Donnerstag
03. Mai
2012

Alles war aus Gold

In der Wohnung meiner Großeltern hing seit ich mich erinnern kann im zweiten Wohnzimmer ein kleines Regal aus sehr dunklem Holz. Es hing hinter der Tür und beherbergte allerlei Sammelfigürchen aus Zinn. Ich erinnere mich an einen Fingerhut, ein Bügeleisen und ein altmodisches Telefon. Als Kind habe ich mich oft gefragt, was der Sinn dieser Figuren war und ob sie eine Geschichte erzählen; ich habe wohl nicht ganz kapiert, dass sie einfach nur Nippes waren.


Das Regal ist schließlich in meinen Besitz übergegangen. Je älter ich wurde, desto charmanter fand ich die unperfekte Verarbeitung und die Aufteilung der Fächer. Die Größe finde ich auch praktisch – ich habe meinen Objektivdeckel mit ins Bild geschmuggelt für den Größenvergleich. Ich dachte erst, mein Opa hätte es vielleicht selbst gemacht, aber auf der Rückseite ist ein Aufkleber, auf dem “made in spain” steht.

Für mein Zimmer war das Teil mir aber zu dunkel. Also bin ich zum Baumarkt gefahren und habe mir Sprühfarbe besorgt. Elfenbein und Gold. Ich wollte gerne ein sehr helles Regal, die goldene Farbe war eine Eingebung. Türkis hätte ich mir auch gut vorstellen können, aber das gab es nicht.
Mittlerweile sieht es so aus, für das Foto mit allerlei Krimskrams gefüllt, weil ich noch nicht ganz entschieden habe, was seinen Platz darin finden wird (Nähutensilien? Nagellacke?):


Bei mir hängt das Regal auch hinter der Tür, neben meinem Spiegel.
Die Idee mit dem Schlüsselhaken kam mir spontan im Baumarkt. Den Haken habe ich mit Powerstrips angeklebt. Ich mag die Optik, ich assoziiere das mit alten römischen Hotels, in denen alle Schlüssel an einem Schlüsselbrett hinter dem Empfangstresen hängen. :tongue:
In zwei der Abteilungen habe ich mit Kleister Teile von einer Landkarte aus Rom geklebt. Vielleicht werde ich die auch noch ein bisschen auf antik trimmen, aber vorerst bin ich zufrieden.


Mittwoch
04. April
2012

Stoffkisten-Nachschub

Kaum, dass ich meine Stoffkisten von ungewollten und nicht verwendeten Resten getilgt habe, liefere ich gleich Nachschub… Aber man mistet schließlich aus, um sich von Altlasten zu befreien und Platz für Neues zu machen, oder?
Am Montag habe ich also eine große Tüte Stoff durch die Stadt nach Hause geschleppt (und vorher auch noch einen Abstecher in die Theater-Werkstätten gemacht und meinen Theaterkarten-Vorrat für diesen Monat gesichert). Vor allem habe ich ja diesmal an den Reste-Wühltischen zugeschlagen, da ist das Glück bei meinen letzten Besuchen wirklich auf meiner Seite gewesen.
Zum Beispiel der blaue Stoff auf dem oberen Bild. Ich hatte schon Ende letzten Jahres den Plan, einen Bikini oder Badeanzug zu nähen, allerdings sind solche Elastik-Stoffe nicht gerade ein Schnäppchen. Den 1,20m-Rest habe ich für zehn Euro erstanden und bin super zufrieden, weil ich ursprünglich auch blau als Farbe geplant hatte. Zwar dunkler, marineblau, aber das helle Blau finde ich auch schön. Ich habe hier auch noch Synthetik-Textilfarbe in dunkelblau, die Option den Stoff (teilweise?) zu färben besteht also auch noch.
Ich habe da übrigens an ein High Waist-Retro-Modell gedacht, die Schnittmuster dazu habe ich auch parat:


Bildquelle: Burdastyle.de

So oder so ähnlich, bei dem Oberteil bin ich mir jetzt schon sicher, dass mir das in Elastik zu viel Tamtam sein wird. Meine Nähmaschine stellt sich schon bei Jersey ungeschickt an. (Passenderweise habe ich mir vorgenommen, mir T-Shirts für den Sommer zu nähen. Natürlich aus Jersey. Das wird was. Der weiße Jersey mit dem Hippo-Print ganz oben auf dem Stapel war auch ein Rest.)


Der Stoff mit den Streifen ist super anschmiegsam und erinnert mich auch wegen dem Muster an ein Pali-Tuch. Würde mich nicht wundern, wenn das nahezu reine Baumwolle oder Leinen wäre. Würde sich ziemlich gut als Nachthemd oder so machen. Oder sieht der zu sehr nach Gefangenenkleidung aus?
Der grün-schwarz karierte Stoff ist eindeutig ein Kunstfasergemisch, fühlt sich aber nicht so schrecklich nach Plastik an, dass ich ihn nicht als Kleidungsstück tragen würde.
Da beide Stoffe zwischen zwei und drei Meter lang sind, würden da ja sogar eventuell mehrere Projekte bei rausspringen.


Für einen Schnäppchenpreis habe ich diese 1,20m Kunstleder erstanden. Ziemlich am Rand ist ein kleiner Fehler, der aber nicht ins Gewicht fällt. Beim Zuschnitt kann ich den ganz gut umgehen.
Das Kunstleder ist wunderbar weich und griffig und fällt toll. Ich habe erst gesehen, dass es Kunstleder ist, als ich die Rückseite betrachtet habe. Ich freu mich darauf, das zu verarbeiten! Ich bin mir nur unsicher, ob ich eine Shorts oder einen Rock daraus machen soll:



Bildquelle: Burdastyle.de

Beide Modelle sind aus der neuen easy fashion F/S 12, die habe ich jetzt schon ins Herz geschlossen. Die Shorts hat das Burda-Team auch einmal aus Leder gearbeitet, wobei mir der Muschelsaum zu verspielt ist. Allerdings würden 1,20m mit Glück und Zuschnitt-Geschick auch eine lange Hose hergeben (ich habe nicht sehr lange Beine) – ich bin unentschlossen. Das Kunstleder bleibt erst mal eine Weile in der Kiste, da will ich nichts Hals über Kopf machen. Was meint ihr?


Dieser Picknickdecken-Feeling-Stoff war Meterware und ist bereits verarbeitet – leider hat es am Dienstag angefangen zu regnen und für ein Kleid aus diesem Stoff braucht man Frühlingswetter. Fotos werden gemacht sobald die Sonne wieder raus kommt!

Und der türkis-weiß-orange-gelbe Stoff ist auch schon zugeschnitten. Der ist so schön sommerlich farbenfroh. Mehr über das Projekt demnächst!

Donnerstag
01. März
2012

Projekt Lieblingsburda: Hotpants

Burda-Hefte durchblättern hat eine wunderbar inspirierende und irgendwie auch meditative Wirkung auf mich. Enorm aufgefallen ist mir, dass in den Heften von Frühjahr- und Sommermonaten viel mehr nach meinem Geschmack ist als in denen der Herbst- und Wintermonate. Diese Hefte habe ich, nachdem die komplette Vorschau online und überhaupt nicht mein Fall war, auch schön im Kioskregal stehen lassen.

Mittlerweile hat sich ein klarer Favorit in meinem Burda-Schuber hervorgetan: das Juli-Heft 2011. Es gibt natürlich noch andere Schätzchen, die ich immer und immer wieder von vorne bis hinten durchblättere, aber dieses Heft ist ziemlich gut auf meinen Geschmack zugeschnitten.
Ich habe so für mich ein kleines Projekt gestartet: nach und nach die Teile, auf die ich schon ewig ein Auge geworfen habe, auch nach zu nähen. Projekt Lieblingsburda. (Wobei es auch -burdas heißen könnte, wer weiß, was dieser Frühling so an Schnitten bringt.)

Angefangen habe ich recht spontan vor einer Weile mit der Shorts aus eingangs erwähntem Juli-Heft; Burda hat das Teil in bequemem Jersey umgesetzt, finde ich auch gut zum rumfläzen und auch als Nachtwäsche. Hatte aber keinen Jersey in entsprechender Qualität da, dafür aber ein Elasthan-Gemisch, von dem ich nicht mal mehr weiß, wofür ich es ursprünglich verwendet habe.


Bildquellen: burdastyle.com

Es war nur noch ein kleiner Rest da, der nicht einmal mehr einen Bund hergegeben hat, geschweige denn großzügige Nahtzugaben. Den Bund habe ich dann einfach aus schwarzem Jersey gemacht, in dem ein Gummiband steckt. Gemütlich.

Der Saum ist mit schwarzem Kunstfaserschrägband einrolliert – hätte ich ihn umgeschlagen, wäre die Hose einfach zu kurz geworden. Der Sitz ist ziemlich bescheiden, wenn ich die nochmal nähe, werde ich auf jeden Fall im Schritt etwas verändern müssen. Aber da ich mir sowieso nichts Großes von diesem Kurzprojekt versprochen habe, kann ich nicht meckern. Es ist wirklich eine richtige Hotpants geworden, aber mit Leggins werde ich sie schon im Alltag tragen können. Außerdem ist sie ein super Teil für Longtops, da sieht man auch nicht, dass sie nicht gut sitzt.

Wahrscheinlich ist es kein Zufall, dass ich anfange, nach Frühjahr-Burdas zu nähen. Wir sind ja auf dem besten Weg zum Frühling, endlich! Könnt ihr es auch nicht mehr erwarten, bis es nicht mehr so düster ist, oder macht euch das nichts aus?

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