Sordid details following

Montag, 24. Oktober 2011

Vor einiger Zeit – ich denke, ich kann getrost von Monaten sprechen – habe ich auf der Suche nach Ideen und Inspiration Modcloth durchsurft und habe mich etwas verguckt. War ja auch zu erwarten, die Seite hat wirklich viele schöne Klamotten online, die ich nachnähen würde.
Speziell geht es um das such a Sweetheart-Kleid, das einfach so viele meiner Lieblingsformen und -details verbindet, dass ich den Versuch wagen wollte, meine eigene Version zu nähen. Zuerst habe ich einen nähren Blick vorgenommen und die Details notiert:

Die Bilder geben schon einiges her, wo was angenäht worden ist und wo sich welche Details im Original befinden. Kann ja aber alles nach eigenem Geschmack geändert werden, zum Beispiel ist ein durchscheinender Rock ein absolutes No-Go für mich, bei sowas fühle ich mich nicht wohl. Also entweder blickdichte Baumwolle oder Futter. (Die Wahl fiel auf letzteres, da meine Baumwolle mir auch nicht blickdicht genug war.)
Was die Farben anging war klar, dass Schwarz den Hauptpart spielen würde. Grau fand ich als Kontrast ziemlich cool, passt auch zu allen Accessoires, Strumpfhosen, Lippenstiften und so weiter. Auf der kleinen Vorschau dachte ich, der graue Stoff sei meliert, aber im Zoom ist zu sehen, dass der Stoff gestreift ist. Gefällt mir nicht ganz so gut, muss ja aber auch nicht übernommen werden.

Bei der Stoffauswahl war ich etwas eingeschränkt. Ich wollte für das Oberteil Jersey nehmen, weil ich die Idee von der unterschiedlichen Textur und dem unterschiedlichen Habitus der Stoffe auch noch ein schönes Detail finde. Grauen Jersey, wie ich ihn mir vorgestellt hatte, habe ich nicht gefunden. Was mir stattdessen gut gefallen hat war ein anthrazitfarbener Jersey, der je nach Licht auch nach Graulila aussieht. Damit ist der farbliche Kontrast zwar nicht mehr so groß, aber auch kleine Farbkontraste weiß ich zu schätzen.

Beim Oberteil habe ich hin und her überlegt, ob ich einen Schnitt von einem Bustier o.ä. verwenden soll, habe mich dann aber selbst an einem Muster versucht und zur Sicherheit noch ein Probeteil angefertigt. Hat geklappt. Also das Ganze auf den mit Vlieseline bebügelten Jersey übertragen und anprobiert. Dabei habe ich dann die Abnäher gesteckt und später mit Faden markiert.

Bis dahin hat alles wunderbar hingehauen und auch das restliche Kleid zusammen zu werfen hat geklappt. Mein einziges Problem, oder besser gesagt der einzige Störfaktor ist für mich jetzt, dass der Rockteil durch das Futter am Oberteil etwas absteht und so aufgepufft wirkt. Das könnte sich durch eine Runde bügeln beheben lassen, aber ich habe etwas Angst, nach einigen Stunden Tragen wieder ein taillenloses, puffiges Kleid zu haben. Ich bin gerade noch dabei, dieses Problem in den Griff zu kriegen. Die Lösung habe ich mir schon überlegt und der Anfang ist auch gemacht, aber der Antrieb, der fehlt mal wieder. Da es aber mittlerweile sowieso viel zu kalt ist, um dieses Kleid auf der nächsten Theaterpremiere zu tragen, bin ich auch nicht sonderlich in Eile.

Bei mir ist es übrigens auch kein Sweetheart-Kleid. Bei mir heißt es Ashes to ashes (funk to funky), weil das Lied von David Bowie beim Nähen rauf und runter lief.
Sehr viel länger hinhalten will ich euch nicht, hier sind Bilder vom fast fertigen Kleid, ungebügelt und so weiter, weshalb es teilweise etwas schief und aufgebauscht aussieht:

Serious sewing business

Mittwoch, 05. Oktober 2011

Vor ein paar Wochen habe ich meinen Stoffvorrat ausgemistet. Rausgeflogen sind alle Stücke, die zu klein für Taschen sind und sich nicht für Probestücke eignen. Ich war erstaunt, wie viel Platz ich danach wieder in den Stoffkisten hatte. Gut, ich bin auch eher Radikalausmisterin, bereue aber auch sehr selten, etwas weggeschmissen oder -gegeben zu haben.
Nach der Ausmistaktion habe ich mir vorgenommen, keinen Stoff auf Vorrat zu kaufen. Das hat mehrere Gründe.
Erstens habe ich wie wir alle nicht unbegrenzt Stauraum. Zweitens habe ich wie wir alle nicht unbegrenzte finanzielle Mittel. Drittens finde ich es einfach erfüllender, wenn ich auch wirklich sehe, dass ich etwas abarbeite und ein Projekt vor Augen habe. Produktivitätssteigerung, sozusagen. Über sowas habe ich mir als ich angefangen habe zu nähen wirklich keine Gedanken gemacht, jetzt ist das etwas, was mich wirklich beschäftigt.

Erfreulicherweise bin ich nicht die Einzige, die sich über sowas Gedanken macht: bei Tilly and the buttons findet sich ein eigenes Projekt zum Thema Produktivität beim Nähen.
Die Idee mit der Liste hatte ich selbst schon, ist ja auch naheliegend. (Ja, es kam auch schon vor dass ich Stoff bestellt habe und beim Aufmachen des Pakets nicht mehr wusste, wofür ich diesen oder jenen Stoff im Sinn gehabt hatte…) Ich mag den Datenbank-Charakter der Excel-Tabelle sehr, allerdings war mir selbst eine Liste im Computer zu unspontan. Ich hatte eher an eine Art Skizzenbuch gedacht mit Fotos, Ausdrucken, Zeichnungen, eventuellen Stoffproben, Details zum Material und so weiter. Bestimmt zwei Wochen vor der Bestellung habe ich mir also meine Burda-Hefte gemütlich durchgeguckt und notiert, was ich nachnähen wollte, auf meinen Inspirationsseiten gesurft, ob ich vielleicht Anreize finde.

Oben ist meine Version der Liste zu sehen. Vorm Bestellen habe ich mir Projekte ausgesucht, die empfohlene Stoffmenge und -art notiert, falls vorhanden, und Bilder ausgedruckt. Eine Hilfe war das beim Bestellen allemal, aber als der Stoff dann da war, bin ich wankelmütig geworden. Soll ich den Jersey wirklich als Futter und nicht als Oberstoff für ein ganz anderes Projekt nehmen? Soll ich wirklich die Hose nachnähen? Der Stoff würde sich auch gut für ein spontanes anderes Stück eignen…
So kommt es mir jetzt vor, als hätte ich trotzdem auf Vorrat gekauft, weil ein paar Projekte mittlerweile weggefallen zu sein scheinen. Zumindest bin ich mir sehr unsicher, ob ich die Kleidungsstücke auch wirklich nähen soll (teils wirklich, weil ich den Stoff so schön finde und nicht anschneiden will, dann reicht er ja nicht mehr für die Fake-Quilt-Decke, von der ich träume…).

Zumindest habe ich jetzt genug Stoff für meine nächsten Projekte und ein paar Sachen sind auch schon in der Mache bzw. sogar fertig. Berichte und Fotos folgen natürlich – meistens fehlen dann nur so Kleinigkeiten wie den Saum fertig stellen. Und Zeit. Seufz.

Projekt Ballon

Dienstag, 19. Juli 2011

Von der inspirierenden Wirkung, die Burda-Hefte auf mich haben, habe ich ja bereits mehrfach berichtet. Zu diesem Zeitpunkt befinden sich sechs Hefte (zweimal Burda easy fashion und viermal Burda Style) in meinem Besitz, was auch noch eine Weile so bleiben wird, wenn ich mir die Vorschau auf das August-Heft so angucke. Da ist nichts dabei, was mich begeistern kann oder was ich nicht aus den Schnitten meiner anderen Hefte zusammenschustern könnte.
Überhaupt ist mir aufgefallen, dass sich bestimmte Arten von Schnittmustern und Details wiederholen. Was ja nicht unbedingt schlecht und auch bei so einem langlebigen Magazin wie Burda nachvollziehbar ist und mir die Entscheidung, ob ich ein Heft kaufen soll oder nicht, ziemlich erleichtert.

In meinem Kopf hat sich langsam eine Idee manifestiert, vielleicht, weil sich in den letzten Paar Heften wie gesagt eine bestimmte Art Klamotte immer wiederholte.

Im Juni-Heft (6/11) konnte man dieses Ballonkleid finden, das mir ziemlich gut gefallen hat und ich auch schon nachgenäht habe:

Ich finde es sehr gut, wenn Burda Modelle in mehreren Ausführungen abbildet. Manchmal kann ich mich mit Modellen absolut nicht anfreunden, wenn ich die Fotos im Heft sehe, da mit Stoff und/oder Styling nicht gefallen. Wenn ich dann sehe, was andere Burda-Leser aus den Schnitten machen, bin ich immer wieder überrascht, wie gut das fertige Teil aussieht, und auch eher gewillt, dem Schnitt eine zweite Chance zu geben.
Das Ballonkleid gefällt mir in allen drei Ausführungen – Schnittmuster ist hier immer das gleiche – ziemlich gut, wobei ich das mittlere Kleid für mich als am alltagstauglichsten einstufen würde.
(Am Rande – das Ballonkleid war zusammen mit unter anderem dem Bikini-Schnitt der Grund für den Kauf des Heftes. Den Bikini habe ich auch bereits nachgenäht, allerdings mit einheitlichem Oberteil und Hose. Rote Polkadots. Davon gibt es allerdings kein Bild, nur von der Burda-Version:


Den Schnitt für die Bikinihose habe ich schon öfters verwendet, allerdings eher für Unterwäsche. :tongue: Schöner wandelbarer Basisschnitt, so gefällt mir das.)

Das Heft 12/09 habe ich neulich extra über den Kundenservice bei Burda angefordert. Diese Capes! Traumhaft. Das hat wirklich Nachmachwert, allerdings bezweifle ich, dass ein Cape für mich die richtige Wahl wäre. Ich habe etwas Angst, dass mir eine Jacke ohne Ärmel zu umständlich ist und etwas für feine Anlässe brauche ich nicht, so viele kommen da im Jahr wahrlich nicht zusammen. Besonders gefällt mir neben dem sportlichen Cape das im Ballon-Stil (linke Seite). Das gesamte Teil finde ich wirklich gelungen, auch wenn mir der pinke Duchesse-Stoff zu schickimicki für den Alltag wäre. Aber nichts, was ich nicht anziehen würde, im Gegenteil. Die Kapuze ist ein weiterer Pluspunkt.

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