Fight fire with a riot, the class war is hanging on a wire

Der Tag, an dem ich alle meine Schulaufschriebe weggeschmissen habe.

Denn jetzt hab ich mein Abi. Heute waren mündliche Prüfungen, von denen ich schon im letzten Post geschrieben habe. Ich bin sehr zufrieden. :hihi:
Am Donnerstag ist Zeugnisvergabe, wofür ich eigens ein Kleid gemacht habe:


veröffentlicht am 28. Juni 2010, 21:42 Uhr von Jenny | 6 Kommentare »
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Zwischen Kaiserreich und Diktatur.

Das Abi in Baden-Württemberg ist so gut wie rum; Freitag war mein letzter Schultag. Ich freue mich nicht, bin aber auch nicht traurig. Es ist so eine egal-Stimmung, ich bin gern zu Schule gegangen, alles in allem, weil ich gerne Dinge dazulerne. Vielleicht nicht mathematische, vielleicht nicht physikalische, aber es gab viele Fächer, die ich gerne hatte, mal nur so die Fächer für sich betrachtet. Es gibt ja auch Lehrer, die einem das Lieblingsfach versauen können.
Andererseits bin ich unglaublich froh, bestimmte Leute in den nächsten Jahren nicht wieder sehen zu müssen. Die beiden Aspekte neutralisieren sich anscheinend, anders kann ich mir nicht erklären, warum es mir relativ egal ist.

Gestern mussten wir um acht Uhr in der Schule erscheinen, um unsere Abiturnoten und Themen der mündlichen Prüfung entgegen zu nehmen. Ich hab mich darauf eingestellt, länger warten zu müssen, ich bin mit W am Ende der alphabetisch geordneten Klassenliste. Um neun Uhr sollte die nächste Klasse dran sein, tja, da standen wir auch noch dran und haben gewartet.
Nach zwei Stunden war es dann so weit und nach zwei Minuten in dem Besprechungszimmer war ich schon wieder draußen. Ist ja schön wenn man sich für Leute Zeit nimmt, aber es ist auch nicht gerade fair, wie ich finde, Leute zwei Stunden warten zu lassen und sie nach vier gewechselten Sätzen wieder zu entlassen. Die Klasse, die nach uns dran war, hat ja auch komplett eine Stunde warten müssen, bevor sie überhaupt anfangen konnte.
Aber okay, das Schulgelände wurde schnellstmöglich verlassen und die Staatsbibliothek Stuttgart angestrebt. Wir haben das Ordnungssystem nicht wirklich durchschauen können und die Bücher, die wir gesucht haben, waren teilweise irgendwo verschollen, aber nach einigem Aufregen hab ich schließlich doch was zum Thema Kunst in der Weimarer Republik ausleihen können (dank dem Büchereiausweis von Carolas Schwester).
Jetzt wisst ihr, was ich die nächste Woche lang mache, nächsten Montag ist Prüfung.


veröffentlicht am 22. Juni 2010, 9:52 Uhr von Jenny | 1 Kommentar »
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“Was macht dir Angst?”

Ich habe gerade keinen Unterricht, was eine super Gelegenheit ist, von meinen Eindrücken des gestrigen Abends zu sprechen.
Ich war im Theater. Harri hat mich zur Hauptprobe eingeladen, er spielt im Jugendclub des Staatstheater Stuttgarts. Ich wäre natürlich auch liebend gern zur Prämiere gekommen, die aber, wie bereits erwähnt, schon ausverkauft war bevor Harri uns Karten reservieren konnte, bzw. seine Reservierungen wurden nicht berücksichtigt, weil so viel Andrang herrschte.
Ich will nicht zu viel verraten, immerhin läuft das Stück noch nicht und Spoiler sind ja unwillkommen, aber das Stück ist großartig, meiner Meinung nach. Trotz leichter Improvisation des Tons und Lichts, trotz laut Harri holprigen Umbauszenen und Übergängen. Die Schauspieler sind fantastisch, mal ganz zu schweigen vom Bühnenbild, das eigentlich nur aus Matratzen besteht. Ich liebe Stücke, bei denen viel der Fantasie überlassen bleibt. Wer also eine Karte für Produkt “Ich” ergattern konnte, schätze sich glücklich.
Das Stück ist bestimmt nicht für jeden was und nicht leicht zu verstehen. Wie ich Harri gestern auf der Heimfahrt schon gesagt habe: Die Aussage des Stücks habe ich nicht vollständig erfassen können, aber überall gab es Impulse zum Nachdenken. Ja, es ist definitiv ein Stück, das zum Nachdenken anregt, was wirklich und was unwirklich ist, wie wir manipuliert werden, was unsere eigene Entscheidung ist. Ich denke jeder hat hier und da etwas gefunden, mit dem er sich identifizieren konnte, sei es der Aussteiger der Gesellschaft, der sich fragt ob dieses Aussteigen überhaupt möglich ist, oder die eifersüchtige Freundin. Schließlich handelt das Stück davon, was wir alle sind: Ich.
So, die Schule ruft, macht’s gut!


veröffentlicht am 15. Juni 2010, 10:34 Uhr von Jenny | 2 Kommentare »
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