Projekt Ballon

Dienstag, 19. Juli 2011

Von der inspirierenden Wirkung, die Burda-Hefte auf mich haben, habe ich ja bereits mehrfach berichtet. Zu diesem Zeitpunkt befinden sich sechs Hefte (zweimal Burda easy fashion und viermal Burda Style) in meinem Besitz, was auch noch eine Weile so bleiben wird, wenn ich mir die Vorschau auf das August-Heft so angucke. Da ist nichts dabei, was mich begeistern kann oder was ich nicht aus den Schnitten meiner anderen Hefte zusammenschustern könnte.
Überhaupt ist mir aufgefallen, dass sich bestimmte Arten von Schnittmustern und Details wiederholen. Was ja nicht unbedingt schlecht und auch bei so einem langlebigen Magazin wie Burda nachvollziehbar ist und mir die Entscheidung, ob ich ein Heft kaufen soll oder nicht, ziemlich erleichtert.

In meinem Kopf hat sich langsam eine Idee manifestiert, vielleicht, weil sich in den letzten Paar Heften wie gesagt eine bestimmte Art Klamotte immer wiederholte.

Im Juni-Heft (6/11) konnte man dieses Ballonkleid finden, das mir ziemlich gut gefallen hat und ich auch schon nachgenäht habe:

Ich finde es sehr gut, wenn Burda Modelle in mehreren Ausführungen abbildet. Manchmal kann ich mich mit Modellen absolut nicht anfreunden, wenn ich die Fotos im Heft sehe, da mit Stoff und/oder Styling nicht gefallen. Wenn ich dann sehe, was andere Burda-Leser aus den Schnitten machen, bin ich immer wieder überrascht, wie gut das fertige Teil aussieht, und auch eher gewillt, dem Schnitt eine zweite Chance zu geben.
Das Ballonkleid gefällt mir in allen drei Ausführungen – Schnittmuster ist hier immer das gleiche – ziemlich gut, wobei ich das mittlere Kleid für mich als am alltagstauglichsten einstufen würde.
(Am Rande – das Ballonkleid war zusammen mit unter anderem dem Bikini-Schnitt der Grund für den Kauf des Heftes. Den Bikini habe ich auch bereits nachgenäht, allerdings mit einheitlichem Oberteil und Hose. Rote Polkadots. Davon gibt es allerdings kein Bild, nur von der Burda-Version:


Den Schnitt für die Bikinihose habe ich schon öfters verwendet, allerdings eher für Unterwäsche. :tongue: Schöner wandelbarer Basisschnitt, so gefällt mir das.)

Das Heft 12/09 habe ich neulich extra über den Kundenservice bei Burda angefordert. Diese Capes! Traumhaft. Das hat wirklich Nachmachwert, allerdings bezweifle ich, dass ein Cape für mich die richtige Wahl wäre. Ich habe etwas Angst, dass mir eine Jacke ohne Ärmel zu umständlich ist und etwas für feine Anlässe brauche ich nicht, so viele kommen da im Jahr wahrlich nicht zusammen. Besonders gefällt mir neben dem sportlichen Cape das im Ballon-Stil (linke Seite). Das gesamte Teil finde ich wirklich gelungen, auch wenn mir der pinke Duchesse-Stoff zu schickimicki für den Alltag wäre. Aber nichts, was ich nicht anziehen würde, im Gegenteil. Die Kapuze ist ein weiterer Pluspunkt.

Mit einer großen Kamera kommt große Verantwortung.

Freitag, 25. Februar 2011

Naja, zumindest bei mir, denn einer meiner ersten Gedanken nach dem Auspacken war “und wie transportiere ich das ab jetzt Teil am besten?”.
Eine Kameratasche die von der Größe der Kamera her passen würde habe ich zwar – die war mal bei einem Zweierset von Aldi dabei, ich brauchte die kleinere der beiden – nur das Objektiv würde nicht rein passen. Schon gar nicht an der Kamera dran, was doppelt unpraktisch ist wenn man jedes Mal, wenn man die Kamera nicht exponiert um den Hals baumeln haben will, das Objektiv abschrauben muss. Umständlich und nicht unbedingt kamerafreundlich, weil es draußen viel leichter zu Verschmutzung durch Sand, Staub und so weiter kommen kann, sagt die Anleitung.
Eine Kameratasche kaufen wollte ich nicht, erstens sehe ich es nicht ein, so viel Geld zu bezahlen, Qualität hin oder her, wenn ich in den nächsten zehn Jahren nicht vorhabe, auf Fotosafari zu gehen oder mit der Kamera den K2 zu besteigen.
Die für mich logische Schlussfolgerung lautete also: selber machen. Nach einigen Überlegungen zu Form, Material, Innen-/Außentaschen und Stabilität kam mir das Vorhaben aber wieder zu umständlich vor. Zudem war ich mir auch nicht mehr sicher, ob eine Kameratasche für mich wirklich ideal wäre. Wie ich mich kenne würde ich noch eine zweite Tasche mitnehmen müssen, für Geldbeutel, Trinken, etc.
Also lautete die neue Frage eher: wie nehme ich die Kamera am besten in meiner Tasche mit?


 

 

Die äußeren Stoffe sind alles Reste. Gepolstert wird der Beutel durch eine Lage dickes Fleece, das mal eine Decke von Ikea war. Der schwarze Stoff innen war mal ein altes schwarzes T-Shirt, das ansonsten in die Altkleidersammlung gewandert wäre.
Obwohl der Beutel sehr einfach gehalten ist, finde ich ihn super, weil er durch die Lage Fleece im Inneren so weich ist. :stare:
Die Objektive haben natürlich auch eine Schutzvorrichtung gebraucht:

 

 

 

Erinnert das noch jemanden an den Sigg-Flaschen-Trend in der Grundschule?

Und alles passt in den großen Beutel, der in meine Tasche passt und sogar etwas Platz für anderes Zeug lässt.

Um den DIY-Eintrag auch noch zu einem Fundstück-Eintrag zu machen, habe ich einen Link rausgesucht, der vielleicht dem ein oder anderen weiterhelfen könnte oder einfach auf neue Ideen bringt. Ich bin im Prinzip genauso vorgegangen: Easy Drawstring Bag auf purlbee.com.

Schere Stift Papier

Montag, 07. Februar 2011

Ich habe schon mal erwähnt, dass ich kein Tagebuchschreiber bin, zumindest nicht im klassischen Sinne. Ich habe kein Bedürfnis danach, jeden Tag etwas aufzuschreiben oder jede Kleinigkeit festzuhalten. Manchmal schreibe ich wochenlang nichts in mein “Gedankenbuch” (in Ermangelung eines besseren Wortes), manchmal mehrere Tage hintereinander, aber dann auch mehr Gedanken als was mir am Tag passiert ist. Achja, und meine verqueren Träume natürlich.

Eine etwas andere Art des Tagebuchs sagt mir schon mehr zu: Scrapbooking. Ist auch freundlicher für meine geringe Ausdauer was das tatsächliche Schreiben mit Stift angeht.
Durch Zufall habe ich entdeckt, dass es total viele Blogs gibt, die sich damit beschäftigen; der erste, auf den ich gestoßen bin, war glaube ich dieser hier.
Schöne Inspirationen sind dabei, aber als ich mich mal mit Laura darüber unterhalten habe, habe ich ihr zustimmen müssen, dass die meisten Sachen unserem Ermessen nach zu geschniegelt sind. (Außerdem sagen wir nein zu fertigen Kits und ja zu mehr Eigensinn.)
Ab und zu würde es mir echt Spaß machen, wie früher mit buntem Papier und Kleber rumzuwerkeln, nur jeden Tag wäre mir das zu umständlich.
Daher habe ich mich entschlossen – tada! – ein Traveljournal zu machen. Zwar dauert es noch, bis ich wieder in den Urlaub fahre, aber seit ich die Bilder auf Dispatch from LA gesehen habe, habe ich mir fest vorgenommen, zumindest ein kleines Journal zu machen. Ein Mini-Journal, wie Amanda sie macht, wäre ideal, finde ich.
Wenn ich die Gallerie des Lissabon-Journals sehe, kriege ich jetzt schon Fernweh und Lust zu basteln. Besonders toll finde ich die Aufmachung dieses Journals von Catherine auf ihrem Blog My View. Die Journals auf PolkaDotRobot schaue ich auch gerne an, um Anregungen zu finden. Fehlen nur noch Inhalte und Bilder, die ich im Journal unterbringen muss.

Eine andere Überlegung meinerseits hat sich mit einem Problem, das ich schon ewig habe, beschäftigt: Ich kann keine Papiere in Taschen und Rucksäcken aufbewahren, ohne dass sie komplett zerknittern (es sei denn sie stecken in Ordnern o.ä.). Als wir in der zwölften Klasse das Zeugnis in die Hand bekommen haben, dachte ich sofort: das war’s. Es gab keine Hülle dazu, keinen Ordner wie sonst, einfach nur ein Blatt Papier. (Und wer nimmt am letzten Schultag seine Ordner mit?) Ihr könnt euch denken, wie es jetzt aussieht. Nichtmal kleine Notizbköcke überstehen den Transport in meiner Tasche, irgendwann stehen die Hälfte der Blätter abgeknickt zur Seite weg und der Rest hat auch schon Eselsohren. Ein ewiges Dilemma, das mich enorm auf die Palme bringt. Ich oute mich hiermit als Person mit starkem Ordnungsbedürfnis, falls das noch nicht offensichtlich war.
Was mir eben Kopfzerbrechen bereitet hat, war, dass ich in den nächsten Monaten auf jeden Fall Notizen machen muss, ein Din A 4-Spiralblock aber zu unhandlich und zu unstabil ist. Wenn ich damit versuchen würde, im Stehen, ohne Unterlage, etwas zu notieren, würde das nur in Gekrakel und verdrehten Armen enden.
Ergo: Ich brauche etwas in kleinerem Format, mit möglichst stabiler Rückwand.

Im Internet hatte ich vor dieser Erkenntnis schon viele sogenannte fabric folder gesehen, Portfolios mit Stoffüberzug, in denen meistens ein Notizblock und viel Platz zum Unterbringen von Stiften und Zetteln ist.


© Niesz Vintage Fabric

© LittleBigGirl Studio


Die Stoffe dieser Versionen sind zwar nicht ganz meins, aber mit ein bisschen roten und schwarzen Polkadots stelle ich mir so ein Portfolio ganz cool vor.
Vielleicht bis auf die Tatsache, dass der schöne Stoff schon nach zwei Tagen aussehen würde wie durch eine Mondlandschaft gezogen.
Wenn etwas nicht strapezierfähig ist, ist es in meinem Alltag leicht fehl am Platz – Gebrauchsgegenstände fasse ich ungern nur mit Samthandschuhen an.

Auf einem anderen Blog stieß ich schließlich auf eine andere Idee, die sich wunderbar mit meiner Ausmist- und Wegwerfphase gedeckt hat.


© MaryJanes and Galoshes

Man nehme ein altes Hardcoverbuch, Einschlagpapier, Kleber und voilà.
Unter den Lateinbüchern, die wir mal umsonst in der Schule bekommen haben, weil die auch nichts mehr damit anfangen konnte, war sogar ein Hardcover. An sich sah es schon ganz nett aus, ich habe kein Foto, aber es hatte Retro-Charme. Leider nicht genug um mich umzustimmen, Packpapier als Einband zu nehmen.
Hardcoverbücher bekommt man bestimmt sehr günstig in der Bücherei, da gibt es doch ab und zu immer einen Verkauf von ausgemisteten Sachen. Ansonsten: Stichwort Flohmarkt. Wenn ich irgendwann noch so ein Portfolio machen möchte, werde ich da suchen, da hat Laura neulich auch sehr günstig alte Bücher mit sehr schönem Einband erstanden. Man muss es nur noch übers Herz bringen, die Seiten zu entfernen.
Mein Hardcoverenotizblock sollte entfernt zum Thema Metropolis passen. Fragt nicht!
Ich hatte keinen Leim oder guten Papierkleber da, weswegen das Resultat etwas suboptimal ist, aber es stört mich nicht. Hals-über-Kopf-Bastelaktionen werden eben nur selten perfekt.
Das Buch habe ich mit Packpapier eingeschlagen, das hat farblich am besten zu dem Bild gepasst, das ich mal aus einer Broschüre ausgeschnitten habe. Ein paar Zeitungsfetzen und natürlich mein standardmäßiges gemaltes Auge (um von der durchscheinenden Schrift wenigstens etwas abzulenken).



Die Bilder sind eigentlich in der falschen Reihenfolge. Das Auge ist hinten, der Maschinenmensch vorne.
Für den Notizblock-Teil habe ich einfach einige Seiten aus einem Spiralblock aus Schulzeiten gerissen und mit der Papierschneidemaschine zurecht geschnitten.

 

Das Fach für Zettel ist etwas provisorisch. Vielleicht reiße ich es irgendwann raus und bastel ein neues hin, mal sehen. Bis jetzt hat es seinen Zweck super erfüllt.

Abschließend habe ich dem Einband noch eine Schicht DesignFreeze verpasst. Ich liebe es, es ist jetzt als hätte das Papier eine dünne Schicht Plastik oben drauf. Es ist wasserabweisend (abwischbar! Fast immun gegen Schmutz!) und sehr viel stabiler. Nur Papier als Einband wäre bei meinen Verhältnissen schon in kurzer Zeit voller Macken und Risse.

Als nächstes kritzel ich noch Sprüche auf den Einband. Je surrealer desto besser, harhar.

 
Wahrscheinlich ist es nicht unbedingt aufgefallen, dass manche Bilder ein neues Format haben. Und hoffentlich bessere Qualität. Mit meiner alten Digitalamera konnte ich einfach nicht mehr zufriedenstellend arbeiten, daher habe ich die Investition gewagt und eine neue Kamera gekauft, die mir das Fotografieren hoffentlich sehr vereinfacht und ich keine zwanzig Bilder mehr schießen muss, bis eins darunter ist, das nicht verwackelt oder unscharf ist.

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