Wenn die Nähmaschine schon schwarz eingefädelt ist, kann ich ja gleich meinen Petticoat umarbeiten, hab ich mir irgendwann Ende Januar gedacht. Blickdichter wollte ich ihn machen, so dass ich ihn tatsächlich auch solo tragen könnte, und nur noch eine Schicht sollte er haben. Das Volumen sollte er beibehalten, aber nicht mehr so verknittert aussehen.
Ich hab nicht viel Zeit mit Auftrennen verschwendet, sondern das Ausgangsmodell einfach auseinander geschnitten – puh, das ist schon über ein Jahr her, dass ich den genäht habe. Diesmal habe ich alle vertikalen Nähte als Französische Nähte verarbeitet, das kannte ich damals noch gar nicht. Somit habe ich nirgends offene Stoffkanten, die kratzen können.
Die neue, verbesserte Version gefällt mir eindeutig besser. Vielleicht nicht so schön puschelig wie die, die man meistenst in Onlineshops sieht, aber andererseits ist das ja wieder das Gute daran, dass das ein Unikat ist.

Als Zugabe gibt es noch einen roten Polkadot-Tellerrock. Das Stoffteil war ein Reststück und hatte schon einen Riss, den ich aber geflickt habe und der entweder unterm Shirt oder zwischen den Falten verschwindet. Außerdem habe ich noch eine seitliche Nahttasche mit Reißverschluss eingefügt. Bestimmte Sachen wie Handy und Schlüssel habe ich am liebsten direkt bei mir. Im Rucksack oder in der Tasche suche ich meistens eine Weile, bis ich die Sachen griffbereit habe und werde paranoid, ob sie mir nicht aus der Tasche geklaut worden sind. Außerdem gehöre ich zu den Personen, die einen Anruf oder eine SMS eher über den Vibrationsalarm als über das Klingeln mitkriegen, das höre ich meistens gar nicht, wenn mein Handy in einer Tasche steckt.
Der Rock hat auch noch eine Lage roten Futterstoff bekommen, damit er schöner liegt und nicht an der Strumpfhose nach oben rutscht. Habe ich das erste Mal bei einem Rock gemacht, finde ich auch entspannter beim Tragen.
Den Saumabschluss mit Schrägband ist nicht gerade mein Favorit, aber ich wollte keine Länge verschenken. Die Nahtzugabe durch ein anderes Stück Stoff, das unten angenäht und dann nach Innen umgeschlagen wird, zu ersetzen, war mir dann zu aufwendig, also Schrägband it is. Damit kann ich leben.
Noch schnell eine Anmerkung in eigener Sache: Vielleicht habt ihr mitbekommen, dass Google Friend Connect demnächst nur noch für Google-zugehörige Blogplattformen nutzbar sein wird, falls ich das richtig im Kopf habe. Die Einbindung bei WordPress und Co. wird demnach nicht mehr möglich sein. Wenn ihr meinem Blog also weiterhin folgen möchtet, könnt ihr das über die in der Sidebar angegebenen Alternativen. Ende der Durchsage!
Da die Badewanne sowieso schon von meinem ersten dip dye-Versuch schmutzig war, habe ich gleich weiter gemacht mit der Farbschlacht. Damit sich das Wanne putzen dann auch lohnt…
Die Idee, Strumpfhosen zu färben, stammt nicht von mir. Wer genau damit angefangen hat, weiß ich nicht, aber ich habe gehört, dass dieser Blog einer der ersten war, der darüber geschrieben hat. Wie dem auch sei! Ich bin sowieso totaler Fan von bunten und ausgefallenen Strumpfhosen und Leggins und trage sie auch oft zu Shorts. (Ich betone noch einmal, dass ich mich über Strumpfhosen-freundlicheres Wetter sehr freuen würde! Nicht zu warm, nicht zu kalt, nicht zu nass. Wenn schon Ansprüche stellen, dann richtig.)
Ich habe diese Färbemethode selbst ausprobiert und muss mich wirklich zusammenreißen, mich nicht mit zig verschiedenen Strumpfhosen einzudecken, um sie einzufärben. Gefällt. Gefällt sehr!
Wirklich wichtig ist, wie ich gemerkt habe, dass der einzufärbende Stoff wirklich gut nass ist und gleichmäßig ins Farbbad getaucht wird. Den unteren Teil der Strumpfhose habe ich mehrmals eingetaucht, damit die untere Partie auch wirklich dunkler ist als die obere.
Wichtig ist allerdings, wenn ihr das nachmachen wollt, dass ihr darauf achtet, Textilfarbe zu verwenden, die für synthetische Stoffe wie Nylon und Elasthan/Lycra vorgesehen ist. Ich hab meine sehr schnell und günstig über Ebay gefunden.
Jersey ist so ein herrliches Material mit so vielen Macken. Wäre die Verarbeitung nicht so eine Herausforderung, würde viel viel mehr Klamotten aus Jersey machen. Fällt geschmeidiger als Baumwolle, ist elastisch, recht pflegeleicht und so gut wie knitterfrei und das Tragegefühl-Spektrum reicht von flauschig-warm bis luftig.
Da ich keine Overlock-Maschine besitze habe ich mir eine Zwillingsnadel zugelegt. Nur mal so zum Ausprobieren. Viel habe ich davon nicht erwartet, da ich von Anfang an der Überzeugung war, dass die Nadel nach ein paar Stichen ganz bestimmt brechen würde. Das klingt vielleicht übertrieben pessimistisch, aber meine Nähmaschine ist so alt wie ich (wenn auch in top Zustand) und ich konnte mir nicht wirklich vorstellen, dass Zwillingsnadel und alte Nähmaschine miteinander funktionieren. Tun sie aber, und wie! Das macht die Jersey-Verarbeitung viel erträglicher. Richtig gute Freunde sind wir immer noch nicht geworden, aber besser leiden können wir uns auf jeden Fall.
Es ist schon eine ganze Weile her, dass ich einen Ballen grauen Jersey von jemandem abgestaubt habe – ich habe das Ganze erst kleinteilig verarbeitet, so kleinteilig, dass der Berg gar nicht weniger geworden ist (gefühlt). Nachdem ich gemerkt habe, dass ich mit der Zwillingsnadel recht gut zurande komme, wollte ich sehen, ob dieser Ballen nicht auch noch ein Top hergibt. Ich wusste schon, dass da Löcher im Stoff waren, als ich ihn bekommen habe, hatte aber keine Ahnung, wie glücklich oder unglücklich die im Stoff plaztiert waren. Also alles ausgebreitet und siehe da – da springt nicht nur ein Top bei raus, sondern sogar ein Longtop! Oder ein Minikleid, wie man will.
Als Vorlage habe ich mir ein Kleid aus der easy fashion Herbst/Winter 2009 rausgesucht:

Bildquelle: Burdastyle.de
Ich mag beide Kleider total, obwohl ich mich nicht als ein Pailetten-Freund einordnen würde. Naja, man kann sich ja auch über sich selbst täuschen. Den Ballon-Effekt beim weißen Kleid finde ich super, aber das würde auch bedeuten, dass ein Futter nötig ist, worauf ich aber nicht nur mangels Futterstoff verzichten wollte. Ich habe auch die Falten am Vorderteil weggelassen, die man hier nicht wirklich sehen kann, und die Armlöcher etwas verkleinert… Bei Tops habe ich das ständige Problem, dass mir die Armlöcher viel zu tief hängen. Außerdem habe ich den Saum hinten abgerundet und an den Trägern innen gehäkelte Wäschehalter mit Druckknöpfen angebracht, damit weder BH- noch Jerseykleidträger verrutschen, das ist von außen natürlich unsichtbar. So viel ist vom ursprünglichen Schnitt also gar nicht geblieben.
Ganz unspektakulär. Wer genau hinschaut, sieht vielleicht, dass ich einmal rotes Garn und unten am Saum schwarzes Garn verwendet habe. Das hat natürlich einen guten Grund, denn nachdem der “Rohbau” fertig war, ging das Färbeexperiment los: erst habe ich das komplette Stück rot gefärbt, dann wurde es in schwarze Farbe getunkt um einen Verlauf zu schaffen:

Ich finds großartig und freue mich schon darauf, das Teil endlich tragen zu können!
Gut, der Verlauf ist etwas streifig. Allerdings musste ich die Bilder auch aufhellen, bei den düsteren Lichtverhältnissen, die draußen herrschen, sind die Bilder einfach nichts geworden. In Original ist der Verlauf etwas gleichmäßiger, bzw. es fällt nicht so sehr auf wie auf den Bildern. Der Rand unten ist auch etwas dunkler in Wirklichkeit. Und für das erste Mal “dip dye” ausprobieren bin ich super zufrieden!
Der zweite Durchlauf hat noch viel besser geklappt, aber darüber schreibe ich dann im Laufe der Woche.
Bloglovin'
Google+
Blogger
Flickr