Sir yes Sir
Dieses Projekt basiert auf einer Idee, die sich im Laufe der Überlegungen so stark geändert hat, dass sie fast nichts mehr mit der Inspirationsquelle gemein hat. Lassen wir das “fast” weg, sie hat nichts mehr damit gemein. Wahrscheinlich gut so, eigener Stil, et cetera, aber argh, das Ausgangsteil hat mir so verdammt gut gefallen. Aber wer weiß, vielleicht kann ich es mir mal beim Kostümverkauf unter den Nagel reißen.
Gesehen habe ich das Teil in einem Theaterstück. Einer meiner Freunde trug in der Schlussszene eine verdammt coole Jacke. Bilder davon habe ich leider nicht gefunden, denn die Jacke ist nicht gerade leicht zu beschreiben. Sie sah aus wie etwas, das ich mir an einem Hofnarr zu Shakespeares Zeiten vorstellen könnte (von dem stammte das Stück nämlich) – passt also voll in mein Beuteschema. Wie aus Leinen mit bunten Einsätzen dann schwarzer Jersey geworden ist, kann ich selbst nicht mehr so genau nachvollziehen, ich glaube das hing damit zusammen, dass meine Übergangsjacke (ein ärzte-Kapuzenpulli mit Reißverschluss) mittlerweile etwa 6 Jahre auf dem Buckel hat und dementsprechend zerschlissen aussieht, innen aufgerauter Jersey aber so gemüüütlich ist. Außerdem verschluckt er gerne kleine Ungenauigkeiten, was mir in der Regel gelegen kommt.
Dass aus bunt dann anthrazit wurde kann ich mir nur dadurch erklären, dass ich keinen anderen gemusterten Stoff da hatte, der überzeugt hat.
Als Vorlage habe ich mir die Burda Style 12/09 geschnappt. Da ist ein Schnittmuster für einen (Herren-)Kapuzenpulli drin. Gefällt auch, aber verwendet habe ich es dann doch nicht, weil mir das zu viele Nähte an Stellen waren, wo ich keine Nähte haben wollte. Also habe ich mir für den Rumpf und die Ärmel ein Schnittmuster für ein Kapuzenshirt ausgesucht.

Edward Cullen hier trägt den Hoodie, die Dame eine Abwandlung des Shirts ohne Kapuze aber mit Knopfleiste. Nichts Aufregendes. Den Rumpf habe ich auch so gelassen, Ärmel größtenteils auch, allerdings habe ich selbst die Kapuze entworfen und ein paar andere Details eingefügt, wie Paspeltaschen und Aufsätze an den Schultern mit einer durchlaufenden Paspel.

Eine Paspel ist ein Stück Stoff, das zwischen Nähten hervorschaut, könnte man sagen… Manchmal ist eine Kordel o.ä. eingefügt – ging super selbst zu machen, auch wenn es glücklicher Zufall war, dass ich so eine Kordel hatte. Diese Paspel läuft also an den Schulteraufsätzen entlang und durch die Kapuze durch.
Die Form der aufgesetzten Teile hab ich auch selbst konstruiert und dadurch, dass ich die Nahtzugaben mithilfe einer Pappschablone umgebügelt habe, war das Annähen auch gar nicht fitzelig.
Als allerletztes habe ich das Band in die Kapuze eingefügt, mit dem man sie bei Wind und Regen zu ziehen kann.


Die Zierelemente vorne hab ich mir erst als Qual vorgestellt, ging dann aber ganz gut: sehr feste und steife Einlage auf den Jersey gebügelt und dann wie folgt abgesteppt und gebügelt (gut bügeln ist wirklich die halbe Miete):

Schließlich hab ich noch die stoffüberzogenen Knöpfe angenäht, die ich in meiner Knopfkiste vom Flohmarkt gefunden habe, et voilà.
Die Jacke ist angenehm zu tragen und super für Übergangswetter. Mit dem einen Ärmel bin ich nicht ganz zufrieden, aber dafür dass das meine ersten eingesetzten Ärmel waren und das eine Kunst für sich ist kann ich nicht wirklich klagen.
Boah ist die cool! Voll toll, vor allem die Aufsätze vorn. Sieht aber viel eher nach Military-Stil aus als nach Hofnarr
@Lura: Ja, T.s Jacke hatte so ähnliche Teile, nur ganz bunt. Bin *etwas* abgedriftet.
cooole jacke!!
Woah :O Ich will auch so eine! Sehr gut geworden!
@Christina: @verena: Daaankeschön!