Upcycling: Plastiktüten

Ich bin jemand, der gerne schöne Sachen aufhebt. Dass ich trotzdem nicht viel Kruscht rumstehen habe liegt wohl daran, dass ich unterscheide zwischen „Dinge, die sich upcyclen lassen“ und „Sachen, die ich wahrscheinlich nie wieder anrühre und total vergesse dass ich sie jemals besessen habe“. Letztere werden nicht aufgehoben.
Erstere hingegen sind toll. Zum Beispiel die Plastiktüten vom Comicshop. Normalerweise verzichte ich auf Plastiktüten weil ich sowieso eine Umhängetasche dabei habe, in die in der Regel alles reinpasst; oft habe ich auch eine Stofftüte mit die ärzte-ä drauf dabei, wenn ich weiß, dass ich einen größeren Einkauf tätigen muss. Aber zu Batman-, Peanuts- und anderen bunten Motiv-Tüten sag ich nicht nein.

Vielleicht fragt ihr euch jetzt was man bitte mit Plastiktüten machen kann ohne sie als, nunja, Tüten zu benutzen. Meine Antwort: viel!


 

 

Plastiktüten kann man nämlich ganz einfach verschmelzen und alle möglichen Sachen draus nähen, kleben, ich kann mir auch vorstellen dass sie sich gut für ein Buchcover oder eine Karte verwenden lassen.
Den Reißverschluss für mein neues Mäppchen habe ich aus einer alten Tasche, die ich danach weggeschmissen habe, ausgeschnitten. Der Futterstoff war ein Reststück aus meiner Stoffkiste.
Das Gute ist, dass das Plastik wasserabweisend ist, ein neuer Kulturbeutel ist auch schon in Planung, das Material ist dafür ja perfekt.

Ich hab diese Idee im Internet gelesen, habe aber keinen Plan mehr wo, weswegen ich einfach eine eigenen Anleitung geschrieben habe.
Um die Tüten einzuschmelzen, schneidet die Seiten auseinander. Haben die Griffe noch eine Lage Plastik als Verstärkung, schneidet sie weg.

Am Besten verschmelzt ihr mehrere Lagen Plastiktüten miteinander, das schafft Stabilität und verhindert meinen Erfahrungen nach auch, dass sie Tüten total zusammenschnurzeln und auf einmal das viertelfache ihrer Größe haben, Löcher entstehen und das Motiv unkenntlich wird.
Ihr könnt ganz normale, langweilige Plastiktüten von einem Kaufhaus eurer Wahl nehmen. Ich habe graue Plastikbeutel verwendet, die ich noch von meiner Kunstperformance übrig hatte. Sie lassen sich mehrmals falten, was gut für den Stabilitätsfaktor ist. Achtet aber darauf, besagte Griffverstärker und eventuelle Zugbänder weg zu schneiden.

Legt unter eure Plastiktüten Backpapier, und zwar so, dass die Backpapierfläche größer ist als die Plastiktüten, sonst klebt das Ganze an euren Bügelbrett, und wer will das schon. Oben drauf kommt nochmal Backpapier, das wieder größer sein muss als die Plastiktüten.

Jetzt bügelt drauf los. Ich hab die höchstmögliche Temperatur eingestellt, habe aber keine Ahnung, ob das in manchen Fällen nicht schädlich sein kann. Bei mir ist nichts passiert und das Resultat ist ordentlicher als die Male davor, bei der ich einfach die eingestellte Temperatur gelassen habe.
Achtet darauf, nicht zu lange an einer Stelle zu bügeln bzw. das Bügeleisen auf einer Stelle stehen zu lassen, wie bei Klamotten eben. Nehmt euch besonders die Ränder vor! Es kann sein, dass sich die Plastiktüten voneinander lösen, wenn sie nicht richtig verschmolzen worden sind.

Achtet darauf, dass das Plastik immer zwischen dem Backpapier ist und nirgends rauslugt. Das Backpapier krümmt sich etwas, was aber normal ist.

Wenn ihr das Gefühl habt, keinen Fleck mit Bügeln ausgelassen zu haben, wartet etwas und löst dann das Backpapier vom Plastik.
Die Oberfläche der verschmolzenen Tüten sieht so aus. Im Idealfall habt ihr eine stabile Lage Plastik.

Das Gleiche macht ihr mit den restlichen Tütenstücken. Dazu könnt ihr das Backpapier vom ersten Durchgang nehmen.
Auf die verschmolzenen Tüten lassen sich ganz leicht Formen zeichnen, die man dann ausschneiden kann; es ist auch nicht schlimm, wenn die Ränder unregelmäßig sind, das Problem lässt sich einfach mit einer Schere beheben.

9 Kommentare zu “Upcycling: Plastiktüten

  1. Wie genial *.* VOr allem sieht das gar nicht aus, als wären das mal Plastiktüten gewesen! So ein Mäppchen hätte ich auch gerne… ich glaub ich brauch endlich ne kleine Nähmaschine, damit ich solche Sachen auch mal ausprobieren kann.

  2. Hey,

    das ist soo toll. Habe auch gleich ein paar gemacht. Was ist das für ein Schnittmuster? Das das Ende vom Reißverschluss verdeckt ist, finde ich klasse! Oder hast du dafür vielleicht eine Anleitung?

    LG Natasha

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