DIY: Auffrischung meiner Grundschulfähigkeiten, Bat-o-rama und Second Hand-Erfolgserlebnis
Ich kann gar nicht sagen, wann meine Romanze mit der Do it yourself-Mentalität angefangen hat. Seit ich mich erinnern kann habe ich selbstgemachte Sachen getragen und verschenkt, heute halte ich es nicht viel anders. Ich vermeide es, Geschenke zu kaufen, und Accessoires mache ich seit Jahren grundsätzlich selbst (oder lasse sie von Laura anfertigen
).
Während ich mir das Nähen mit der Nähmaschine erst vor ein paar Jahren komplett selbst beigebracht habe, habe ich Häkeln schon in der Grundschule gelernt. Ich habe gehäkelt, was das Zeug hielt – und nach der vierten Klasse war Schluss. Ein sehr kurzer Trend.
Vor einer Weile hat meine Mama das Stricken für sich wiederentdeckt, was mich dazu veranlasst hat, wieder eine Häkelnadel in die Hand zu nehmen (weil ich im Stricken noch nie gut war).
Mein Ziel war es, meine Wintermütze mit den Totenköpfen durch etwas Selbstgemachtes zu ersetzen. Das Resultat ist nicht ganz so, wie ich es wollte, aber ich bin zufrieden. Wer keine Anleitung benutzt und einfach drauf los häkelt, darf sich nicht beschweren oder wundern.

Ich habe zwei Knäuel Wolle gebraucht, circa 110m.
Ich werde definitiv noch eine Variante machen, die aber mehr Beanie-mäßig werden und im Idealfall Batman-Öhrchen und ein Batmanlogo in gelb haben soll. Wärmer sollte sie auch sein, mal gucken, ob ich da einen Futterstoff verwende oder eine doppelte Lage häkel.
A propos Batman. Neulich habe ich diese Haarspange gemacht:

Das Batmanlogo ist aus Fimo, das ich mit Heißkleber auf eine Haarspange geklebt habe. Ich hab noch ein zweites Fimo-Batlogo, weiß aber noch nicht, was ich damit anstellen werde.
Außerdem Ich wollte ein neues, naja, “Tagebuch” ist übertrieben, eher ein Buch, in dem ich willkürlich Erlebnisse, Gedanken und meine wirren (und nach einer Weile amüsanten) Träume festhalten kann. Ich schreibe nicht regelmäßig rein, aber es hilft mir oft, den Kopf klarer zu kriegen.

Für Cover nehme ich immer Pappkarton, den ich beklebe – hier Bilder aus einem Batman-Comic, den ich für Kreativzwecke gekauft habe (doppelt! Ich könnte es nicht übers Herz bringen, meine Comics zu zerschneiden). Außerdem mag ich es, wenn das Buch z.B. durch Gummiband zusammen gehalten wird.
Die Bindung ist mit einem Plastikbindegerät gemacht, das es mal bei Aldi gab, und mir schon oft gute Dienste geleistet hat. Die Cover bestreiche ich in der Regel noch mit DesignFreeze, einer Flüssigkeit, die Papier (oberflächlich) wasser- und schmutzabweisend und reißfester macht. Es fühlt sich dann ein bisschen an wie eine Plastiktüte.

Die Seiten sind naturfarben und rot. Kein besonderer Grund, ich hatte noch gefaltete Blätter da.
Vor einer Weile waren Laura, Jarkko und ich in einem Second-Hand-Shop, den ich zufällig in Feuerbach entdeckt habe. Das erste Mal erfolgreich. Bisher waren wir in schrecklich überteuerten Shops, bei denen wir die “rumkruschtel”-Atmosphäre vermisst haben.
Aber dieser war ganz nach unserem Geschmack, sogar Jarkko hat etwas gefunden und zwei Krawatten in super Zustand für je 10 Cent – meine ich – mitgenommen.
Ich habe eine Weste erspäht, die ich wegen den Haken und Ösen gerne auseinander nehmen wollte, und habe sie für 2,50€ gekauft – das zahlt man bei meinem regulären Stoff- und Nähzubehördealer auch für die gleiche Menge.

Auseinander genommen habe ich sie dann doch nicht. Ich habe überlegt, was sich daraus machen lässt – irgendwas Korsagen- oder Korsettartiges? – und habe sie schließlich in ihrer Funktion gelassen. Nur enger musste ich sie machen und hier und da ein paar Anpassungen, da es eine Männerweste war, die mir circa drei Größen zu groß war.

Einen großen Unterschied erkennt man auf dem Bild nicht. An den Seiten habe ich aber je ca. 15cm Stoff rausgenommen und die Weste mehr frauenkörperfreundlich gemacht.

Sieht auf dem Foto ungerader und wobbliger aus, als sie ist.
Fazit: Ich denke, ich werde öfter second hand kaufen. Beziehungsweise ich werde es tun, wenn ich etwas finde, das ich brauche. Ich habe mir vorgenommen, weniger “Fertigklamotten” zu kaufen, wobei ich ohnehin sehr wenig Klamotten kaufe, allgemein betrachtet.
Dinge selbst zu machen und zu re- bzw. upcyclen liegt mir sehr am Herzen und das ist für mich auch ein Versuch, bestimmte Unternehmen nicht zu unterstützen und dem Konsumterror zumindest in meinem eigenen Leben etwas entgegen zu wirken oder zumindest zu umgehen.
Haha, Second Hand WIN, H&M FAIL
Danke für die Erwähnung, du hast sogar die Batman-Kette an
Das Buch find ich toll! Vor allem das verschiedenfarbige Innenleben.
@Lura: Wie heißen Signatures auf deutsch? Ich wollte nämlich schreiben, dass die verschiedene Farben haben, aber das klang dann bescheuert weil ich den Begriff nicht wusste.
@Jenny: Ich weiß es nicht
Ich sag immer Signatures, aber ich glaub die heißen Heftlagen oder so.
@Lura: Ah, okay, ich glaube niemand sonst hätte mit dem einen oder anderen was anfangen können. ^^ Danke!
Wow, sehr cool. Vor allem die Weste, die steht dir super.
Ich bin im Moment auch wieder am Stricken und Häkeln. Ich hätte nicht gedacht, dass Stricken so einfach ist. Sag mal, wie sieht’s eigentlich aus mit deinem Praktikum? Was treibst du denn zurzeit so?
@Ani: Dankeschön!
Ich erinnere mich nur, damals mit Stricken schrecklich überfordert gewesen zu sein, habe mir aber vorgenommen, es irgendwann nochmal zu probieren.
Ich bin Kostümhospitantin für Metropolis!
Ich hasse diese Art von Einträgen von dir. Ich werd dann immer so tierisch neidisch, weil ich für sowas irgendwie zu ungeschickt bin. Ich habs nämlich schon versucht! Außer Häkeln. So gut wie JEDER, den ich kenne, hat in der Schule gehäkelt. Nur ich nicht. Wir haben zwar mit Nähmaschine genäht, was ich sogar einigermaßen hinbekam (okay, ich hab eine Maschine kaputt gemacht…), ich hab sogar son Nadel-Heftchen aus Filz genäht, und getöpfert haben wir auch, aber gehäkelt nie. Dabei kann man so tierisch viel daraus machen.
So ein Büchlein habe ich auch. Ich kleb da Konzertkarten rein, aber auch Kinokarten und schreibe Zitate auf, die mir gefallen und auch meine Träume. Kritzeleien… also so gut wie alles. Leute gucken da gerne rein, auch wenns eher privat ist. Und wenn die Seiten mal voll sind, ist sowas das coolste Buch der Welt.
Du erinnerst mich daran, dass ich mal versuchen wollte, mein Maskottchen zu nähen, aber Angst habe, einen Wutanfall zu bekommen, wenn es nicht so klappt, wie ich will…
PS: Feuerbach ist ein extrem cooler Name. Ich würd hinziehen!
@Celina: So geht es mir auch bei anderen Leute, vor allem aus den USA, weil da Stoffe etc. anscheinend viel billiger und überall zu finden sind. ^^
Es gibt total viele Tutorials auf Youtube zu häkeln, ich war auch total schnell wieder drinnen, vielleicht kann dir deine Mama ja auch weiterhelfen, so war es bei mir zumindest.
Haha, ich glaube wenn bei mir jemand reingucken würde würde er es sich ein zweites Mal überlegen, ob er mal wieder zu mir kommen will
Wutanfälle kenn ich sooo gut. Ich habe mehr als einmal meine halbfertige Mütze wieder aufgetrennt weil sie nicht so wurde wie ich wollte.
Als Kind bin ich immer total verzweifelt weil mir keiner sagen konnte, woher der Name kommt (der ergibt gar keinen Sinn!). Aber viel los ist da glaube ich nicht, ist glaube ich eher ein ruhigerer Stadtteil hier.