Serious sewing business

Vor ein paar Wochen habe ich meinen Stoffvorrat ausgemistet. Rausgeflogen sind alle Stücke, die zu klein für Taschen sind und sich nicht für Probestücke eignen. Ich war erstaunt, wie viel Platz ich danach wieder in den Stoffkisten hatte. Gut, ich bin auch eher Radikalausmisterin, bereue aber auch sehr selten, etwas weggeschmissen oder -gegeben zu haben.
Nach der Ausmistaktion habe ich mir vorgenommen, keinen Stoff auf Vorrat zu kaufen. Das hat mehrere Gründe.
Erstens habe ich wie wir alle nicht unbegrenzt Stauraum. Zweitens habe ich wie wir alle nicht unbegrenzte finanzielle Mittel. Drittens finde ich es einfach erfüllender, wenn ich auch wirklich sehe, dass ich etwas abarbeite und ein Projekt vor Augen habe. Produktivitätssteigerung, sozusagen. Über sowas habe ich mir als ich angefangen habe zu nähen wirklich keine Gedanken gemacht, jetzt ist das etwas, was mich wirklich beschäftigt.
Erfreulicherweise bin ich nicht die Einzige, die sich über sowas Gedanken macht: bei Tilly and the buttons findet sich ein eigenes Projekt zum Thema Produktivität beim Nähen.
Die Idee mit der Liste hatte ich selbst schon, ist ja auch naheliegend. (Ja, es kam auch schon vor dass ich Stoff bestellt habe und beim Aufmachen des Pakets nicht mehr wusste, wofür ich diesen oder jenen Stoff im Sinn gehabt hatte…) Ich mag den Datenbank-Charakter der Excel-Tabelle sehr, allerdings war mir selbst eine Liste im Computer zu unspontan. Ich hatte eher an eine Art Skizzenbuch gedacht mit Fotos, Ausdrucken, Zeichnungen, eventuellen Stoffproben, Details zum Material und so weiter. Bestimmt zwei Wochen vor der Bestellung habe ich mir also meine Burda-Hefte gemütlich durchgeguckt und notiert, was ich nachnähen wollte, auf meinen Inspirationsseiten gesurft, ob ich vielleicht Anreize finde.

Oben ist meine Version der Liste zu sehen. Vorm Bestellen habe ich mir Projekte ausgesucht, die empfohlene Stoffmenge und -art notiert, falls vorhanden, und Bilder ausgedruckt. Eine Hilfe war das beim Bestellen allemal, aber als der Stoff dann da war, bin ich wankelmütig geworden. Soll ich den Jersey wirklich als Futter und nicht als Oberstoff für ein ganz anderes Projekt nehmen? Soll ich wirklich die Hose nachnähen? Der Stoff würde sich auch gut für ein spontanes anderes Stück eignen…
So kommt es mir jetzt vor, als hätte ich trotzdem auf Vorrat gekauft, weil ein paar Projekte mittlerweile weggefallen zu sein scheinen. Zumindest bin ich mir sehr unsicher, ob ich die Kleidungsstücke auch wirklich nähen soll (teils wirklich, weil ich den Stoff so schön finde und nicht anschneiden will, dann reicht er ja nicht mehr für die Fake-Quilt-Decke, von der ich träume…).
Zumindest habe ich jetzt genug Stoff für meine nächsten Projekte und ein paar Sachen sind auch schon in der Mache bzw. sogar fertig. Berichte und Fotos folgen natürlich – meistens fehlen dann nur so Kleinigkeiten wie den Saum fertig stellen. Und Zeit. Seufz.








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