Montag
06. Februar
2012

Sir yes Sir

Dieses Projekt basiert auf einer Idee, die sich im Laufe der Überlegungen so stark geändert hat, dass sie fast nichts mehr mit der Inspirationsquelle gemein hat. Lassen wir das “fast” weg, sie hat nichts mehr damit gemein. Wahrscheinlich gut so, eigener Stil, et cetera, aber argh, das Ausgangsteil hat mir so verdammt gut gefallen. Aber wer weiß, vielleicht kann ich es mir mal beim Kostümverkauf unter den Nagel reißen.
Gesehen habe ich das Teil in einem Theaterstück. Einer meiner Freunde trug in der Schlussszene eine verdammt coole Jacke. Bilder davon habe ich leider nicht gefunden, denn die Jacke ist nicht gerade leicht zu beschreiben. Sie sah aus wie etwas, das ich mir an einem Hofnarr zu Shakespeares Zeiten vorstellen könnte (von dem stammte das Stück nämlich) – passt also voll in mein Beuteschema. Wie aus Leinen mit bunten Einsätzen dann schwarzer Jersey geworden ist, kann ich selbst nicht mehr so genau nachvollziehen, ich glaube das hing damit zusammen, dass meine Übergangsjacke (ein ärzte-Kapuzenpulli mit Reißverschluss) mittlerweile etwa 6 Jahre auf dem Buckel hat und dementsprechend zerschlissen aussieht, innen aufgerauter Jersey aber so gemüüütlich ist. Außerdem verschluckt er gerne kleine Ungenauigkeiten, was mir in der Regel gelegen kommt. :D
Dass aus bunt dann anthrazit wurde kann ich mir nur dadurch erklären, dass ich keinen anderen gemusterten Stoff da hatte, der überzeugt hat.

Als Vorlage habe ich mir die Burda Style 12/09 geschnappt. Da ist ein Schnittmuster für einen (Herren-)Kapuzenpulli drin. Gefällt auch, aber verwendet habe ich es dann doch nicht, weil mir das zu viele Nähte an Stellen waren, wo ich keine Nähte haben wollte. Also habe ich mir für den Rumpf und die Ärmel ein Schnittmuster für ein Kapuzenshirt ausgesucht.

Edward Cullen hier trägt den Hoodie, die Dame eine Abwandlung des Shirts ohne Kapuze aber mit Knopfleiste. Nichts Aufregendes. Den Rumpf habe ich auch so gelassen, Ärmel größtenteils auch, allerdings habe ich selbst die Kapuze entworfen und ein paar andere Details eingefügt, wie Paspeltaschen und Aufsätze an den Schultern mit einer durchlaufenden Paspel.

Eine Paspel ist ein Stück Stoff, das zwischen Nähten hervorschaut, könnte man sagen… Manchmal ist eine Kordel o.ä. eingefügt – ging super selbst zu machen, auch wenn es glücklicher Zufall war, dass ich so eine Kordel hatte. Diese Paspel läuft also an den Schulteraufsätzen entlang und durch die Kapuze durch.
Die Form der aufgesetzten Teile hab ich auch selbst konstruiert und dadurch, dass ich die Nahtzugaben mithilfe einer Pappschablone umgebügelt habe, war das Annähen auch gar nicht fitzelig.
Als allerletztes habe ich das Band in die Kapuze eingefügt, mit dem man sie bei Wind und Regen zu ziehen kann.

Die Zierelemente vorne hab ich mir erst als Qual vorgestellt, ging dann aber ganz gut: sehr feste und steife Einlage auf den Jersey gebügelt und dann wie folgt abgesteppt und gebügelt (gut bügeln ist wirklich die halbe Miete):

Schließlich hab ich noch die stoffüberzogenen Knöpfe angenäht, die ich in meiner Knopfkiste vom Flohmarkt gefunden habe, et voilà.

Die Jacke ist angenehm zu tragen und super für Übergangswetter. Mit dem einen Ärmel bin ich nicht ganz zufrieden, aber dafür dass das meine ersten eingesetzten Ärmel waren und das eine Kunst für sich ist kann ich nicht wirklich klagen.

Sonntag
22. Januar
2012

Auf ein Neues: immer wieder Jersey

Jersey ist so ein herrliches Material mit so vielen Macken. Wäre die Verarbeitung nicht so eine Herausforderung, würde viel viel mehr Klamotten aus Jersey machen. Fällt geschmeidiger als Baumwolle, ist elastisch, recht pflegeleicht und so gut wie knitterfrei und das Tragegefühl-Spektrum reicht von flauschig-warm bis luftig.
Da ich keine Overlock-Maschine besitze habe ich mir eine Zwillingsnadel zugelegt. Nur mal so zum Ausprobieren. Viel habe ich davon nicht erwartet, da ich von Anfang an der Überzeugung war, dass die Nadel nach ein paar Stichen ganz bestimmt brechen würde. Das klingt vielleicht übertrieben pessimistisch, aber meine Nähmaschine ist so alt wie ich (wenn auch in top Zustand) und ich konnte mir nicht wirklich vorstellen, dass Zwillingsnadel und alte Nähmaschine miteinander funktionieren. Tun sie aber, und wie! Das macht die Jersey-Verarbeitung viel erträglicher. Richtig gute Freunde sind wir immer noch nicht geworden, aber besser leiden können wir uns auf jeden Fall. :)

Es ist schon eine ganze Weile her, dass ich einen Ballen grauen Jersey von jemandem abgestaubt habe – ich habe das Ganze erst kleinteilig verarbeitet, so kleinteilig, dass der Berg gar nicht weniger geworden ist (gefühlt). Nachdem ich gemerkt habe, dass ich mit der Zwillingsnadel recht gut zurande komme, wollte ich sehen, ob dieser Ballen nicht auch noch ein Top hergibt. Ich wusste schon, dass da Löcher im Stoff waren, als ich ihn bekommen habe, hatte aber keine Ahnung, wie glücklich oder unglücklich die im Stoff plaztiert waren. Also alles ausgebreitet und siehe da – da springt nicht nur ein Top bei raus, sondern sogar ein Longtop! Oder ein Minikleid, wie man will.
Als Vorlage habe ich mir ein Kleid aus der easy fashion Herbst/Winter 2009 rausgesucht:


Bildquelle: Burdastyle.de

Ich mag beide Kleider total, obwohl ich mich nicht als ein Pailetten-Freund einordnen würde. Naja, man kann sich ja auch über sich selbst täuschen. Den Ballon-Effekt beim weißen Kleid finde ich super, aber das würde auch bedeuten, dass ein Futter nötig ist, worauf ich aber nicht nur mangels Futterstoff verzichten wollte. Ich habe auch die Falten am Vorderteil weggelassen, die man hier nicht wirklich sehen kann, und die Armlöcher etwas verkleinert… Bei Tops habe ich das ständige Problem, dass mir die Armlöcher viel zu tief hängen. Außerdem habe ich den Saum hinten abgerundet und an den Trägern innen gehäkelte Wäschehalter mit Druckknöpfen angebracht, damit weder BH- noch Jerseykleidträger verrutschen, das ist von außen natürlich unsichtbar. So viel ist vom ursprünglichen Schnitt also gar nicht geblieben.

Ganz unspektakulär. Wer genau hinschaut, sieht vielleicht, dass ich einmal rotes Garn und unten am Saum schwarzes Garn verwendet habe. Das hat natürlich einen guten Grund, denn nachdem der “Rohbau” fertig war, ging das Färbeexperiment los: erst habe ich das komplette Stück rot gefärbt, dann wurde es in schwarze Farbe getunkt um einen Verlauf zu schaffen:

Ich finds großartig und freue mich schon darauf, das Teil endlich tragen zu können! :D Gut, der Verlauf ist etwas streifig. Allerdings musste ich die Bilder auch aufhellen, bei den düsteren Lichtverhältnissen, die draußen herrschen, sind die Bilder einfach nichts geworden. In Original ist der Verlauf etwas gleichmäßiger, bzw. es fällt nicht so sehr auf wie auf den Bildern. Der Rand unten ist auch etwas dunkler in Wirklichkeit. Und für das erste Mal “dip dye” ausprobieren bin ich super zufrieden! :D Der zweite Durchlauf hat noch viel besser geklappt, aber darüber schreibe ich dann im Laufe der Woche.

Donnerstag
10. März
2011

Holy bobbin, Batman!

Ich bin mir nicht sicher, was die korrekte Bezeichnung des im Folgenden vorgestellten Kleidungsstücks betrifft. Ein Cape ist es wohl nicht, auch wenn der Begriff mir gefällt. Wahrscheinlich trifft es Bolero eher, oder einfach zu kurzer Pullover. Der Einfachheit halber lege ich mich für diesen Beitrag auf “Cape” fest, passt schließlich auch besser zum Thema Batman.

Ich habe das Teil schon vor einer ganzen Weile (vor Jahren? Ich weiß sicher, dass ich das Cape in der Oberstufe getragen habe) fertig gestellt, aber war dann im Dilemma gefangen, dass meine Kamera mich mit ihren schlechten Bildern in den Wahnsinn getrieben hat und ich nach jedem Versuch so frustriert war, dass ich keine Lust mehr hatte, das Cape zu präsentieren. Für Selbstaufnahmen ist meine kleine Digicam einfach nicht zu gebrauchen und hat zumindest in diesem Punkt ausgedient.

Vorhang auf! (und ein kleiner DIY-Tip) »