Mittwoch
25. Januar
2012

Gradient

Da die Badewanne sowieso schon von meinem ersten dip dye-Versuch schmutzig war, habe ich gleich weiter gemacht mit der Farbschlacht. Damit sich das Wanne putzen dann auch lohnt…

Die Idee, Strumpfhosen zu färben, stammt nicht von mir. Wer genau damit angefangen hat, weiß ich nicht, aber ich habe gehört, dass dieser Blog einer der ersten war, der darüber geschrieben hat. Wie dem auch sei! Ich bin sowieso totaler Fan von bunten und ausgefallenen Strumpfhosen und Leggins und trage sie auch oft zu Shorts. (Ich betone noch einmal, dass ich mich über Strumpfhosen-freundlicheres Wetter sehr freuen würde! Nicht zu warm, nicht zu kalt, nicht zu nass. Wenn schon Ansprüche stellen, dann richtig.)
Ich habe diese Färbemethode selbst ausprobiert und muss mich wirklich zusammenreißen, mich nicht mit zig verschiedenen Strumpfhosen einzudecken, um sie einzufärben. Gefällt. Gefällt sehr!
Wirklich wichtig ist, wie ich gemerkt habe, dass der einzufärbende Stoff wirklich gut nass ist und gleichmäßig ins Farbbad getaucht wird. Den unteren Teil der Strumpfhose habe ich mehrmals eingetaucht, damit die untere Partie auch wirklich dunkler ist als die obere.
Wichtig ist allerdings, wenn ihr das nachmachen wollt, dass ihr darauf achtet, Textilfarbe zu verwenden, die für synthetische Stoffe wie Nylon und Elasthan/Lycra vorgesehen ist. Ich hab meine sehr schnell und günstig über Ebay gefunden.

Dienstag
22. November
2011

How would you cope if the world decided to make you suffer for all that you were?

Als ich vor einigen Jahren die ersten Gehversuche mit der Nähmaschine unternommen habe, habe ich mir gerne Inspiration von einer Livejournal-Community geholt. Ich weiß gar nicht mehr, wie sie heißt, weil ich auch schon lange nicht mehr dort vorbei schaue. Es ging eher um die Weiterverarbeitung oder das Aufpeppen von bereits vorhandenen Kleiderstücken als um die Selbsterstellung von Klamotten und hatte viele dankbare Projekte für Anfänger zu bieten.
Im Kopf geblieben ist mir allerdings Lex mit ihrem Label Smarmy Clothes. Ich habe schon damals ihre Farb- und Musterzusammenstellung und die Weiterverarbeitung von Band-T-Shirts bewundert (sie betreibt übrigens auch eine Tutorialseite).
Jahre später bin ich dann auf eine Kollektion von Maya Hansen gestoßen, ich weiß gar nicht mehr ob der Link in Zusammenhang mit Smarmy Clothes genannt wurde oder ob ich selbst beides in Verbindung gebracht habe. Jedenfalls finde ich die Kombi Korsett bzw. Korsagenoberteil plus Bandshirt verdammt cool. Damals habe ich auch schon erste stümperhafte Versuche in diese Richtung unternommen, bin aber am Jersey der Shirts verzweifelt. Viel hat sich da auch nicht geändert. Heute weiß ich zwar mehr, aber gewisse Dämonen fordere ich nur ungern heraus.

Vor ein paar Wochen habe ich das Projekt Korsage dann aber in Angriff genommen. Den Anstoß dazu hat wahrscheinlich die Korsage gedient, die ich auf dem Flohmarkt gefunden habe, ganz schlicht in schwarz, sieht eher aus wie ein trägerloses Top als eine Korsage. Das Tragegefühl war so überraschend angenehm, dass alle Zweifel beseitigt waren. Ich habe das Gefühl, dass meinem Rücken die gerade Haltung, die man durch die Stützstäbchen hat, total gut tut; ich habe mich auch nicht wie befürchtet eingeengt gefühlt und Luft holen war auch kein Problem.
Also: let’s do it. Da man angenehmer Weise eher wenig Stoff benötigt, habe ich geguckt, was meine Reste so hergeben und mich dann – unüblich bei mir, aber super hilfreich! – an die Skizzen gesetzt:

Ein Unterbrustkorsett ohne Schnürung sollte es werden (also die Skizzen links), Farbschema schwarz/rot. Nächster Schritt: Zuschneiden und Materialien zusammensuchen.

Zuerst habe ich ein Probeteil aus festem Baumwollstoff genäht. Den habe ich von meiner Großcousine, die ihn von der Schwiegermutter bekommen hat, falls ich das richtig im Kopf habe. Probeteil hat nach ein paar Änderungen gepasst und wurde wieder auseinander genommen, um den Oberstoff damit zu verstärken. Das funktioniert super! Der Oberstoff ist ein ziegelroter Satin, von dem man nicht richtig sagen kann ob er rot oder orange ist, teils mit Polkadot-Tüll überzogen (ich dachte ich brauche diese Reste niemals auf, und tada! Eines Besseren belehrt.), als Futter schwarzen Futterstoff und zum Schließen Reste des Haken-und-Ösen-Bandes, das ich auch schon jahrelang besitze und nicht angerührt habe. Bei manchen Dingen warte ich eben gerne auf das Projekt, vor allem, wenn sie so teuer sind wie das Band…
Nicht abgebildet sind Korsettstäbchen, Satin-Schrägband und Satinband, mit dem ich die Nähte verdeckt habe.
Viele Arbeitsstunden später sieht das Ergebnis so aus:

Ich bin verdammt stolz. Gut, am Futter hab ich übel geschlampt, aber hey, ich wollte fertig werden und irgendwann ist dann auch meine Geduld zu Ende. Aber mit dem Rest bin ich erstaunlich zufrieden. Ich hatte weit weniger Probleme und Nervenzusammenbrüche als erwartet, dafür, dass das Ergebnis so überzeugend geworden ist. Wahrscheinlich, weil ich im Voraus geplant und ein Probestück gemacht habe. Es passt auch super, ist an ein paar Stellen vielleicht einen Hauch zu groß, aber das macht nichts. Vielleicht ist es auch eher eine Korsage als ein Korsett, so stark formt es meinen Körper nämlich nicht.
Der Soundtrack (und Namengeber) für dieses Teil war Girls like you von The Naked and Famous: don’t you know people write songs about girls like you?

Das Outfit werde ich übrigens an der nächsten Premiere anziehen, ich freue mich enorm. Diese Premiere wird mein vorgezogenes Weihnachten. Nein, besser, aus Weihnachten mache ich mir nicht viel.

Mittwoch
01. Juni
2011

Inspiriert von Brigitte Bardot (laut Burda)

IMG_1926

Ab und zu kaufe ich mir ganz gerne mal ein Heft von Burda. Nicht jeden Monat, denn das wäre mir zu teuer, aber wenn die Schnitte mich ansprechen und ich noch keine Ähnlichen besitze, nehme ich sie gerne mit. Der Preis rentiert sich jedenfalls wenn man mehrere Schnitte aus dem Heft verwenden kann oder möchte, finde ich.
Die Fotostrecken sind größtenteils auch sehr inspirierend und zwischendurch gibt es auch immer ein paar DIY-Tipps.

Aus dem Heft 6/2011, das oben im Bild ist, hat es mir unter anderem das Kleid auf dem Cover – aus der Brigitte Bardot-inspirierten Fotostrecke – angetan. Also habe ich mein Vorhaben, die Kleider- und Rockherstellung erstmal sein zu lassen, gebrochen (nur dieses eine Mal!). Verwendet habe ich Stoffreste, die eigentlich für etwas Anderes gedacht waren, zu dem ich aber lange nicht gekommen bin und das Projekt sowieso schon fast aufgegeben habe. Solange der Stoff nachbestellbar ist, ist das ja aber nur halb so schlimm.

Von dem beigefarbenen Stoff, der oben im Hintergrund zu sehen ist, hatte ich die richtige Menge da, aber ich wollte eine andere Farbe für das Kleid. Ich habe es mit blauer Textilfarbe eingefärbt und heraus kam lila. Nicht schlecht, gefällt mir. Sogar die Tupfen sind noch leicht zu sehen wenn man genau hinguckt.

Ballon Dress

Ballon Dress

Ballon Dress

Die Schleife ist eine Übergangslösung, bis ich mir etwas Anderes ausgedacht habe; den Gürtel vom Cover wollte ich nicht nachbasteln, ich finde das Seidenband passt ganz gut zu dem Kleid.
Ich würde allerdings empfehlen, einen sehr leichten Stoff zu nehmen, mir bauscht die Baumwolle etwas zu sehr, es hält sich aber noch in Grenzen.
Für den Sommer ist der Schnitt aber top. Das Kleid werde ich wahrscheinlich am Freitag ins Theater anziehen, wenn es denn mal aufhört zu regnen und wieder etwas wärmer wird. :D

Das Team von Bastelwunder hat übrigens meinen Blog vorgestellt, was für eine nette Überraschung!
Wenn ihr mehr crafty Blogs sucht, schaut mal in die Blogroll, die ist eine kleine Schatzkiste, was das betrifft. :)

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