Donnerstag
13. Januar
2011

Weil Sprache für mich politisches Mittel ist, bin ich gerne mal übergenau.

Auf Arbeit habe ich manchmal ein Problem. Kein gravierendes, aber dennoch bringt es mich immer wieder zum Grübeln und hat mich auch schon einmal im Satz stocken lassen.
Meine Chefin hat mich gefragt, ob ich etwas über die Zugänge – neu ankommende Patienten und Patientinnen – wüsste. Für die Station zuständig war ein männlicher Angestellter, dessen Auskunft ich weitergeben wollte: “Ja, die kommen alle auf die E4, hat…” Ja, hat wer gesagt? Die “männliche Schwester”? Der Pfleger? Ich nannte also die letzte Variante, fühlte mich dabei aber komisch.

Ich finde die Berufsbezeichnung “(Kranken-)Schwester” an sich bescheuert und veraltet. Letzteres, weil sie bereits durch eine andere Bezeichnung abgelöst wurde, die benutzerfreundlicher und, finde ich, auch fairer den Ausübenden des Berufes gegenüber ist. Bei “Gesundheits- und KrankenpflegerIn” muss man keine umständliche Wortakrobatik vollführen, um Männer nicht sprachlich von dem Beruf auszuschließen. Und die weibliche Form lässt sich ebenfalls leicht bilden, keine der Parteien sollte also benachteiligt sein.
Ich habe für mich ausgemacht, ab jetzt “Pflegerin” statt “Schwester” zu sagen. Immerhin sollen die weiblichen Beschäftigten mit den männlichen auf einer Stufe stehen.

Außerdem habe ich mir lange überlegt, den gender_gap hier auf dem Blog zu benutzen und möchte jetzt, im neuen Jahr, damit anfangen.
Der gender_gap ist eine Weiterentwicklung des Binnen-I, das eingeführt wurde, um nicht nur die männlichen, sondern auch die weiblichen Gruppenangehörigen sichtbar zu machen. PflegerInnen, hieße das dann am konkreten Beispiel.
Der gender_gap hat die Aufgabe, nicht nur die weibliche und die männliche, sondern auch jede andere Geschlechtsidentität sowie die sozialen Geschlechter in der geschriebenen Sprache sichtbar zu machen. Immerhin gibt es Menschen, die sich weder dem einen, noch dem anderen Geschlecht zugehörig fühlen.
Ich persönlich finde den gap nicht sehr schön anzusehen und sehr gewöhnungsbedürftig. Zum ersten Mal habe ich ihn wahrscheinlich im Blog der Mädchenmannschaft entdeckt. Aber, liebe Leser_innen, der Gedanke dahinter hat mich überzeugt. Und schließlich sind wir ja alle Gewöhnungstiere.

Montag
13. Dezember
2010

Früher wurde einem immer gesagt, man solle sich nicht mit Fremden aus dem Internet treffen.

Bei der Mädchenmannschaft stieß ich vor einer Weile auf einen Kommentar, dessen Inhalt kurz darauf auch in einem Artikel vorgestellt wurde.
Saja arbeitet an ihrer Diplomarbeit und suchte dafür Feministen und Feministinnen aus ganz Deutschland, die sich für eine Fotoserie ablichten lassen würden.
Da ich in der Nähe wohne, habe ich mich auch angeboten, und so haben wir uns gestern in Stuttgart getroffen. Das dritte Café, das wir aufgesucht haben, hatte dann auch zwei freie Plätze. ;)
Der Tag hat mir extrem viel Spaß gemacht. Ich liebe es, über Feminismus und Antisexismus zu reden, und am schönsten ist es mit Leuten, die auch in der Materie drin sind, deswegen fand ich es toll, interviewt zu werden und ein bisschen über das Thema zu quatschen. Auch wenn mir die besten Antworten und Beispiele erst eingefallen sind, als ich in den Bus nach Hause gestiegen bin, aber wem ist es nicht schon mal so gegangen.

Das Fotoshooting war auch witzig, ich weiß gar nicht mal wieso ich so viel gelacht habe, es war jedenfalls eine ziemlich lockere Stimmung, ich hoffe die Bilder sind was geworden. Wenn ich die Ergebnisse habe, werde ich sie vielleicht auch hier zeigen oder als Profilbild verwenden.
Ich freue mich schon auf Sajas Ausstellung und wer weiß, vielleicht finden sich ihre Bilder ja irgendwann mal in der ein oder anderen Onlinezeitung. :D

Dienstag
16. November
2010

DIY: Auffrischung meiner Grundschulfähigkeiten, Bat-o-rama und Second Hand-Erfolgserlebnis

Ich kann gar nicht sagen, wann meine Romanze mit der Do it yourself-Mentalität angefangen hat. Seit ich mich erinnern kann habe ich selbstgemachte Sachen getragen und verschenkt, heute halte ich es nicht viel anders. Ich vermeide es, Geschenke zu kaufen, und Accessoires mache ich seit Jahren grundsätzlich selbst (oder lasse sie von Laura anfertigen ;) ).
Während ich mir das Nähen mit der Nähmaschine erst vor ein paar Jahren komplett selbst beigebracht habe, habe ich Häkeln schon in der Grundschule gelernt. Ich habe gehäkelt, was das Zeug hielt – und nach der vierten Klasse war Schluss. Ein sehr kurzer Trend.
Vor einer Weile hat meine Mama das Stricken für sich wiederentdeckt, was mich dazu veranlasst hat, wieder eine Häkelnadel in die Hand zu nehmen (weil ich im Stricken noch nie gut war).
Mein Ziel war es, meine Wintermütze mit den Totenköpfen durch etwas Selbstgemachtes zu ersetzen. Das Resultat ist nicht ganz so, wie ich es wollte, aber ich bin zufrieden. Wer keine Anleitung benutzt und einfach drauf los häkelt, darf sich nicht beschweren oder wundern.


Ich habe zwei Knäuel Wolle gebraucht, circa 110m.
Ich werde definitiv noch eine Variante machen, die aber mehr Beanie-mäßig werden und im Idealfall Batman-Öhrchen und ein Batmanlogo in gelb haben soll. Wärmer sollte sie auch sein, mal gucken, ob ich da einen Futterstoff verwende oder eine doppelte Lage häkel.
 
A propos Batman. Neulich habe ich diese Haarspange gemacht:

Das Batmanlogo ist aus Fimo, das ich mit Heißkleber auf eine Haarspange geklebt habe. Ich hab noch ein zweites Fimo-Batlogo, weiß aber noch nicht, was ich damit anstellen werde.
 
Außerdem Ich wollte ein neues, naja, “Tagebuch” ist übertrieben, eher ein Buch, in dem ich willkürlich Erlebnisse, Gedanken und meine wirren (und nach einer Weile amüsanten) Träume festhalten kann. Ich schreibe nicht regelmäßig rein, aber es hilft mir oft, den Kopf klarer zu kriegen.


Für Cover nehme ich immer Pappkarton, den ich beklebe – hier Bilder aus einem Batman-Comic, den ich für Kreativzwecke gekauft habe (doppelt! Ich könnte es nicht übers Herz bringen, meine Comics zu zerschneiden). Außerdem mag ich es, wenn das Buch z.B. durch Gummiband zusammen gehalten wird.
Die Bindung ist mit einem Plastikbindegerät gemacht, das es mal bei Aldi gab, und mir schon oft gute Dienste geleistet hat. Die Cover bestreiche ich in der Regel noch mit DesignFreeze, einer Flüssigkeit, die Papier (oberflächlich) wasser- und schmutzabweisend und reißfester macht. Es fühlt sich dann ein bisschen an wie eine Plastiktüte.


Die Seiten sind naturfarben und rot. Kein besonderer Grund, ich hatte noch gefaltete Blätter da.
 
Vor einer Weile waren Laura, Jarkko und ich in einem Second-Hand-Shop, den ich zufällig in Feuerbach entdeckt habe. Das erste Mal erfolgreich. Bisher waren wir in schrecklich überteuerten Shops, bei denen wir die “rumkruschtel”-Atmosphäre vermisst haben.
Aber dieser war ganz nach unserem Geschmack, sogar Jarkko hat etwas gefunden und zwei Krawatten in super Zustand für je 10 Cent – meine ich – mitgenommen.
Ich habe eine Weste erspäht, die ich wegen den Haken und Ösen gerne auseinander nehmen wollte, und habe sie für 2,50€ gekauft – das zahlt man bei meinem regulären Stoff- und Nähzubehördealer auch für die gleiche Menge.


Auseinander genommen habe ich sie dann doch nicht. Ich habe überlegt, was sich daraus machen lässt – irgendwas Korsagen- oder Korsettartiges? – und habe sie schließlich in ihrer Funktion gelassen. Nur enger musste ich sie machen und hier und da ein paar Anpassungen, da es eine Männerweste war, die mir circa drei Größen zu groß war.
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