, you're wasting your youth

Entutopisiert und ideologisch leer.

“Worum geht es bei euren Stück?”
Auf diese Frage ist mir die Antwort immer recht schwer gefallen. Vordergründig könnte man die Geschichte als Krimi bezeichnen – ein Lehrer, der sich mit der Ideologie und Moral einer Leistungsgesellschaft schwer tut, besucht mit seiner Klasse ein Effizienzseminar in London. Dort kommt es immer wieder zu Streit zwischen zwei Schülern, bis der eine verschwindet und später tot aufgefunden wird.
Aber worum es eigentlich geht ist die Kritik – an der Leistungsgesellschaft, an der Verrohung der Menschen, an das fehlen humanitärer Werte, an das Pushen der Jugend, “am besten durch die Schule, am schnellsten durchs Studium”, wie es im Stück so passend heißt. Während man sie moralisch zu Maschinen erzieht, damit sie im System aufgehen, gibt es andere, die sich dagegen auflehnen, symbolisiert durch die Widerstandsbandenanführerin Eva, die im Untergrund lebt und Banker ausraubt – “die Gesellschaft hat uns ausgespuckt, und jetzt spucken wir zurück.”.
Sätze aus dem Radio wie “Die Elite muss sich durchsetzen”, “der Kampf aller gegen alle hat begonnen” und “Recht ist, was dem eigenen Vorteil frommt” rechtfertigen die egoistischen Handlungen der Schüler, was den Lehrer an den Naturzustand erinnert und ihn verzweifeln lässt. Er muss seinen eigenen Weg finden, mit dem System umzugehen – Assimilation, Rebellion oder Isolation.

Wenn ich unser Stück jetzt über alle Maße lobe tue ich das nicht nur, weil ich es einfach genial finde, von der Thematik, der Kritik (mit der ich sehr übereinstimme), dem Bühnenbild und dem Skript, sondern auch, weil es unglaublich ist, bei so etwas dabei zu sein. Nicht nur zuzugucken, sondern die ganzen Ängste und Erfolgserlebnisse der Schauspieler, Techniker und dem Regisseur zu verfolgen, selbst ein Teil davon zu sein und zu beobachten, wie sein eigenes Zutun den Menschen einfach hilft, wie es ein Teil des Stückes ist ohne das es einfach nicht ginge, genau so wie ohne Bühnenbildner oder Techniker.
Es war verdammt hart. Wenn ihr das nächste Mal im Theater seid, klatscht nicht nur für die Schauspieler, sondern für alle, die daran beteiligt waren. Ich mit meiner Aufgabe als Kostümbildnerin war die letzte Woche jede Probe mindestens eine Stunde vor den Schauspielern da und bin mindestens zwei später gegangen als sie. Bis jedes Stück Klebeband weggeschmissen ist, bis jedes Kostüm wieder auf dem Bügel hängt, bis alles wieder ein- und weggeschlossen ist, bis die Technik stimmt und einprogrammiert ist, bis alle Videos geschnitten und gerendert sind sind eben mindestens zwei Stunden und etliche Nerven und Kraftreserven auf der Strecke geblieben.
Es macht verdammt fertig. Aber es macht auch verdammt glücklich. Es macht glücklich am Laptop zu sitzen und die Videos zu steuern und die Leute auf der Bühne durch einen Schlitz im Vorhang meiner “Medialounge” zu beobachten und zu wissen wie sie sich gefreut haben, als ich ihnen ihre Perücken überreicht habe. Wie die Schauspielerin von Eva gehüpft ist als ich ihren Mantel (selbstgenäht) mitgebracht habe. Wie stolz Harri, der den Lehrer spielt, war, als er mit dem Pullunder durch den Gang stolziert ist.
Und es ist so ein verdammt geiles Gefühl, das Ganze zu sehen, das ganze Stück und zu wissen wie viel Arbeit dahinter gesteckt hat und zu sehen dass es sich verdammt nochmal gelohnt hat, weil die Leute genial gespielt haben, die Technik gestimmt hat, alle Einsätze perfekt waren, und der Applaus scheinbar kein Ende nehmen wollte. Und dann steht man auf der Bühne und grinst und grinst und kann die Leute nicht sehen, nur hören, weil der Spot einem ins Gesicht scheint und man ist viel zu glücklich und kaputt als irgendwas anderes zu denken als dass Leute, die sich nicht anstrengen wollen, es nie so weit bringen werden.

Heute um 19.30 Uhr ist die zweite Aufführung von “Was bleibt”, einer Adaption von Ödön von Horváths “Jugend ohne Gott”, in der Turnhalle des Ferdinand-Porsche-Gymnasiums in Stuttgart-Zuffenhausen.
Viele Bilder, wenig Kommentar »


veröffentlicht am 17. Juli 2010, 14:12 Uhr von Jenny | 1 Kommentar »
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Mädchenflohmarkt in Stuttgart – hört, hört.

Ich bin ja jemand, der in der Regel nie was mitbekommt, und wenn, dann erst im Nachhinein. Umso besser, dass Sabrina auf ihrem Blog vom Flohmarkt berichtet hat, der heute stattgefunden hat. Aufgemacht war das Event als ein Mädchenflohmarkt mit Prosecco, Cupcakes und DJ. Ausstellen durften nur Mädels, und der Großteil der Besucher war ebenfalls weiblich. Die meisten Exemplare sahen für mich ziemlich gleich aus, oder ich hab immer die gleichen H&M Basics-Tragenden Mädels gesehen. Bezweifle ich aber.
Als Laura und ich eingetroffen sind war es unglaublich voll – man kam kaum durch, hatte kaum eine Chance auch nur einen Blick auf die Stände zu werfen und die Raumtemperatur und Luftfeuchtigkeit neigte sich dazu Verhältnisse wie im Amazonienhaus der Wilhelma anzunehmen (wow, das Teil hat sogar nen eigenen Wikipediaartikel!).
Den Weg hat man ganz gut gefunden, man brauchte nur der Schlange der Pseudo-Hipster-Girlies folgen, die am Straßenrand saßen. Vor der alten Mercedes Benz-Niederlassung saß auch noch mal ein ganzer Haufen davon auf dem Boden, daher wussten wir, dass wir hier richtig sein mussten.
Gleich am Eingang wurden wir angesprochen ob wir uns fotografieren lassen würden, weil wir so einen coolen Style hätten (Laura: “Ich hab auch.” Ironie, Leute!). Jap. Wir haben uns einfach mal durchs Erdgeschoss gekämpft, aber wie gesagt: Etwas zu viel Andrang zum gemütlich Rumkruschteln. Also wurde Suche nach Miss Harrcore und Alexa gemacht. Im ersten Stock hatten wir Erfolg. Da hat Laura auch einen Rock und ein Tuch/Schal gefunden und gekauft, für insgesamt 5 Euro. Das sind für mich Flohmarktpreise. 65€ für ein Paar Schuhe, äh ja, da hat man auf Ebay glaube ich mehr Erfolg als auf nem Flohmarkt.





Nachdem wir eine Runde gedreht hatten hatten wir auch schon genug, bei dem Ansturm konnte man sich sowieso nur fortbewegen, indem man sich durch die Menge schlängelt.
Weil es so sonnig und warm war sind wir noch auf die Königstraße gegangen und ich bin jetzt um einen neuen Batmancomic reicher. Hurra!

Ach ja, ich arbeite an einem neuen Layout, wie immer im Hintergrund, also es tut sich hier auch was obwohl ihr nichts mitbekommt. Kann aber noch Monate dauern, wie immer bei mir. Es sind zwar Ferien, aber die Abizeitung muss ich auch noch layouten und seufz. Ihr kennt das ja.


veröffentlicht am 22. Mai 2010, 19:33 Uhr von Jenny | 4 Kommentare »
Kategorien: Fotos, soundso | Tags: , ,

Sieh mal an.

Wir haben ein riesiges Windlicht im Garten, gebastelt aus dem Eis, das in unserer Regentonne gesteckt hat und einer großen Kerze.
 






veröffentlicht am 26. Dezember 2009, 0:42 Uhr von Jenny | 8 Kommentare »
Kategorien: Fotos, soundso | Tags:
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