Heinke-Beweihräucherung

Dienstag, 20. März 2012

Nachdem der Sonntag hier eher verregnet war, ist heute wieder die Sonne rausgekommen – den Waldspaziergang mit dem Hund habe ich heute im T-Shirt gemacht. Ich hoffe, die milden Temperaturen bleiben und wirken sich positiv auf mein Gemüt aus, das nach dem eisigen Winter und ständigen Wetterumschwüngen ganz schön gebeutelt ist.
Ein bisschen schade allerdings finde ich schon, dass es mittlerweile zu warm ist, um meine neuen Warmhalter tatsächlich auch in Kombination tragen zu können. :D

Dieser Blogeintrag soll sich um eine superliebe Person und ihre Kreationen drehen – Heinke! Sie hat mir am Montag meine Mütze überreicht. Ich kenne Heinke jetzt schon eine ganze Weile und schätze sie sehr – man kann sie einfach nur mögen. (Und juhu, ich kann mich wunderbar über Feminismus und andere ernste Themen mit ihr unterhalten!) In ihrem Store verkauft sie selbstgehäkelte und -genähte Mützen und Schals und ich freue mich riesig, dass ihre Mützen mittlerweile auch schon in Funk und Fernsehen auftauchen, was sie auch auf ihrer News-Seite dokumentiert.

Ich habe mir von Heinke eine grüne Häkelmütze ohne Schnickschnack gewünscht und sie hat genau das gehäkelt, was ich haben wollte. Da die Mütze etwas gröber gehäkelt ist, ist sie auch schön luftig und so konnte ich sie doch schon probetragen ohne in Hitzewallungen auszubrechen.



Meinen Loopschal habe ich allerdings schon etwas länger, den konnte ich schon in der Kälte tragen. Die Wolle ist so superweich, dass ich mich auf dem Weg von und zur Bahn immer schön in den Schal kuscheln konnte, Musik in die Ohren und den Gedanken nachhängen. Ich freue mich richtig drauf, die Teile zusammen zu tragen, aber jetzt ist erst mal Frühling angesagt!


Dieser Blogpost ist nicht gesponsert, ich habe die Sachen selbst von Heinke erworben, meine Meinungen sind auch nicht erkauft, keiner wurde bestochen, bei uns geht alles mit rechten Dingen zu. ;)

How would you cope if the world decided to make you suffer for all that you were?

Dienstag, 22. November 2011

Als ich vor einigen Jahren die ersten Gehversuche mit der Nähmaschine unternommen habe, habe ich mir gerne Inspiration von einer Livejournal-Community geholt. Ich weiß gar nicht mehr, wie sie heißt, weil ich auch schon lange nicht mehr dort vorbei schaue. Es ging eher um die Weiterverarbeitung oder das Aufpeppen von bereits vorhandenen Kleiderstücken als um die Selbsterstellung von Klamotten und hatte viele dankbare Projekte für Anfänger zu bieten.
Im Kopf geblieben ist mir allerdings Lex mit ihrem Label Smarmy Clothes. Ich habe schon damals ihre Farb- und Musterzusammenstellung und die Weiterverarbeitung von Band-T-Shirts bewundert (sie betreibt übrigens auch eine Tutorialseite).
Jahre später bin ich dann auf eine Kollektion von Maya Hansen gestoßen, ich weiß gar nicht mehr ob der Link in Zusammenhang mit Smarmy Clothes genannt wurde oder ob ich selbst beides in Verbindung gebracht habe. Jedenfalls finde ich die Kombi Korsett bzw. Korsagenoberteil plus Bandshirt verdammt cool. Damals habe ich auch schon erste stümperhafte Versuche in diese Richtung unternommen, bin aber am Jersey der Shirts verzweifelt. Viel hat sich da auch nicht geändert. Heute weiß ich zwar mehr, aber gewisse Dämonen fordere ich nur ungern heraus.

Vor ein paar Wochen habe ich das Projekt Korsage dann aber in Angriff genommen. Den Anstoß dazu hat wahrscheinlich die Korsage gedient, die ich auf dem Flohmarkt gefunden habe, ganz schlicht in schwarz, sieht eher aus wie ein trägerloses Top als eine Korsage. Das Tragegefühl war so überraschend angenehm, dass alle Zweifel beseitigt waren. Ich habe das Gefühl, dass meinem Rücken die gerade Haltung, die man durch die Stützstäbchen hat, total gut tut; ich habe mich auch nicht wie befürchtet eingeengt gefühlt und Luft holen war auch kein Problem.
Also: let’s do it. Da man angenehmer Weise eher wenig Stoff benötigt, habe ich geguckt, was meine Reste so hergeben und mich dann – unüblich bei mir, aber super hilfreich! – an die Skizzen gesetzt:

Ein Unterbrustkorsett ohne Schnürung sollte es werden (also die Skizzen links), Farbschema schwarz/rot. Nächster Schritt: Zuschneiden und Materialien zusammensuchen.

Zuerst habe ich ein Probeteil aus festem Baumwollstoff genäht. Den habe ich von meiner Großcousine, die ihn von der Schwiegermutter bekommen hat, falls ich das richtig im Kopf habe. Probeteil hat nach ein paar Änderungen gepasst und wurde wieder auseinander genommen, um den Oberstoff damit zu verstärken. Das funktioniert super! Der Oberstoff ist ein ziegelroter Satin, von dem man nicht richtig sagen kann ob er rot oder orange ist, teils mit Polkadot-Tüll überzogen (ich dachte ich brauche diese Reste niemals auf, und tada! Eines Besseren belehrt.), als Futter schwarzen Futterstoff und zum Schließen Reste des Haken-und-Ösen-Bandes, das ich auch schon jahrelang besitze und nicht angerührt habe. Bei manchen Dingen warte ich eben gerne auf das Projekt, vor allem, wenn sie so teuer sind wie das Band…
Nicht abgebildet sind Korsettstäbchen, Satin-Schrägband und Satinband, mit dem ich die Nähte verdeckt habe.
Viele Arbeitsstunden später sieht das Ergebnis so aus:

Ich bin verdammt stolz. Gut, am Futter hab ich übel geschlampt, aber hey, ich wollte fertig werden und irgendwann ist dann auch meine Geduld zu Ende. Aber mit dem Rest bin ich erstaunlich zufrieden. Ich hatte weit weniger Probleme und Nervenzusammenbrüche als erwartet, dafür, dass das Ergebnis so überzeugend geworden ist. Wahrscheinlich, weil ich im Voraus geplant und ein Probestück gemacht habe. Es passt auch super, ist an ein paar Stellen vielleicht einen Hauch zu groß, aber das macht nichts. Vielleicht ist es auch eher eine Korsage als ein Korsett, so stark formt es meinen Körper nämlich nicht.
Der Soundtrack (und Namengeber) für dieses Teil war Girls like you von The Naked and Famous: don’t you know people write songs about girls like you?

Das Outfit werde ich übrigens an der nächsten Premiere anziehen, ich freue mich enorm. Diese Premiere wird mein vorgezogenes Weihnachten. Nein, besser, aus Weihnachten mache ich mir nicht viel.

Sordid details following

Montag, 24. Oktober 2011

Vor einiger Zeit – ich denke, ich kann getrost von Monaten sprechen – habe ich auf der Suche nach Ideen und Inspiration Modcloth durchsurft und habe mich etwas verguckt. War ja auch zu erwarten, die Seite hat wirklich viele schöne Klamotten online, die ich nachnähen würde.
Speziell geht es um das such a Sweetheart-Kleid, das einfach so viele meiner Lieblingsformen und -details verbindet, dass ich den Versuch wagen wollte, meine eigene Version zu nähen. Zuerst habe ich einen nähren Blick vorgenommen und die Details notiert:

Die Bilder geben schon einiges her, wo was angenäht worden ist und wo sich welche Details im Original befinden. Kann ja aber alles nach eigenem Geschmack geändert werden, zum Beispiel ist ein durchscheinender Rock ein absolutes No-Go für mich, bei sowas fühle ich mich nicht wohl. Also entweder blickdichte Baumwolle oder Futter. (Die Wahl fiel auf letzteres, da meine Baumwolle mir auch nicht blickdicht genug war.)
Was die Farben anging war klar, dass Schwarz den Hauptpart spielen würde. Grau fand ich als Kontrast ziemlich cool, passt auch zu allen Accessoires, Strumpfhosen, Lippenstiften und so weiter. Auf der kleinen Vorschau dachte ich, der graue Stoff sei meliert, aber im Zoom ist zu sehen, dass der Stoff gestreift ist. Gefällt mir nicht ganz so gut, muss ja aber auch nicht übernommen werden.

Bei der Stoffauswahl war ich etwas eingeschränkt. Ich wollte für das Oberteil Jersey nehmen, weil ich die Idee von der unterschiedlichen Textur und dem unterschiedlichen Habitus der Stoffe auch noch ein schönes Detail finde. Grauen Jersey, wie ich ihn mir vorgestellt hatte, habe ich nicht gefunden. Was mir stattdessen gut gefallen hat war ein anthrazitfarbener Jersey, der je nach Licht auch nach Graulila aussieht. Damit ist der farbliche Kontrast zwar nicht mehr so groß, aber auch kleine Farbkontraste weiß ich zu schätzen.

Beim Oberteil habe ich hin und her überlegt, ob ich einen Schnitt von einem Bustier o.ä. verwenden soll, habe mich dann aber selbst an einem Muster versucht und zur Sicherheit noch ein Probeteil angefertigt. Hat geklappt. Also das Ganze auf den mit Vlieseline bebügelten Jersey übertragen und anprobiert. Dabei habe ich dann die Abnäher gesteckt und später mit Faden markiert.

Bis dahin hat alles wunderbar hingehauen und auch das restliche Kleid zusammen zu werfen hat geklappt. Mein einziges Problem, oder besser gesagt der einzige Störfaktor ist für mich jetzt, dass der Rockteil durch das Futter am Oberteil etwas absteht und so aufgepufft wirkt. Das könnte sich durch eine Runde bügeln beheben lassen, aber ich habe etwas Angst, nach einigen Stunden Tragen wieder ein taillenloses, puffiges Kleid zu haben. Ich bin gerade noch dabei, dieses Problem in den Griff zu kriegen. Die Lösung habe ich mir schon überlegt und der Anfang ist auch gemacht, aber der Antrieb, der fehlt mal wieder. Da es aber mittlerweile sowieso viel zu kalt ist, um dieses Kleid auf der nächsten Theaterpremiere zu tragen, bin ich auch nicht sonderlich in Eile.

Bei mir ist es übrigens auch kein Sweetheart-Kleid. Bei mir heißt es Ashes to ashes (funk to funky), weil das Lied von David Bowie beim Nähen rauf und runter lief.
Sehr viel länger hinhalten will ich euch nicht, hier sind Bilder vom fast fertigen Kleid, ungebügelt und so weiter, weshalb es teilweise etwas schief und aufgebauscht aussieht:

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