Mittwoch
05. Oktober
2011

Serious sewing business

Vor ein paar Wochen habe ich meinen Stoffvorrat ausgemistet. Rausgeflogen sind alle Stücke, die zu klein für Taschen sind und sich nicht für Probestücke eignen. Ich war erstaunt, wie viel Platz ich danach wieder in den Stoffkisten hatte. Gut, ich bin auch eher Radikalausmisterin, bereue aber auch sehr selten, etwas weggeschmissen oder -gegeben zu haben.
Nach der Ausmistaktion habe ich mir vorgenommen, keinen Stoff auf Vorrat zu kaufen. Das hat mehrere Gründe.
Erstens habe ich wie wir alle nicht unbegrenzt Stauraum. Zweitens habe ich wie wir alle nicht unbegrenzte finanzielle Mittel. Drittens finde ich es einfach erfüllender, wenn ich auch wirklich sehe, dass ich etwas abarbeite und ein Projekt vor Augen habe. Produktivitätssteigerung, sozusagen. Über sowas habe ich mir als ich angefangen habe zu nähen wirklich keine Gedanken gemacht, jetzt ist das etwas, was mich wirklich beschäftigt.

Erfreulicherweise bin ich nicht die Einzige, die sich über sowas Gedanken macht: bei Tilly and the buttons findet sich ein eigenes Projekt zum Thema Produktivität beim Nähen.
Die Idee mit der Liste hatte ich selbst schon, ist ja auch naheliegend. (Ja, es kam auch schon vor dass ich Stoff bestellt habe und beim Aufmachen des Pakets nicht mehr wusste, wofür ich diesen oder jenen Stoff im Sinn gehabt hatte…) Ich mag den Datenbank-Charakter der Excel-Tabelle sehr, allerdings war mir selbst eine Liste im Computer zu unspontan. Ich hatte eher an eine Art Skizzenbuch gedacht mit Fotos, Ausdrucken, Zeichnungen, eventuellen Stoffproben, Details zum Material und so weiter. Bestimmt zwei Wochen vor der Bestellung habe ich mir also meine Burda-Hefte gemütlich durchgeguckt und notiert, was ich nachnähen wollte, auf meinen Inspirationsseiten gesurft, ob ich vielleicht Anreize finde.

Oben ist meine Version der Liste zu sehen. Vorm Bestellen habe ich mir Projekte ausgesucht, die empfohlene Stoffmenge und -art notiert, falls vorhanden, und Bilder ausgedruckt. Eine Hilfe war das beim Bestellen allemal, aber als der Stoff dann da war, bin ich wankelmütig geworden. Soll ich den Jersey wirklich als Futter und nicht als Oberstoff für ein ganz anderes Projekt nehmen? Soll ich wirklich die Hose nachnähen? Der Stoff würde sich auch gut für ein spontanes anderes Stück eignen…
So kommt es mir jetzt vor, als hätte ich trotzdem auf Vorrat gekauft, weil ein paar Projekte mittlerweile weggefallen zu sein scheinen. Zumindest bin ich mir sehr unsicher, ob ich die Kleidungsstücke auch wirklich nähen soll (teils wirklich, weil ich den Stoff so schön finde und nicht anschneiden will, dann reicht er ja nicht mehr für die Fake-Quilt-Decke, von der ich träume…).

Zumindest habe ich jetzt genug Stoff für meine nächsten Projekte und ein paar Sachen sind auch schon in der Mache bzw. sogar fertig. Berichte und Fotos folgen natürlich – meistens fehlen dann nur so Kleinigkeiten wie den Saum fertig stellen. Und Zeit. Seufz.

Samstag
01. Oktober
2011

Näherbschaft

Wenn ich so höre und sehe, was für tolle Sachen Leute von ihren Omas bekommen haben – ganze Nähkästchen, schöner alter Stoff, Garn, alte Knöpfe, Gürtelschnallen die sowas von vintage sind – wünsche ich mir, dass meine Omas ein bisschen handwerklicher wären.

Diese Woche klingelte meine Nachbarin – sie habe von ihrer Schwiegermutter noch so viel weißes Garn und alte Knöpfe, ob ich davon etwas brauchen könne. Meine erste Näherbschaft! Außerdem habe ich noch zwei Scheren abgestaubt.

Allein schon das Design der Verpackung schreit “retro”, oder? :) Besonders toll finde ich das Logo der Firma. Leider steht nirgends ein Verkaufs- oder Fertigungsdatum.
Die Zickzackschere schneidet super, als hätte ich sie neu gekauft. Außerdem habe ich noch eine Zuschneideschere bekommen. Zusammen mit dem langen Wochenende heißt das hoffentlich, dass ich euch bald wieder ein paar Ergebnisse präsentieren kann. Die letzten Wochen waren etwas stressig, aber ich gewöhne mich langsam an die neue Routine. Außerdem hat ja die neue Spielzeit angefangen – die erste Premiere war ein voller Erfolg und ich freue mich auf die restlichen Stücke, die noch anlaufen werden. Theater ist so herrlich entspannend, finde ich, danach fühle ich mich immer richtig ausgeglichen. Und wenn ich Freunde und Bekannte treffe bin ich natürlich umso happier. :)

Ich hoffe, ihr könnt das lange Wochenende genießen. Was für ein herrlicher Herbst!

Sonntag
07. August
2011

Bad Romance

Wie versprochen zeige ich jetzt, was aus den Resten des Romantikstoffes entstanden ist. Einer der Gründe, warum ich überhaupt los bin, um Stoff zu kaufen, war eine Bluse aus der Burda Style 6/11. Auf dem Bild ist sie links abgebildet und wirkt recht unspektakulär, auf den Fotos aber hat sie mir total gefallen. Die Idee mit der fortlaufenden Knopfleiste ist simpel, aber fällt genau in das “Ist das ein Nähfehler oder soll das so?”-Schema, das mir so zusagt. Die Schulterpartie finde ich auch ziemlich süß, durch die Raffung wirkt die Bluse nicht so steif und formal. Und Überlänge ist bei mir ja meistens ein Plus.


Bilder via BurdaStyle.de

Nachdem ich das Sommerkleid genäht hatte, war aber nicht mehr genug Stoff übrig. Da ich mir das Blumenmuster aber so gut für diese Bluse vorstellen konnte – schönen einfarbigen Stoff, der nicht halb durchsichtig war, habe ich leider nicht gefunden – habe ich meine Hefte nach etwas durchforstet, was vielleicht weniger Stoff benötigt, sich aber gut abändern lässt. Hängen geblieben bin ich dann bei Modell 106, ein einfacher Shirtschnitt mit kurzen Ärmelchen, die kein extra Schnittteil brauchen. Sehr praktisch, da Ärmel oft mehr Stoff als gedacht einnehmen können.
Also flugs das Teil genäht mit der einzigen Änderung, dass ich das Rückenteil verlängert habe und statt einem geraden einen abgerundeten Saum eingezeichnet habe:

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Der Schnitt gefällt mir auch so schon sehr gut! Ein sehr schnelles Projekt, das wenig Stoff in Anspruch nimmt und doch wirklich was her machen kann. Wie ihr sehen könnt, ist das Teil auf den Bildern noch nicht versäumt und versäubert. Ich trage übrigens meine selbstegenähte Jeansshorts, die aber schon wieder auf meinem To Do-Stapel liegt. Wie die meisten meiner kurzen Hosen ist sie mir mittlerweile viel zu weit.

Der letzte Schritt war dann nicht mehr so aufwendig: in der Mitte auseinander schneiden, Blenden nähen, Knöpfe aussuchen (da habe ich wider Erwarten sogar bei Karstadt welche gefunden, die mir gefallen haben), Knopflöcher nähen.
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