Gegenüber der ehemaligen Wohnung meiner Oma ist ein Second Hand-Laden. Eigentlich ist es ein ganzes Haus und schon im Treppenhaus stehen Kartons mit Büchern, Keramik, Nippes. Der Laden ist einer der eher abgefahrenen Sorte, wo scheinbar nichts sortiert ist und viele Dinge einfach aufeinander gestapelt sind. Einige Räume waren nicht wirklich zugänglich, weil sie einfach vollgestopft sind.
Ich fühle mich in solchen Läden so viel wohler als in poshen Second Hand-Boutiquen.
Am Wochenende war ich zum ersten Mal seit Jahren wieder zu einem Zeitpunkt da, zu dem der Laden (das Haus?) auch offen hatte.


In den Fenstern lässt sich das Ausmaß des Chaos schon etwas erahnen. Während ich durch die Regale und Reihen aufeinander gestapelter Dinge gelaufen bin, war ich echt froh, nicht ständig etwas herunter- oder umgeworfen zu haben. Trotzdem habe ich mich da total wohl gefühlt. Das Tollste war, als ich die Treppe zum Dachboden entdeckt habe. Dort oben was nicht wirklich etwas von Interesse für mich, aber allein das Abenteuer-Feeling! Bei jedem Schritt haben die Bodendielen unter meinen Füßen gefedert und geknarzt, als würden sie demnächst nachgeben. Ich war auch die einzige Person da oben, die Beleuchtung war äußerst spärlich – etwas unheimlich war das schon, aber auf eine gute Art.

Das Bild habe ich am Computer aufgehellt, die originalen Lichtverhältnisse waren wirklich mau. Wie man sehen kann, steht man direkt unter dem Gebälk.
Viel habe ich tatsächlich nicht mitgenommen. Meine Garderobe habe ich erst vor Kurzem etwas aufgestockt und damit auch mehr Geld als sonst ausgegeben, ich wollte mich nicht in Unkosten stürzen. Ein bisschen feine Nähseide, circa 1,50m goldener Stoff für die Theater-AG, eine Rolle Spitze und einen Aufnäher wollte ich auch noch mitnehmen, die beiden letzteren hab vor Aufregung über diese Entdeckung im Regal liegen lassen (etwas ärgert mich das schon, aber ich bin mir fast sicher, dass sie bei meinem nächsten Besuch noch genau da liegen werden…):


Eine Kameratasche! Nicht gerade eine Schönheit, aber die Außenseite kann ich ja mit Stoff beziehen. Und einen neuen Gurt anbringen. Die Paspeln gefallen mir auch nicht so wirklich… Das wird ein Projekt! Sie ist auch etwas zu groß für meine kleine Canon, aber ich neige sowieso dazu, immer viel einzupacken. Wechselobjektiv, Makrofilter, was zu essen, was zu trinken, was zu lesen, Taschentücher, et cetera. Für Fotoausflüge also doch die richtige Größe.

Die Jeansweste habe ich dort noch im Keller gefunden. Verdächtig nach Neunzigern sieht die aus. Ob ich die noch mit ein paar Nieten aufmotze oder sie so lasse um sie nach Bedarf mit Buttons zu schmücken wird sich zeigen.
Entschuldigt das verwackelte Bild, ich hab darüber nachgedacht, wann wohl die nächste Gelegenheit sein wird, wieder im Second Hand-Laden vorbei zu schauen. Immerhin warten da die Spitze und der Aufnäher auf mich.
Inspiriert von der Sieben Sachen-Serie von Frau Liebe, aber in eigener Interpretation: sieben Sachen, für die ich letzte Woche meine Hände gebraucht habe. Für wie lange ist unwichtig.

Nägel lackiert – mein wahrscheinlich einziges Make Up-Ritual, falls man das so nennen kann. Mascara und Eyeliner verwende ich seit Jahren schon fast nur noch zu besonderen Anlässen, aber ohne Nagellack gehe ich fast nie aus dem Haus, weiß der Teufel warum, aber meine Nägel sind fast immer lackiert.

Stoffe von A nach B nach C getragen, in die Kiste, aus der Kiste raus – meine Finger jucken nach einem neuen Nähprojekt, aber ich kann mich nicht entscheiden. Wäre wahrscheinlich gut, wenn ich erst mal mein Hemdblusenkleid fertig stelle, aber ich ärgere mich so über den beknackten Ärmel.

Am Bahnhof habe ich dem Zeitungskiosk einen Besuch abgestattet und konnte nicht die Finger von dem Jamie-Magazin lassen. Seit Tagen blättere ich es immer wieder durch und kriege jedes Mal Appetit auf Pasta und Lust, diesen einen Kuchen mit Pistazie nach zu backen…

Die neue BurdaStyle mitgenommen, der eigentliche Grund für den Kiosk-Besuch. Seit langem mal wieder ein Heft, das mich etwas gereizt hat. Ich bin zwar nicht der Ansicht, dass das ein Must Have-Heft für mich ist, aber schöne Teile sind dabei.

Bett mit nagelneuer frischgewaschener und in der Sonne getrockneter Bettwäsche bezogen. Traumhaft, verzeiht mir den Begriff. Ich kenne niemanden, der es nicht liebt, in einem frisch bezogenen Bett zu schlafen.

Nochmal Schrank sortiert, ja, wirklich. Ich komme aus dem Auf- und Umräumen gar nicht mehr raus und weiß jetzt schon, dass das auch nicht das letzte Mal war diesen Monat.

Ganz oldschool: Farbband eingesetzt. Die Schreibmaschine ist neben dem kleinen Regal aus dem letzten Post ein weiteres Erbstück meiner Oma und funktioniert tadellos. Mein ganz persönlicher Journaling-Traum. Selbst kleinste Papierfitzelchen sofort maschinell beschreiben zu können, ohne Druckeinstellungen und Computer anmachen.
Inspiriert von der Sieben Sachen-Serie von Frau Liebe, aber in eigener Interpretation: sieben Sachen, für die ich letzte Woche meine Hände gebraucht habe. Für wie lange ist unwichtig.

Schöne Orte aus einer Landkarte ausgeschnibbelt.

Landkartenteile mit Leim aufgeklebt. Um was es sich für eine Stadt handelt, könnt ihr vielleicht schon erraten. Zu dem Projekt schreibe ich im Laufe der Woche mehr.

Erdbeeren mit Joghurt gelöffelt. Ich muss zugeben, dass es sich nicht um Erdbeerjoghurt handelt. Das Mischverhältnis war eine Schüssel Erdbeeren zu drei Teelöffeln Joghurt.

Ärmel eingesetzt.
Nicht, dass das an sich schon eine Herausforderung ist, nein, entweder habe ich oder die Burda Mist gebaut. Die Zwicke waren total falsch gesetzt. Entweder habe ich beim Zuschnitt die Teile nicht auf der linken Seite zugeschnitten oder da ist wirklich was bei der Schnittmustererstellung schief gelaufen.

In den alten Kochbüchern meiner Oma geblättert. “Tunke” – cook it like it’s 1955.

Zum Grillen Pizzabrot (nach diesem Schafskäsekranz-Rezept) mit Frischkäse-Paprika-Mais- und Frischkäse-Bärlauch-Füllung gebacken. Wie immer habe ich es mit der Füllung leicht übertrieben…

Das neueste Farbexperiment zum Trocknen in die Sonne gehängt.
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