Mittwoch
25. Januar
2012

Gradient

Da die Badewanne sowieso schon von meinem ersten dip dye-Versuch schmutzig war, habe ich gleich weiter gemacht mit der Farbschlacht. Damit sich das Wanne putzen dann auch lohnt…

Die Idee, Strumpfhosen zu färben, stammt nicht von mir. Wer genau damit angefangen hat, weiß ich nicht, aber ich habe gehört, dass dieser Blog einer der ersten war, der darüber geschrieben hat. Wie dem auch sei! Ich bin sowieso totaler Fan von bunten und ausgefallenen Strumpfhosen und Leggins und trage sie auch oft zu Shorts. (Ich betone noch einmal, dass ich mich über Strumpfhosen-freundlicheres Wetter sehr freuen würde! Nicht zu warm, nicht zu kalt, nicht zu nass. Wenn schon Ansprüche stellen, dann richtig.)
Ich habe diese Färbemethode selbst ausprobiert und muss mich wirklich zusammenreißen, mich nicht mit zig verschiedenen Strumpfhosen einzudecken, um sie einzufärben. Gefällt. Gefällt sehr!
Wirklich wichtig ist, wie ich gemerkt habe, dass der einzufärbende Stoff wirklich gut nass ist und gleichmäßig ins Farbbad getaucht wird. Den unteren Teil der Strumpfhose habe ich mehrmals eingetaucht, damit die untere Partie auch wirklich dunkler ist als die obere.
Wichtig ist allerdings, wenn ihr das nachmachen wollt, dass ihr darauf achtet, Textilfarbe zu verwenden, die für synthetische Stoffe wie Nylon und Elasthan/Lycra vorgesehen ist. Ich hab meine sehr schnell und günstig über Ebay gefunden.

Mittwoch
01. Juni
2011

Inspiriert von Brigitte Bardot (laut Burda)

IMG_1926

Ab und zu kaufe ich mir ganz gerne mal ein Heft von Burda. Nicht jeden Monat, denn das wäre mir zu teuer, aber wenn die Schnitte mich ansprechen und ich noch keine Ähnlichen besitze, nehme ich sie gerne mit. Der Preis rentiert sich jedenfalls wenn man mehrere Schnitte aus dem Heft verwenden kann oder möchte, finde ich.
Die Fotostrecken sind größtenteils auch sehr inspirierend und zwischendurch gibt es auch immer ein paar DIY-Tipps.

Aus dem Heft 6/2011, das oben im Bild ist, hat es mir unter anderem das Kleid auf dem Cover – aus der Brigitte Bardot-inspirierten Fotostrecke – angetan. Also habe ich mein Vorhaben, die Kleider- und Rockherstellung erstmal sein zu lassen, gebrochen (nur dieses eine Mal!). Verwendet habe ich Stoffreste, die eigentlich für etwas Anderes gedacht waren, zu dem ich aber lange nicht gekommen bin und das Projekt sowieso schon fast aufgegeben habe. Solange der Stoff nachbestellbar ist, ist das ja aber nur halb so schlimm.

Von dem beigefarbenen Stoff, der oben im Hintergrund zu sehen ist, hatte ich die richtige Menge da, aber ich wollte eine andere Farbe für das Kleid. Ich habe es mit blauer Textilfarbe eingefärbt und heraus kam lila. Nicht schlecht, gefällt mir. Sogar die Tupfen sind noch leicht zu sehen wenn man genau hinguckt.

Ballon Dress

Ballon Dress

Ballon Dress

Die Schleife ist eine Übergangslösung, bis ich mir etwas Anderes ausgedacht habe; den Gürtel vom Cover wollte ich nicht nachbasteln, ich finde das Seidenband passt ganz gut zu dem Kleid.
Ich würde allerdings empfehlen, einen sehr leichten Stoff zu nehmen, mir bauscht die Baumwolle etwas zu sehr, es hält sich aber noch in Grenzen.
Für den Sommer ist der Schnitt aber top. Das Kleid werde ich wahrscheinlich am Freitag ins Theater anziehen, wenn es denn mal aufhört zu regnen und wieder etwas wärmer wird. :D

Das Team von Bastelwunder hat übrigens meinen Blog vorgestellt, was für eine nette Überraschung!
Wenn ihr mehr crafty Blogs sucht, schaut mal in die Blogroll, die ist eine kleine Schatzkiste, was das betrifft. :)

Mittwoch
23. Februar
2011

Denken in Schubladen

Hach, Stöckchen. Menschen, die nicht bloggen oder das Wort noch nie gehört haben, müssen sich unter dem (wie ich finde) etwas ominösen Begriff eine Art Frage-Antwort-Spiel vorstellen, das ein Blogger an den anderen weitergibt. Waldbrandartig geistern die Stöckchen durch die Bloggerszene, bis sich ihre Spuren irgendwann im Sand verlaufen und man eine Weile Ruhe hat. Meinen Erfahrungen nach werden die meisten aber irgendwann wieder ausgegraben und auf eine erneute Reise durch das wunderbare Land von WordPress, Blogspot und Co. geschickt.
Mich selbst interessieren Stöckchen nicht besonders, auch wenn sie manchmal sicher eine gute Initiative zum Bloggen sein mögen. Ich schreibe lieber selbst etwas, da ich es etwas unoriginell finde, meinen Lesern und Leserinnen ein ausgelutschtes und schon dreimal wieder aufbereitetes Stöckchen zu servieren. (Was natürlich wie immer nicht heißt, dass ich dies irgendjemand verbieten oder schlecht reden möchte. Euer Blog, eure Regeln.)
Auf Celinas Blog stieß ich neulich auf ein altbekanntes Stöckchen, das wahrscheinlich schon zu meiner MyBlog-Zeit die Runde machte.
Besagtes Stöckchen soll wohl durch ein Ankreuzverfahren ermitteln, wie sehr “Junge” oder “Mädchen” man ist:

Die Jungsseite:

[ ] Du liebst Hoodies
[ ] Du liebst Jeans
[ ] Hunde sind besser als Katzen
[ ] Es ist lustig, wenn Leute hinfallen und sich wehtun
[ ] Du spielst gegen/mit Jungen in einem Team
[ ] Shopping ist grauenvoll
[ ] Traurige Filme sind scheiße
[ ] Du besitzt eine Konsole
[ ] Du hast als kleines Kind mit Hot Wheels gespielt
[ ] Als Kind wolltest du ein Feuerwehrmann sein
[ ] Du besitzt einen Handheld
[ ] Du bist/warst verrückt nach Power Rangers
[ ] Du schaust Sport im Fernsehen
[ ] Blutrünstige Filme sind cool
[ ] Du fragst deinen Vater nach Rat
[ ] Du hast eine Auszeichnung im Sport
[ ] Du hast Yu-Gi-Oh gespielt
[ ] Baggypants sind gemütlich zum tragen
[ ] Pyjamapartys sind merkwürdig
[ ] Grün, Schwarz, Rot, Silbern, Blau sind einige deiner Lieblingsfarben
[ ] Du liebst es, verrückt zu sein und dir ist es egal, was Leute darüber denken
[ ] Sport macht Spass
[ ] Du redest manchmal mit vollem Mund
[ ] Du schläfst mit Socken
[ ] Du hast schon einmal gefischt

Die Mädelsseite:

[ ] Du magst Shopping
[ ] Du trägst Eyeliner
[ ] Du trägst pink
[ ] Du bittest deine Mum um Rat
[ ] Du bevorzugst Cheerleading im Sportunterricht
[ ] Du hasst es, nur schwarz zu tragen
[ ] Du gehst gerne in Einkaufszentren
[ ] Du magst Maniküren/Pediküren
[ ] Du magst Schmuck zu tragen
[ ] Du hast geheult, als du “The Notebook” geschaut hast
[ ] Du hast viele Röcke
[ ] Shopping ist eins deiner liebsten Hobbys
[ ] Du hasst Star Wars
[ ] Du machst Gymnastik
[ ] Es braucht eine Stunde um zu duschen oder anzuziehen
[ ] Du lächelst öfter als du solltest
[ ] Du hast mehr als 10 Paar Schuhe
[ ] Die meiste Zeit denkst du über dein Aussehen nach
[ ] Du trägst gerne Kleider
[ ] Du benutzt gerne Parfüm oder Deo
[ ] Du magst High Heels
[ ] Als Kind hast du mit Puppen gespielt.
[ ] Du findest Liebesbriefe romantisch.
[ ] Du gehst oft zu zweit auf die Toilette.
[ ] Du liebst es dich zu schminken.

Ich frage mich, ganz im Ernst, wer sich diesen Bullshit ausgedacht hat beziehungsweise dieses Stöckchen wieder und wieder an die Oberfläche sämtlicher Blogcommunities und unabhängiger Blogs zerrt.
Selbst wenn ich meine Meinung, dass das Denken von Geschlechtern als binär rückschrittlich ist, aus dem Spiel lasse, ist es für mich offensichtlich, dass zum einen für Geschlechter vollkommen unspezifische Kriterien zur Polarisation benutzt werden (“Du liebst Jeans” – was, zur Hölle, hat das mit Mann-Sein zu tun? Dieser Punkt könnte genauso gut bei der weiblichen Seite stehen!) und zum anderen natürlich wieder auf die alten Vorurteile und Stereotypen zurückgegriffen wird. Einfallsreichtum und Tiefgang kann man von diesem Stöckchen wahrlich nicht erwarten, wenn man wie ich davon ausgeht, dass seine Aufgabe nicht ist, Geschlechterrollen und -klischees vorzuführen.
Also, lasst uns mal sehen – laut den Auswahlmöglichkeiten oben sind Männer und Jungen sportlich, technikversiert, haben eine große Abneigung gegen alles, was sie im Entferntesten als weiblich dastehen lassen könnte und scheren sich nicht darum, was andere von ihnen denken. Frauen und Mädchen hingegen sind auf ihr Aussehen fixiert, frönen dem Konsum (wow, gleich zweimal ein fast identischer Punkt zu Shopping, was die Aussage angeht), sind gefühlsduselig und machen wenn dann Gymnastik und Cheerleading als Sport.
Wieso sind solche starren Stereotype immer noch Gang und Gäbe? Ich kann mir vorstellen, dass nach diesen Kriterien sehr viele sich als Frau bezeichnenden Personen als “männlich” abschneiden. Ist das nicht der Beweis, dass es obsolet ist, “Mann” und “Frau” eigene Attribute zuschreiben zu wollen, weil jedes Individuum unterschiedliche Eigenschaften von beiden Seiten der von der Gesellschaft festgelegten Spektren hat? Niemand passt hundertprozentig in die Schablone, die wir ihm oder ihr aufdrücken wollen. Warum sprechen wir von “Frauenthemen”, sobald etwas mit Aussehen, Pflege und Einkaufen zu tun hat? Ich saß neben drei Freunden, die sich todernst und mit einer Selbstverständlichkeit über Fingernägel unterhalten haben. Dass die drei Gitarristen sind, erklärt vermutlich einiges, zeigt aber auch, dass “Frauenthemen” eben nicht nur Themen für Frauen sind. Wieso sollten sie auch einem Geschlecht vorbehalten sein? Wieso belächeln wir Männer, die auf ihr Aussehen achten, als “Mädchen” oder “Tussi”, als sei es beleidigend, amüsant oder herabsetzend, sich nicht an die als männlich festgelegten Verhaltensmuster zu halten? (Selbst oft genug miterlebt bei Schulkameraden, die gefühlt jede zweite Stunde im Spiegel die Frisur überprüft oder im Sportunterricht lieber am Spielfeldrand gestanden und gelästert haben.)

Interessant finde ich auch Geschlechterklischees im Zusammenhang mit Sprachgebrauch.
Ziert sich jemand, ist er oder sie eine “Pussy” (was sich wahrscheinlich nicht auf Katzen bezieht…) und kriegt zu hören, er oder sie stelle sich “mädchenhaft an”. Als Gegenpart fällt mir da “Eier haben” und “seinen Mann stehen” als Umschreibung für jemanden ein, der Rückgrat beweist.
Bei dem Stöckchen macht die “Mädchenseite” auf mich auch eher einen kindischen “Gnihihihi, Frauen interessieren sich nur für ihr Aussehen und sind ja solche Shopping Victims”-Eindruck, die “Jungsseite” ist dagegen recht Sport-/Wettbewerb-/Erfolg-orientiert. Das ist aber nur mein persönlicher Eindruck.

Oh, ich glaube den Knackpunkt der Sache habe ich ganz vergessen, sagt es nicht, es bricht mir sonst mein kleines Herz: es ist ja alles nur Spaß. Also hören wir bitte auf, Dinge zu hinterfragen, denn natürlich steckt kein Körnchen Wahrheit dahinter. Lachen wir darüber, und irgendwann nehmen wir vielleicht gar nichts mehr ernst und müssen uns keine Sorgen machen, dass der Witz vielleicht auf unsere eigenen Kosten geht.

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