
Verlassene oder heruntergekommene Gebäude und Gelände sieht man oft in Ungarn. Sehr oft. In Deutschland wäre es wahrscheinlich gar nicht möglich, dass so viele Gebäude so lange einfach sich selbst überlassen werden – irgendeine Baufirma würde sich der Sache sicher annehmen.

Ich war ja bereits schon als kleines Kind in Ungarn und danach auch immer wieder und ich muss sagen, dass sich an den meisten verlassenen Orten gar nichts getan hat, zumindest nichts, was den Zustand verbessert hätte.
Zum Beispiel gab es bei uns im Ort einen verlassenen Gebäudekomplex, von dem ich vermute, dass es mal eine Herberge oder ähnliches war – ein sehr großes Grundstück mit mehreren Gebäuden, durch manche Fenster kann man noch bezogene Betten erkennen, aber kein Zeichen von Obdachlosen oder sonstigem Leben dort, keine persönlichen Gegenstände, Unrat oder gar Unordnung. Das kurze Gras lässt aber vermuten, dass zumindest ab und zu jemand nach dem Rechten sehen muss.


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Müsste ich drei Eindrücke meiner Reisen durch Ungarn nennen, wären das verwaiste Gebäude, Märkte und die weite Öde der Puszta. Anders als blaues Meer und weiße Schaumkronen und Sand und Zypressen, aber nicht hässlich. Für manche vielleicht, weil die Landschaft tot aussieht, braungrün und endlos unter der stechenden Sommersonne und der drückenden Hitze, aber sie lebt. Zähigkeit und große Ruhe, denke ich jedes Mal, und die Landschaft hat einen Stich ins Lila durch die getönten Gläser des Autos und meiner Sonnenbrille.




Die letzten zwei Bilder zeigen die gleiche Aussicht. Von dem Steg aus kann man bis ans gegenüberliegende Ufer des Balatons sehen. An zwei Abenden hatten wir Hitzegewitter, das letzte Bild entstand bei solch einem. Leider war es so stürmisch dass mein Stativ auf den Holzplanken des Stegs nicht ruckelfest stand, sonst hätte ich Fotos mit längerer Belichtungszeit machen können.
Die erwähnten (Wochen-)Märkte gibt es in fast jedem Ort. Dort werden neben Gemüse, Fleischwaren, Obst und Blumen auch (teils gefälschte) Klamotten und Haushaltsartikel wie Körbe, Löffel, Töpfe, Tischdecken usw. verkauft.
Oft sieht man kleinere Stände mit selbst eingelegtem oder eingekochtem Gemüse und Honig und mindestens einen Stand mit typischer ungarischer Salami.


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Eine weitere, relativ ereignislose Woche ist rum. Der Schultrott hat wieder begonnen, die ersten Klausuren werden bald geschrieben und der Sozialstaat wird wahrscheinlich auch nicht mehr das sein, was er mal war.
Ich will wieder nach Giglio. Am Strand liegen und sich schon morgens um halb neun in der Sonne fläzen. Im Meer schnorcheln, das so klar ist, als würde man auf ne Glasscheibe gucken, und nachts mitten in einem Fischschwarm tauchen. Mitten im Wasser auf einem Felsen chillen und von da ins Wasser springen. Die Jungs bekochen und Karten spielen. Abends sofort einschlafen und morgens sofort nach dem Aufwachen wach sein. Mit dem Bus über die Insel fahren und das Meer aus jeder Perspektive sehen, während man verlassene Serpentinenstraßen hoch- und runterfährt. Die Tische von den Terasse auf die Straße tragen und dort grillen. Und vor allem bis spät nachts am Strand, an den Klippen oder in der Bucht liegen, vor allem in der Bucht, drei Leute auf einem Handtuch, und den Sternenhimmel angucken. Den wunderschönen Sternenhimmel mit so vielen und so hellen Sternen, dass es schon fast unwirklich ist. So viele Sternschnuppen, dass man schon vergisst, sie zu zählen. Ich will wieder hin. Ich muss einfach.
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