Nix für Lemminge #4 {Märchen} Inspiration

Samstag, 02. August 2014

Dies ist eine Premiere. Die erste Blogaktion, an der ich teilnehme – alle Zeichen standen positiv: super Thema. Sofortige Inspiration. Zufälligerweise habe ich gerade etwas mehr Zeit und auch richtig Lust aufs Nähen. Mein Fundus hat noch richtig viel an Stoffen hergegeben, ich musste nur einen kaufen.

Bei Nix für Lemminge, das Alexandra von mamamachtsachen ausrichtet, geht es diesmal um das Thema Märchen im weitesten Sinne.
Fakt ist: Ich kann Märchen nichts abgewinnen. Als Kind hatte ich richtig Angst vor den Geschichten; meine Eltern haben mir bewusst keine vorgelesen, irgendwie kam ich trotzdem damit in Berührung. Wahrscheinlich kann ich deswegen Märchen nicht wirklich von der romantischen Seite betrachten, sondern sehe meistens halb Horrorstory, halb Moralkeule darin.
Auch bin ich absolut kein Fan von Disney-Filmen. Klar habe ich die als Kind auch auf VHS gesehen – Mulan war dabei die einzige Geschichte, die mir wirklich gefallen hat – aber nostalgisch werde ich beim Gedanken daran nicht. Jetzt da ich erwachsen bin und die rassistischen Untertöne und Stereotypisierung durchschaue haben die Filme einfach einen zu unangenehmen Beigeschmack.

Kurze Überlegung: Rotkäppchen wäre bei mir die naheliegendste Wahl, da Rot meine liebste Kleidungsfarbe ist. Aber ich habe schon einen roten Mantel mit Kapuze, den ich abgöttisch liebe. Wenn ich mir ein Rotkäppchen-Outfit genäht hätte, müsste da in irgendeiner Weise ein Wolfspelz integriert sein, den ich als Jagdtrophäe trage. Ich will mich nicht als braves Mädchen darstellen, das die Oma besuchen geht.
Da das Thema sich aber eher am Fantastischen, Nicht-alltäglichen orientiert als an Märchen per se kam mir also sehr recht.
Mein zweiter Gedankengang war dann mich an bösen Hexen und Stiefmüttern zu orientieren. Ich wollte auf jeden Fall weg von Prinzessinnen und tugendhaften Mädchen (no offence), auch wenn oder gerade weil letzteres mehr der Realität entspricht.
Schon vor Monaten bin ich beim Surfen auf Tumblr auf diese Bilder gestoßen:



Katie McGrath as Hades & Angel Coulby as Persephone
Source

Ich bin ein totaler Fan davon, wenn Leute für Charaktere Schauspieler auswählen, die sie perfekt für die Rolle halten (fan casting), wenn dabei das Geschlecht gewechselt wird, umso besser (gender bending). Schon als ich diesen Fancast das erste Mal gesehen habe war mir klar, dass Hades und Persephone für mich fortan so aussehen werden. Warum sollte es nicht zwei Königinnen der Unterwelt geben?
Dann habe ich A Silver Splendour, A Flame von Catherynne M. Valente entdeckt – ein Gedicht, das auf eine Weise zu mir spricht, wie ich es schon lange nicht mehr erlebt habe, und wenn ich es lese, dann mit einem Südstaatenakzent, die griechische Mythologie als Varieté.
Nach kurzem Inspirationsblitz habe ich Alexandra also schnell einen Kommentar geschrieben: ob ich auch die griechische Mythologie als Inspiration verwenden könne? Ich erhielt grünes Licht und kann nun mein Thema preisgeben:

Hades & Persephone

Glaubt mir, ich finde die Geschichte kein bisschen romantisch. Entführt und gezwungen, jedes halbe Jahr in die Unterwelt zurück zu kehren? Lovestory ist anders. Aber Persephone als Königin der Unterwelt/Fruchtbarkeitsgöttin bietet genau das Maß an Makaber und Ernsthaftigkeit, das ich gesucht habe, während ich trotzdem verspielte Elemente einfließen lassen kann. Ich denke da an Blumen aus Draht, haufenweise alter Schmuck mit floralen Elementen, gesmokte Details, Federn (can I just say Brandon Flowers Feather Suit?), gedeckte Farben. Mein Outfit wird von der Herrenmode inspiriert sein – dieser Pinterest-Pin zeigt ganz gut, wie ich mir den Mix aus Strenge (Totenwelt) und Verspieltheit (Frühling, Fruchtbarkeit) vorstelle.
Mein Moodboard bei Pinterest ist auch schon gut gefüllt. Meine Entwürfe sind schon fertig, die gibt es dann beim nächsten Mal zu sehen.

Follow Jenny’s board Moodboard: Hades & Persephone on Pinterest.

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Motto-Monat: Taschenvielfalt

Montag, 03. September 2012

Meike hat wieder einen Motto-Monat ausgerufen. Der ganze September läuft unter dem Näh-Thema “Taschen”, worüber ich mir schon freudig die Hände gerieben habe. Die meisten, die mich näher kennen, wissen: ich brauche Taschen. Was mich meistens am Tragen von Röcken und Kleidern hindert ist, wie ich mittlerweile gemerkt habe, der Mangel an Taschen, in die ich Schlüssel und Handy stecken kann. Ich brauche (mindestens) diese zwei Dinge an mir dran, wenn ich unterwegs bin, weil ich sonst dauernd zwanghaft in meinem Rucksack nachgucke, ob sie noch da sind.
Deswegen habe ich auch in die Plisee-Röcke, die ich von meiner Oma geerbt habe, Nahttaschen in die Seitennaht eingenäht. Das einzige Manko ist, dass die Röcke nur eine Naht haben (die ich zur Seitennaht ernannt habe) und damit nur eine Tasche, in der das Zeug drin ist, und ich deshalb oft die eine Seite etwas hochziehen muss weil der Rock schräg sitzt. Aber egal, Hauptsache Taschen! Darum wusste ich auch sofort, dass ich dieses Mal beim Motto-Monat mitmachen werde.


Beim Taschen-September geht es, wie Meike im Blogpost betont, um Taschen auf und an selbst genähter Erwachsenenbekleidung. Jeden zweiten Montag wird zusammengefasst, was man bisher so geschafft hat.

Der heutige Montag ist für die Vorstellung von Ideen, Plänen und bereits genähten Sachen.
Schon lange habe ich die Hose aus der Burda style 7/2011 (eins meiner Lieblingshefte) im Hinterkopf, siehe Bild links. Die Fotostrecke hatte das Motto “The Tourist” und zeigte vor allem luftige, gut kombinierbare Teile aus Jersey oder anderen bequemen Stoffen. Und so eine Hose ist doch super zum Reisen.
So eine ähnliche habe ich bereits (grauer, leichter Jersey) und trage sie andauernd weil sie superbequem ist. Daher brauche ich noch eine zweite!
Wir man sowohl auf dem Foto als auch auf der Modellzeichnung sieht hat die Hose tiefe Hüftpassentaschen – genau nach meinem Geschmack und passt super zum Motto-Monat.
Natron hat die Hose auch schon nachgenäht und weil mir ihr Ergebnis auch sehr gefällt und sie nichts Schlechtes über den Schnitt schreibt sehe ich auch kein Hindernis mehr, die Hose selbst zu nähen.
Der Stoff liegt auch schon bereit: ein petrol/schwarzes Etwas mit großen Karos. Ein Reststück von Karstadt, auf dem keine Materialangabe war. Der Stoff fühlt sich etwas an wie Viskose, da muss aber was Synthetisches mit dabei sein. 100% künstlich ist er aber nicht, meine ich, falls ich der Brennprobe trauen kann. Kurzum: Fühlt sich gut an, fällt schön, ist leicht, war ein Schnäppchen. Alle sind glücklich.

Als zweites möchte ich ein angefangenes Hemdblusenkleid versorgen. Ich liebe den Schnitt, aber das Teil sieht mit dem Muster einfach panne aus und ist an der Hüfte auch noch zu eng. Der eine Ärmel ist auch noch nicht eingesetzt. Überhaupt werde ich die Ärmel auch noch ein gutes Stück kürzen. Und die Knopflöcher und Knöpfe fehlen; letztere werden grün sein, das kommt im Muster gar nicht vor, ergänzt es aber super.
Ich werde es kürzen und als Bluse tragen, das wird viel besser aussehen. In der jetzigen Länge – etwa bis zum Knie – ist das Muster einfach zu viel des Guten, das Kleid sieht eher nach Putzkittel aus.
Das Kleid hat Taschen in den Seitennähten – ob ich die bei der Bluse weiter nach oben versetze und drinnen lasse denke ich eher nicht. Ich habe da so eine aufgesetzte XXS-Tasche im Hinterkopf; wie bei einem Herrenhemd, nur in klein, vielleicht in einem Kontrast (weiß?) oder mit einer kontrastfarbenen Paspel oder so.
Oder eine kleine Pattentasche, also mit einer Klappe, und ein grüner Knopf dazu.
Der Schnitt ist aus der Burda style 06/2011, dieser Bardot-Ausgabe, die ebenfalls eine meiner liebsten ist.

Dann habe ich noch verschiedene Stoffe in meinen Kisten, bei denen ich ein paar Ideen habe, mir aber noch unschlüssig bin. Zum Beispiel den Miss America-Stoff unten, marineblau mit weißen Sternen statt Polkadots:

Da ist nur noch ein recht kleiner Rest von da – mehr als die Hälfte ging für einen Kissenbezug drauf, und der Stoff an sich war auch ein Reststück. Mit dem Rest vom Rest könnte ich mir einen Rock im Stil vom taubengrauen Polkadot-Rock vorstellen, mit den gleichen Taschen, die aber durch eine Paspel geschmückt werden. Weiße und rote Akzente kann ich mir dabei so gut vorstellen, bloß… Ich versuche mich so unpolitisch wie möglich zu kleiden. Was wahrscheinlich auch schon wieder politisch ist. Jedenfalls vermeide ich Amerika-Flaggen, Aufdrucke von Models mit Federschmuck und “Kriegsbemalung” und blödsinnige Sprüche auf Kleidung wie der Teufel das Weihwasser. Daher wird das kein Miss America-Rock werden. Aber weiße Sterne und weiße Paspel müsste gehen, ohne dass der Rock gleich AMERIKA! schreit. Ein Sternengucker-Rock. Vielleicht wird auch gar nix draus.
Der Blümchenstoff ist für ein Kleid für meine Mama, das noch nicht fest steht, und das ich auch lieber aus dem Motto-Monat ausklammere, da ich mir damit Zeit lassen will. Der Stoff ist jedenfalls perfekt für den Sommer, sehr leicht gewebte Baumwolle.

Diesen Sommer habe ich gemerkt, dass ich ganz gerne ein T-Shirt-Kleid hätte. Inspiration habe ich mir mal von Modcloth geholt:

So many pockets, so little fabric. Ich hab noch einen Ballen Jersey, den ich dafür verwenden könnte. Was genau ich mache, werde ich mir im Laufe der Zeit überlegen.
Zumindest habe ich schon zwei Projekte zu bewältigen, also eins nach dem anderen. :D

Sieben Sachen – KW 13

Sonntag, 01. April 2012

Inspiriert von der Sieben Sachen-Serie von Frau Liebe, aber in eigener Interpretation: sieben Sachen, für die ich letzte Woche meine Hände gebraucht habe. Für wie lange ist unwichtig.


Der Frühjahrsputz geht weiter: geerbten Nähkrimskrams sortiert.


Stoffkisten ausgemistet (kleine Auswahl).


Endlich mal wieder ein Buch fertig gelesen und neue Lektüre aufgeschlagen (danke Diana fürs Ausleihen!).


Geerbte Röcke gekürzt und enger gemacht – zum Glück liegt Plissee im Trend.


Die neue Burda easy fashion durchgeblättert und für sehr gut befunden.


Osterdeko für Grußkarten fotografiert.


Von der easy fashion beschwingt und inspiriert meine neuen Wasserfarben und Zeichenblock ausprobiert. Mit staubigem Pinsel wird das Ergebnis natürlich besonders sauber.

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