Das hier ist sowas wie ein Walkthrough.
Mich haben doch einige Leute gefragt, wie das mit dem Billie Joe Armstrong Typography Portrait, das ich für mein Liebeslyrik-Portfolio für Deutsch angefertigt habe, geht.
Was jetzt folgt, ist keine Schritt-für-Schritt-Anleitung, sondern nur die grobe Erklärung meiner Vorgehensweise. Das war das erste Mal, dass ich sowas gemacht habe, und bestimmt geht es auch einfacher – aber, wie gesagt, es soll keinen ultimativen Leitfaden darstellen, sondern nur erläutern, wie man es machen kann.
Ach ja, ein Bildbearbeitungsprogramm mit Ebenenoptionen ist hier die Vorraussetzung (es sei denn, ihr lasst Schritt 7 aus), genauso wie viel Geduld und Zeit. Ja, es hat sehr lange gedauert.
Schritt 1: Man sucht sich ein Ausgangsbild. Am besten ein großes. Ich habe es ziemlich praktisch gefunden, dass dieses Bild einen weißen Hintergrund hat, weil sich so die Umrisse der Haare deutlich abheben.

Schritt 2: Zum Bearbeiten habe ich die Transparenz des Bildes hochgeschraubt, bzw. die Sichtbarkeit runtergeschraubt. Nur damit sich der Text später deutlicher vom Bild abhebt und man auch erkennt, welche Teile man schon bearbeitet hat. Außerdem habe ich die meiste Zeit mit Zoom gearbeitet, das hilft mir einfach, genauer zu arbeiten.

Ich habe das Bild in drei Teile aufgeteilt, hier durch die Abgrenzungen verdeutlicht. Ich hab das aber einfach ganz spontan gemacht, ohne vorher so eine Unterteilung vorzunehmen, und es ist mir erst im Nachhinein richtig aufgefallen.
Für jeden Teil habe ich andere Songtexte verwendet: “Are we the Waiting” für die Haare (1), “Last Night on Earth” für die rechte, hellere Gesichtshälfte (2), mit Teilen von “Restless Heart Syndrome” als Lückenfüller. Die linke, dunklere Gesichtshälfte (3) besteht aus dem Text zu “Good Riddance (Time of your life)”.
Aber natürlich ist es jedem selbst überlassen, ob und wie er das Bild aufteilt.
Ich wollte nur BJs Kopf für das Portrait, also habe ich den Anzug und das T-Shirt gleich weggeschnitten.
Einige Teile des Bildes sollten besonders dicht mit Text gepackt sein:

Wieso? Weil wenn man hier große Textfragmente verwendet bzw. große Lücken lässt, erkennt man später nicht mehr viel vom Gesicht, und man möchte ja die Ähnlichkeit zur abgebildeten Person und deren Mimik erhalten.
Schritt 3: Ich habe einfach mitten im Bild angefangen, Text hinein zu schreiben. Meistens Wort für Wort, damit man Größenunterschiede, ideale Platzierungen, verschiedene Schriftarten ausprobieren kann.
Die Qualität des Ausgangsbildes ist hier schlechter, weil ich es vergrößert habe, das tut dem Endprodukt in dem Fall aber keinen Abbruch.

Starry nights, city lights coming down over me
skyscrapers, stargazers in my head
Nach und nach habe ich die Texte abarbeitet, und wenn ich am Ende angelangt war, ging es wieder von vorne los. Dabei habe ich den Text oft auch nicht der Reihenfolge angeordnet, oder so, dass man hin und her “springen” muss, um ihn zu lesen (den Text aus dem vorherigen Schritt habe ich hier grau eingefärbt, damit der neu hinzugefügte Text deutlicher hervorsicht; er würde eigentlich schwarz bleiben):

are we we are, are we we are the waiting unknown
this dirty town was burning down in my dreams
lost and found, city bound in my dreams
Schritt 4: Wiederholt das ganze einfach. Ich kann euch dazu keine Anleitung geben, und das will ich auch gar nicht, weil jeder hat seine ganz individuelle Kreativität, und nur damit kann man das Portrait eigentlich zu Ende bringen. Es gibt keine Regeln, wie man den Text anordnen soll, oder welche Schriftart man wann am besten nimmt.

Schritt 5: Es ist sogar egal, wie man die Umrisse (hier speziell die Haare) gestaltet. Ich habe zwei Arten verwendet:

An den Pfeilen seht ihr, dass die die abstehenden Strähnen möglichst genau wiedergeben wollte. Kann man, muss man aber nicht.

Auch hier habe ich zunächst angefangen, die Strähnen genau nach zu
Schritt 6: So sieht es dann aus, wenn das ganze Gesicht voller Text ist:

Um noch einmal zu verdeutlichen, was ich mit eng gepacktem Text gemeint habe (mit Zoom):

Schritt 7: Wenn das Portrait (fast) fertig ist sieht es etwa so aus:

Um den ganzen aufwendigen Einfärbeprozess, den ich auf mich genommen habe, zu verkürzen, bringt man jetzt das Ausgangsbild, das sich noch immer halb transparent als unterste Ebene findet, nach ganz oben, damit es über allen anderen Ebenen liegt. Die Sichtbarkeit wird wieder auf 100% und die Ebene auf Aufhellen, Negativ multiplizieren (Screen) oder was auch immer euer Programm bereithält gestellt. Probiert es einfach aus. Irgendwann sollte es so ähnlich aussehen:
Fertig.
wow. sag mir bitte noch mal, wie lange du daran gesessen hast? 3 jahre oder so? ^^ hammer. aber wie gesagt, es hat sich wirklich gelohnt. unglaublich. vielen dank für’s posten, ich werd’s direkt mal ausprobieren.
liebe grüße,
marijke
Damnit was für ne Arbeit.. ich hab mal diesen Eintrag in die Favos gepackt und iwann, wenn ich Zeit habe, werde ich das ja mal sowas von ultimativ nachmachen! Und dann wahrscheinlich gestresst und verärgert löschen, weils nicht so wird, wie ichs will
Keinohrhasen Deo… Merchandise halt, gab ja auch nen Ärzte Hammer.
Ah das ist ja großartig. vielleicht versuch ichs auch mal… hat lange gedauert bei dir oder? ist ja auch ne menge arbeiten.
jedenfalls wünsch ich dir jetzt schonmal einen guten rutsch ins neue jehr ^^
Das Tutorial gefällt mir totaaal gut. Ich werd’s bestimmt mal ausprobieren.
Wünsch dir ‘nen guten Rutsch ins neue Jahr!
Danke.
Jaaah, Abifahrt. Na ja. ;D