Ich vermisse das Theater entsetzlich. Um meine Erinnerungen festzuhalten, solange sie noch möglichst frisch sind, bastle ich fleißig weiter an meinem Journal, das sehr gewachsen ist (wie soll ich das Teil jetzt bitteschön binden? So große Spiralen habe ich gar nicht!) und immer noch nicht fertig ist.
Ich hoffe aber, dass ich es bis Freitag in einem transportfähigen Zustand habe, weil ich das Stück dann mit Harri, Laura, Jarkko und anderen nochmal sehen werde und mein Werk gerne zeigen möchte, allein schon weil so viele Insider enthalten sind, die ich mir gar nicht alle merken kann.

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Es hat Klick gemacht und ich weiß jetzt, was mir die ganze Zeit gefehlt hat. Ich weiß jetzt, wo ich zuhause bin.
Wenn du zweieinhalb Monate um halb neun Uhr morgens aus dem Haus gehst und erst um elf Uhr abends wiederkommst, tagelang keine Zeit hast deine Mails zu checken und das Gefühl hast, nur zum Schlafen daheim zu sein, die erste Vesperpause irgendwann um halb fünf machst, und trotzdem jeden Morgen aufstehst und dich auf deine Arbeit freust, gut gelaunt bist und schon mit einem Grinsen in der Bahn sitzt weil du einfach unglaublich Bock auf den Job hast, muss das wohl was bedeuten, oder?

Gestern Abend hatte unser Stück Premiere. Auch wenn wir unvorteilhafte Plätze hatten war das egal, immerhin kannte zumindest ich das Stück ja schon fast auswendig und werde es mir auch nochmal anschauen. Vielleicht wieder mal von hinter der Bühne. Hat auch seinen Charme mit den Schauspielern hinten zu sitzen.




Die Premierengeschenke waren grandios. Irgendwie haben wir uns alle unabhängig voneinander das gleiche Zitat ausgesucht und auf die “Toi, Toi, Toi”-Karten geschrieben (“Scheiße verdammter Scheißdreck!”). Und einen Kunstband über Feminismus und Kunst habe ich geschenkt bekommen. Könnte passender nicht sein.
Ich bin verdammt traurig dass die wunderbare Zeit vorbei ist. Der ganze Stress und Ärger, der sich aber im Endeffekt immer gelohnt hat, schweißt eben zusammen.
Aber: am Theater sieht man sich immer zweimal.
Ein zwölf Stunden-Tag lässt wenig Zeit und Energie zum Bloggen und das Wochenende verbringe ich dann lieber mit etwas Kreativsein.




Ich bin nicht hysterisch. Ich leide. »
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