Ganz hervorragend finde ich die Sieben Sachen-Serie von Frau Liebe – ich klinke mich mal mit ein, allerdings mit einer etwas freieren Interpretation.
Hier also sieben Sachen, für die ich letzte Woche meine Hände gebraucht habe. Für wie lange ist unwichtig.

Zum ersten Mal dieses Jahr eine Theatervorstellung besucht – unfassbar! Das Stück ist jedenfalls zu Recht schon komplett ausverkauft. Meine Hände und Arme mussten für den Stempel eines netten jungen Schauspielers herhalten. Wenigstens waren wir im Partnerlook.

Karoweste zugeschnitten. Mich hat die Lust meinen Stoffbestand zu reduzieren befallen. Hat genau gereicht, noch zwei Taschenklappen geben die Reste her, mehr nicht. Ziemlich gut. Bloß muss ich jetzt ein Futter dafür finden.

Tee gemacht und im Buch geblättert: The Female Malady: Women, Madness, and English culture, 1830-1980.

Mit Wolle gestickt – super anstrengend! Die Möwen und der rote Schriftzug sind schon gebügelt, am blauen sitze ich noch. Was das wird zeige ich zu gegebenem Augenblick noch.

Miniminimini-Apfelkuchen (nach amerikanischer Art) mit Zimt gebacken, eingepackt und ausgehändigt. Ich wollte Harri am Freitag mit zwei Freunden auf der Premierenfeier im Schauspielhaus (Back Home!) besuchen, aber er war gar nicht da. Dafür natürlich sehr viele bekannte Gesichter und ich hab mich tierisch gefreut, alte Bekannte wiederzusehen!

Premierenkarte und Programmheft vom Samstag eingeordnet.

Schnürsenkel meiner neuen Stiefel gekürzt.
Dieses Projekt basiert auf einer Idee, die sich im Laufe der Überlegungen so stark geändert hat, dass sie fast nichts mehr mit der Inspirationsquelle gemein hat. Lassen wir das “fast” weg, sie hat nichts mehr damit gemein. Wahrscheinlich gut so, eigener Stil, et cetera, aber argh, das Ausgangsteil hat mir so verdammt gut gefallen. Aber wer weiß, vielleicht kann ich es mir mal beim Kostümverkauf unter den Nagel reißen.
Gesehen habe ich das Teil in einem Theaterstück. Einer meiner Freunde trug in der Schlussszene eine verdammt coole Jacke. Bilder davon habe ich leider nicht gefunden, denn die Jacke ist nicht gerade leicht zu beschreiben. Sie sah aus wie etwas, das ich mir an einem Hofnarr zu Shakespeares Zeiten vorstellen könnte (von dem stammte das Stück nämlich) – passt also voll in mein Beuteschema. Wie aus Leinen mit bunten Einsätzen dann schwarzer Jersey geworden ist, kann ich selbst nicht mehr so genau nachvollziehen, ich glaube das hing damit zusammen, dass meine Übergangsjacke (ein ärzte-Kapuzenpulli mit Reißverschluss) mittlerweile etwa 6 Jahre auf dem Buckel hat und dementsprechend zerschlissen aussieht, innen aufgerauter Jersey aber so gemüüütlich ist. Außerdem verschluckt er gerne kleine Ungenauigkeiten, was mir in der Regel gelegen kommt.
Dass aus bunt dann anthrazit wurde kann ich mir nur dadurch erklären, dass ich keinen anderen gemusterten Stoff da hatte, der überzeugt hat.
Als Vorlage habe ich mir die Burda Style 12/09 geschnappt. Da ist ein Schnittmuster für einen (Herren-)Kapuzenpulli drin. Gefällt auch, aber verwendet habe ich es dann doch nicht, weil mir das zu viele Nähte an Stellen waren, wo ich keine Nähte haben wollte. Also habe ich mir für den Rumpf und die Ärmel ein Schnittmuster für ein Kapuzenshirt ausgesucht.

Edward Cullen hier trägt den Hoodie, die Dame eine Abwandlung des Shirts ohne Kapuze aber mit Knopfleiste. Nichts Aufregendes. Den Rumpf habe ich auch so gelassen, Ärmel größtenteils auch, allerdings habe ich selbst die Kapuze entworfen und ein paar andere Details eingefügt, wie Paspeltaschen und Aufsätze an den Schultern mit einer durchlaufenden Paspel.

Eine Paspel ist ein Stück Stoff, das zwischen Nähten hervorschaut, könnte man sagen… Manchmal ist eine Kordel o.ä. eingefügt – ging super selbst zu machen, auch wenn es glücklicher Zufall war, dass ich so eine Kordel hatte. Diese Paspel läuft also an den Schulteraufsätzen entlang und durch die Kapuze durch.
Die Form der aufgesetzten Teile hab ich auch selbst konstruiert und dadurch, dass ich die Nahtzugaben mithilfe einer Pappschablone umgebügelt habe, war das Annähen auch gar nicht fitzelig.
Als allerletztes habe ich das Band in die Kapuze eingefügt, mit dem man sie bei Wind und Regen zu ziehen kann.


Die Zierelemente vorne hab ich mir erst als Qual vorgestellt, ging dann aber ganz gut: sehr feste und steife Einlage auf den Jersey gebügelt und dann wie folgt abgesteppt und gebügelt (gut bügeln ist wirklich die halbe Miete):

Schließlich hab ich noch die stoffüberzogenen Knöpfe angenäht, die ich in meiner Knopfkiste vom Flohmarkt gefunden habe, et voilà.
Die Jacke ist angenehm zu tragen und super für Übergangswetter. Mit dem einen Ärmel bin ich nicht ganz zufrieden, aber dafür dass das meine ersten eingesetzten Ärmel waren und das eine Kunst für sich ist kann ich nicht wirklich klagen.
Wenn die Nähmaschine schon schwarz eingefädelt ist, kann ich ja gleich meinen Petticoat umarbeiten, hab ich mir irgendwann Ende Januar gedacht. Blickdichter wollte ich ihn machen, so dass ich ihn tatsächlich auch solo tragen könnte, und nur noch eine Schicht sollte er haben. Das Volumen sollte er beibehalten, aber nicht mehr so verknittert aussehen.
Ich hab nicht viel Zeit mit Auftrennen verschwendet, sondern das Ausgangsmodell einfach auseinander geschnitten – puh, das ist schon über ein Jahr her, dass ich den genäht habe. Diesmal habe ich alle vertikalen Nähte als Französische Nähte verarbeitet, das kannte ich damals noch gar nicht. Somit habe ich nirgends offene Stoffkanten, die kratzen können.
Die neue, verbesserte Version gefällt mir eindeutig besser. Vielleicht nicht so schön puschelig wie die, die man meistenst in Onlineshops sieht, aber andererseits ist das ja wieder das Gute daran, dass das ein Unikat ist.

Als Zugabe gibt es noch einen roten Polkadot-Tellerrock. Das Stoffteil war ein Reststück und hatte schon einen Riss, den ich aber geflickt habe und der entweder unterm Shirt oder zwischen den Falten verschwindet. Außerdem habe ich noch eine seitliche Nahttasche mit Reißverschluss eingefügt. Bestimmte Sachen wie Handy und Schlüssel habe ich am liebsten direkt bei mir. Im Rucksack oder in der Tasche suche ich meistens eine Weile, bis ich die Sachen griffbereit habe und werde paranoid, ob sie mir nicht aus der Tasche geklaut worden sind. Außerdem gehöre ich zu den Personen, die einen Anruf oder eine SMS eher über den Vibrationsalarm als über das Klingeln mitkriegen, das höre ich meistens gar nicht, wenn mein Handy in einer Tasche steckt.
Der Rock hat auch noch eine Lage roten Futterstoff bekommen, damit er schöner liegt und nicht an der Strumpfhose nach oben rutscht. Habe ich das erste Mal bei einem Rock gemacht, finde ich auch entspannter beim Tragen.
Den Saumabschluss mit Schrägband ist nicht gerade mein Favorit, aber ich wollte keine Länge verschenken. Die Nahtzugabe durch ein anderes Stück Stoff, das unten angenäht und dann nach Innen umgeschlagen wird, zu ersetzen, war mir dann zu aufwendig, also Schrägband it is. Damit kann ich leben.
Noch schnell eine Anmerkung in eigener Sache: Vielleicht habt ihr mitbekommen, dass Google Friend Connect demnächst nur noch für Google-zugehörige Blogplattformen nutzbar sein wird, falls ich das richtig im Kopf habe. Die Einbindung bei WordPress und Co. wird demnach nicht mehr möglich sein. Wenn ihr meinem Blog also weiterhin folgen möchtet, könnt ihr das über die in der Sidebar angegebenen Alternativen. Ende der Durchsage!
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