Montag
07. Februar
2011

Schere Stift Papier

Ich habe schon mal erwähnt, dass ich kein Tagebuchschreiber bin, zumindest nicht im klassischen Sinne. Ich habe kein Bedürfnis danach, jeden Tag etwas aufzuschreiben oder jede Kleinigkeit festzuhalten. Manchmal schreibe ich wochenlang nichts in mein “Gedankenbuch” (in Ermangelung eines besseren Wortes), manchmal mehrere Tage hintereinander, aber dann auch mehr Gedanken als was mir am Tag passiert ist. Achja, und meine verqueren Träume natürlich.

Eine etwas andere Art des Tagebuchs sagt mir schon mehr zu: Scrapbooking. Ist auch freundlicher für meine geringe Ausdauer was das tatsächliche Schreiben mit Stift angeht.
Durch Zufall habe ich entdeckt, dass es total viele Blogs gibt, die sich damit beschäftigen; der erste, auf den ich gestoßen bin, war glaube ich dieser hier.
Schöne Inspirationen sind dabei, aber als ich mich mal mit Laura darüber unterhalten habe, habe ich ihr zustimmen müssen, dass die meisten Sachen unserem Ermessen nach zu geschniegelt sind. (Außerdem sagen wir nein zu fertigen Kits und ja zu mehr Eigensinn.)
Ab und zu würde es mir echt Spaß machen, wie früher mit buntem Papier und Kleber rumzuwerkeln, nur jeden Tag wäre mir das zu umständlich.
Daher habe ich mich entschlossen – tada! – ein Traveljournal zu machen. Zwar dauert es noch, bis ich wieder in den Urlaub fahre, aber seit ich die Bilder auf Dispatch from LA gesehen habe, habe ich mir fest vorgenommen, zumindest ein kleines Journal zu machen. Ein Mini-Journal, wie Amanda sie macht, wäre ideal, finde ich.
Wenn ich die Gallerie des Lissabon-Journals sehe, kriege ich jetzt schon Fernweh und Lust zu basteln. Besonders toll finde ich die Aufmachung dieses Journals von Catherine auf ihrem Blog My View. Die Journals auf PolkaDotRobot schaue ich auch gerne an, um Anregungen zu finden. Fehlen nur noch Inhalte und Bilder, die ich im Journal unterbringen muss.

Eine andere Überlegung meinerseits hat sich mit einem Problem, das ich schon ewig habe, beschäftigt: Ich kann keine Papiere in Taschen und Rucksäcken aufbewahren, ohne dass sie komplett zerknittern (es sei denn sie stecken in Ordnern o.ä.). Als wir in der zwölften Klasse das Zeugnis in die Hand bekommen haben, dachte ich sofort: das war’s. Es gab keine Hülle dazu, keinen Ordner wie sonst, einfach nur ein Blatt Papier. (Und wer nimmt am letzten Schultag seine Ordner mit?) Ihr könnt euch denken, wie es jetzt aussieht. Nichtmal kleine Notizbköcke überstehen den Transport in meiner Tasche, irgendwann stehen die Hälfte der Blätter abgeknickt zur Seite weg und der Rest hat auch schon Eselsohren. Ein ewiges Dilemma, das mich enorm auf die Palme bringt. Ich oute mich hiermit als Person mit starkem Ordnungsbedürfnis, falls das noch nicht offensichtlich war.
Was mir eben Kopfzerbrechen bereitet hat, war, dass ich in den nächsten Monaten auf jeden Fall Notizen machen muss, ein Din A 4-Spiralblock aber zu unhandlich und zu unstabil ist. Wenn ich damit versuchen würde, im Stehen, ohne Unterlage, etwas zu notieren, würde das nur in Gekrakel und verdrehten Armen enden.
Ergo: Ich brauche etwas in kleinerem Format, mit möglichst stabiler Rückwand.

Im Internet hatte ich vor dieser Erkenntnis schon viele sogenannte fabric folder gesehen, Portfolios mit Stoffüberzug, in denen meistens ein Notizblock und viel Platz zum Unterbringen von Stiften und Zetteln ist.


© Niesz Vintage Fabric

© LittleBigGirl Studio


Die Stoffe dieser Versionen sind zwar nicht ganz meins, aber mit ein bisschen roten und schwarzen Polkadots stelle ich mir so ein Portfolio ganz cool vor.
Vielleicht bis auf die Tatsache, dass der schöne Stoff schon nach zwei Tagen aussehen würde wie durch eine Mondlandschaft gezogen.
Wenn etwas nicht strapezierfähig ist, ist es in meinem Alltag leicht fehl am Platz – Gebrauchsgegenstände fasse ich ungern nur mit Samthandschuhen an.

Auf einem anderen Blog stieß ich schließlich auf eine andere Idee, die sich wunderbar mit meiner Ausmist- und Wegwerfphase gedeckt hat.


© MaryJanes and Galoshes

Man nehme ein altes Hardcoverbuch, Einschlagpapier, Kleber und voilà.
Unter den Lateinbüchern, die wir mal umsonst in der Schule bekommen haben, weil die auch nichts mehr damit anfangen konnte, war sogar ein Hardcover. An sich sah es schon ganz nett aus, ich habe kein Foto, aber es hatte Retro-Charme. Leider nicht genug um mich umzustimmen, Packpapier als Einband zu nehmen.
Hardcoverbücher bekommt man bestimmt sehr günstig in der Bücherei, da gibt es doch ab und zu immer einen Verkauf von ausgemisteten Sachen. Ansonsten: Stichwort Flohmarkt. Wenn ich irgendwann noch so ein Portfolio machen möchte, werde ich da suchen, da hat Laura neulich auch sehr günstig alte Bücher mit sehr schönem Einband erstanden. Man muss es nur noch übers Herz bringen, die Seiten zu entfernen.
Mein Hardcoverenotizblock sollte entfernt zum Thema Metropolis passen. Fragt nicht!
Ich hatte keinen Leim oder guten Papierkleber da, weswegen das Resultat etwas suboptimal ist, aber es stört mich nicht. Hals-über-Kopf-Bastelaktionen werden eben nur selten perfekt.
Das Buch habe ich mit Packpapier eingeschlagen, das hat farblich am besten zu dem Bild gepasst, das ich mal aus einer Broschüre ausgeschnitten habe. Ein paar Zeitungsfetzen und natürlich mein standardmäßiges gemaltes Auge (um von der durchscheinenden Schrift wenigstens etwas abzulenken).



Die Bilder sind eigentlich in der falschen Reihenfolge. Das Auge ist hinten, der Maschinenmensch vorne.
Für den Notizblock-Teil habe ich einfach einige Seiten aus einem Spiralblock aus Schulzeiten gerissen und mit der Papierschneidemaschine zurecht geschnitten.

 

Das Fach für Zettel ist etwas provisorisch. Vielleicht reiße ich es irgendwann raus und bastel ein neues hin, mal sehen. Bis jetzt hat es seinen Zweck super erfüllt.

Abschließend habe ich dem Einband noch eine Schicht DesignFreeze verpasst. Ich liebe es, es ist jetzt als hätte das Papier eine dünne Schicht Plastik oben drauf. Es ist wasserabweisend (abwischbar! Fast immun gegen Schmutz!) und sehr viel stabiler. Nur Papier als Einband wäre bei meinen Verhältnissen schon in kurzer Zeit voller Macken und Risse.

Als nächstes kritzel ich noch Sprüche auf den Einband. Je surrealer desto besser, harhar.

 
Wahrscheinlich ist es nicht unbedingt aufgefallen, dass manche Bilder ein neues Format haben. Und hoffentlich bessere Qualität. Mit meiner alten Digitalamera konnte ich einfach nicht mehr zufriedenstellend arbeiten, daher habe ich die Investition gewagt und eine neue Kamera gekauft, die mir das Fotografieren hoffentlich sehr vereinfacht und ich keine zwanzig Bilder mehr schießen muss, bis eins darunter ist, das nicht verwackelt oder unscharf ist.

Montag
17. Januar
2011

Gesehen und inspieren lassen: Petticoat

Trotz des grauen Wetters hat es Laura und mich am Samstag auf den Flohmarkt verstoßen. Endlich eine Gelegenheit, meinen neuen Petticoat auszuführen!

Die Inspiration dafür habe ich für eine neue Ausgabe der Webfundstücke in der Hinterhand gehabt, aber ich habe mir überlegt, meine Quellen zusammen mit meinen eigenen Werken zu veröffentlichen, also halb Fundstück- und halb Do it yourself-Beitrag.

Für alle, die noch nichts oder wenig von Petticoats wissen: man zieht sie unter Röcke oder Kleider an, um deren Form und Fall zu beeinflussen, sie sorgen für Volumen.
Bei genügend Lagen können sie auch blickdicht sein und als Rüschenröcke getragen werden – finde zumindest ich.

Meine Lust auf einen Petticoat wurde auf Make it and love it zum ersten Mal geweckt. Das ist schon eine ganze Weile her. Hier berichtete die Autorin von dem Stück, das sie für ihre Tochter gefertigt hat. Ich liebe die kräftigen Farben und den tollen Fall.
Da die Angaben aber für eine Kindergröße sind und zudem noch in Yards und Inches, habe ich mich nur grob an dem Tutorial orientiert.


© make it and love it

Ich habe mich für eine schwarze Variante entschieden, da diese meiner Meinung nach am universellsten und unauffälligsten ist. Außerdem habe ich einen anderen Stoff verwendet, da an einer anderen Stelle davon abgeraten wurde, Tüll für einen Petticoat zu verwenden, da das Material nach dem Waschen seine Form verliert und auch unangenehm auf der Haut sei.


mit zerknittertem Hintergrund und die Aufmerksamkeit dem Bildschirm schenkend.

Zum Vergleich: beides Mal mit selbstgenähtem Rock (der aber zu einfach ist, als dass ich ihm einen eigenen Eintrag gewidmet hätte), links ohne Petticoat und rechts mit.


das Treiben auf dem Bildschirm ist immer noch spannender als die Kamera.

Und viel edler fühlt es sich auch an! :D Ich kann es kaum erwarten, ihn zusammen mit meinem Rockabilly-Kleid zu tragen.

Dienstag
31. August
2010

Webfundstücke 01

Zusammen mit dem neuen Layout* bringe ich euch die erste Liste der Webfundstücke. Hier habe ich ja schon meine ersten Gedanken dazu geäußert. Ich denke, die Struktur wird sich noch ändern, weil ich ein kleiner Perfektionist bin und erst noch austüfteln muss, wie mir diese Art von Eintrag am besten gefällt.

*Mir war nach Abwechslung, deswegen ist das Layout anders als meine vorherigen. Femininer und kritischer, wenn man es so beschreiben kann. Das gleiche könnte man auch über mich sagen – aber Outfitposts und Schminke werdet ihr trotzdem hier nicht finden, das bleibt beim Alten.
Ich werde aber über Themen schreiben, die ich hier bisher nicht angesprochen haben, die gehen aber eher in die Richtung Gesellschaft und Medien.
Ich hoffe ich halte es auch durch, mehr über Selbstgemachtes zu berichten.

Ich habe mir gedacht, dass ich mich bei den Fundstücken nicht auf Nähzeug beschränken werde, weil es erstens so viele Sachen gibt, die ich nachmachen möchte oder inspirierend finde, die gar nichts mit Nadel und Faden zu tun haben und zweitens der Großteil meiner Leser über keine Nähmaschine oder große Nähkenntnisse zu verfügen scheint.

Los geht’s also mit Runde eins.

Für mich sind Kassetten ein unersetzbarer Teil meiner Kindheit, und wie cool ist bitte dieser Geldbeutel? Zwar würde ich dafür keine meiner geliebten Die Drei ???-Kassetten opfern, aber ich habe hier noch unbespielte Kassetten rumliegen, da würde es mir auch nichs ausmachen, wenn das Teil sich nach einer Weile in seine Bestandteile auflöst.

Bevor mein neues Handy (inkl. Kopfhörer) meinen Mp3-Player abgelöst hat, hatte ich ständig das Problem, dass das linke und rechte Kabel meiner Ohrhörer sich irgendwann getrennt haben. Ich hatte also zwei lange Kabel am Körper, mit denen ich ständig an der Jacke, Tasche, etc. hängen geblieben bin und mir so selbst die Hörer aus den Ohren gerissen habe. Außerdem haben sich die Teile in der Tasche und im Rucksack schrecklich verheddert und verknotet.
Bei meinen neuen Ohrhörern kann das nicht mehr passieren, aber ich finde die Idee der Reißverschlusskopfhörer genial. Damit wär mir viel erspart geblieben!

Ich besitze keine tolle Kamera, bei dem einem irgendwann der Arm schwer wird, aber ich finde diese buten Kameratrageriemen so toll, dass ich mir auch einen für meine mittlere-Qualität-Digicam machen werde. Auf Make it & love it ist eine Anleitung, wie man seinen eigenen Riemen aufpeppen kann, wer ihn aber nicht einnähen möchte (so würde es mir gehen), kann sich auch einen eigenen nähen.

Würde sich meine Nähutensiliensammlung nicht auf zwei Kistchen von Ikea erstrecken, würde ich diese Aufbewahrungsbox nachmachen. Ich liebe bunte, zusammengewürfelte Stoffe. Und ich weiß, dass da “Child’s sewing kit” steht, aber wen juckt das? Bunte Stoffe inspirieren mich und Ordnung ist das halbe Leben. Zumindest für mich.

Bei meinem Batmangeldbeutel habe ich mich von dem Tutorial inspirieren lassen. Auch hier sieht man wieder: Bunte Stoffe → Nachmachfaktor.

Hier habe ich noch eine total simple aber geniale Stiftebox gefunden. Allein schon vom Bild ist es offensichtlich, was man tun muss. Außerdem habe ich einen hilfreichen Artikel über Nähmaschinenfüße gefunden. Auch hilfreich fand ich den Artikel Ten ways to ruin your sewing. Für Leute wie mich, die nie Haushaltskunde oder wie das heißt hatten, und durch trial and error Nähen gelernt haben oder lernen, ein sehr guter Ausgangspunkt.

Mir ist erst im Nachhinein aufgefallen, dass ich nur englische Tutorials benutze. Ich finde einfach, dass es mehr liebevoll gestaltete englischsprachige Tutorials gibt. Wer schlecht englisch kann, hat somit auch die Gelegenheit, seine Sprachkenntnisse zu verbessern. :P

Soll ich beim nächsten Mal alles unter einen Weiterlesen-Link packen? Mich stört es nicht, wenn Bilder auf der Hauptseite sind, ich habe sie ja verkleinert, damit die Seite nicht ewig lädt. Andererseits hat man dann immer so einen Ewiges-Scrollen-Erlebnis. Was meint ihr?

 « 1 2 3