Comics und Kleister
Am Montag war ich bei Laura, wo ich etwas Kleisterpulver abgegriffen habe – danke nochmal! Jetzt kann ich endlich einige Projekte in Angriff nehmen, die mir schon länger im Kopf rumschwirren.
Dieser Post dreht sich allerdings um eine spontane Aktion. Seit Jahren bewahre ich USB-, Ladekabel und anderen technischen Kleinkram in einer Schuhschachtel auf:

Recht unspektakulär. Ich glaube der Grund, warum ich sie überhaupt aufgehoben habe, war das Loch in der Vorderseite und dass man den Deckel nach hinten klappen konnte.
Am gleichen Tag habe ich ein Lustiges Taschenbuch, das ich vor einer Weile auf dem Flohmarkt gekauft habe, durchgelesen, und so leid es mir auch tut, Comics zu zerschneiden, aufheben wollte ich es beim besten Willen nicht, eine Comic-Sammlung reicht mir. Naja, dafür ist es ja nicht komplett ins Altpapier gewandert, sondern hat durchaus noch einen dekorativen Zweck erfüllen können.

Phantomias und die Dünnli-Diät – bereits 1991 ein aktuelles Thema.

Nach dem Kleister anrühren habe ich einige schöne und/oder witzige Seiten aus dem LTB rausgesucht und mit dem Bastelmesser ausgeschnitten. Besonders toll fand ich die Story um Johnny Melody:

“Schluck!” – Ich finde es grandios, wie eingeschüchtert der Ganove von der Gitarre ist.
Weil ich nicht wusste, ob die Comicseiten durch den Kleister sehr aufweichen und durchscheinend werden würden, habe ich den Schuhkarton zuerst mit Packpapier zugekleistert. Im Nachhinein denke ich, dass die Seiten nicht wirklich transparent geworden wären, aber ich wollte die bunten Farben nicht durch das (eventuell) durchscheinende Schwarz ruinieren.
Nachdem diese Lage halbwegs trocken war, habe ich mit dem Kleister die Comicseiten draufgeklebt:






Die Seite mit der furchteinflößenden Gitarre hat einen Ehrenplatz erhalten.

Nochmal Johnny in seiner ganzen Pracht und die Lagerfeuerszene, die es mir ebenfalls angetan hat.
Ich bin mit dem Resultat sehr zufrieden. Ich dachte, ich schaffe es (wie immer) zig Luftbläschen, Knicke und Risse reinzuhauen, aber im Gegenteil, das Ergebnis lässt sich echt sehen. Es steht zwischen Lautsprecher und Fensterbank auf meinem Schreibtisch und ist wirklich ein Hingucker. Ja, ich bin begeistert.
Ich war früher eher der Micky Mouse-Magazin-Leser. Jede Woche habe ich es mir gekauft, auch als ich das Alter der Zielgruppe wahrscheinlich längst überschritten hatte. Dann kam Batman, aber das ist eine andere Geschichte. LTB habe ich mir eher zu “besonderen” Anlässen gekauft, wie die Fahrt in den Urlaub oder so. Ich war damals schon eher sparsam. Seit längerer Zeit habe ich mir vorgenommen, mal ein aktuelles Micky Mouse-Heft und LTB zu kaufen, um zu sehen, was sich alles verändert hat. Vor allem eine Phantomias-Geschichte würde mich locken; zusammen mit Tick, Trick und Track zählt er zu meinen liebsten Entenhausenern. (Bevor mich jemand tadelt was denn mit Darkwing Duck sei, der vielleicht, vielleicht auch nicht, die Disney-Variante von Robin Hood als meinen persönlichen Helden abgelöst hat: der wohnt nicht in Entenhausen. Na, wer kennt den Namen der Stadt, ohne zu googlen?) Nur vergesse ich das jedes Mal, wenn ich an einem Kiosk bin.
In dem LTB-Band von 1991, den ich hier verwendet habe, kommen mir manche Sachen nämlich recht seltsam vor. Zumindest für eine Comic-Enthusiastin. Vielleicht liegt es auch an meinem Alter, als jüngerer Leser nimmt man Dinge ja oft ganz anders wahr.
Da wäre einerseits das “bla… bla…”, das in Sprechblasen steht, um einen Redeschwall darzustellen. Ich möchte keine Vergleiche zu Batman setzen, da das für mich eine andere Comic-Liga ist, aber selbst für einen Comic der Kinder als Zielgruppe hat, finde ich das etwas lieblos. Die Wortwitze fand ich auch schlecht, aber gut, Geschmacksache. Ein_e Zehnjährige_r mag sich durchaus darüber amüsieren. Mich würde auch mal interessieren, wie ein Micky Mouse-Comic/LTB sich auf englisch liest.
Oh, und das hier ist eine Seite, die es definitiv nicht auf den Karton geschafft hat:

Bin ich die Einzige, der Mickys hämisches Grinsen Angst einjagt?
Zum Thema alte Comics, Sexismus in alten Comics (wenn es auch nicht das eigentliche Thema ist), Retro und Vintage habe ich noch einen Linktipp. Auf dem Tumblr-Blog comically vintage werden lustige, interessante oder komische Panels aus alten Comics vorgestellt, meistens mit einem Kommentar versehen, das genau meinen Humor trifft. Definitiv einer meiner Tumblr-Favoriten.
Einträge, bei denen ich das Herz in der Ecke oben gedrückt habe (wie “like” auf Facebook, y’know?): a boulevard of broken dreams; Benimm-Superman; strangled guard; the bag! the belt!. Viel Spaß beim Stöbern!
Find ich gut, die Idee! Könnt ich auch gebrauchen, weil jeder Scheiß ein eigenes Ladekabel braucht -.-
Mit LTBs konnte ich persönlich nie etwas anfangen, ich mochte die irgendwie nicht. Dafür hatte ich aber auch zig Micky Maus Hefte, allein schon wegen den super Geschenken! Aus heutiger Sicht vielleicht Schrott, aber hey, die hatten einen Lügendetektor! War zwar nur ein Ding, der bei Hitze die Farbe wechselte, aber wir Kinder glaubten ja alles^^
Zum Thema Sexismus fällt mir grad spontan Captain Future ein, kennst du die Szene? Schlägt eine Frau bewusstlos und kommentiert “Sie ist und bleibt nunmal eine Frau”. Musst ich nur grad denken^^
Und verdammt, mir fällt die Darkwing Ducks Stadtname nicht ein, dabei hab ich das früher jeden Tag geguckt! War aber nah dran, habs grad gegoogelt *schäm*
@Celina: Ja, das stimmt leider. Hab neulich wieder ausgemistet und viele (nicht mehr gebrauchte) Ladekabel weggeschmissen.
Ich mochte die Micky Maus-Hefte auch lieber. Und ja, die Geschenke waren immer sooo schrottig, aber total cool. Gummibänder-Abschieß-Pistole, hallo, das wünsche ich mir heute teilweise immer noch
Ich fand die Hefte auch relativ günstig, ich glaube 1,30€ haben die zu “meiner Zeit” gekostet? Ich finde das geht, viele Hefte sind ja total überteuert.
Witze, Tipps und Tricks fand ich immer am besten!
Mir ist zuerst auch nur der zweite Teil des Namens eingefallen, ohne diesen kleinen Zusatz
Das Lächeln macht mir auch Anst O,o